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«Ich weiss, wie Medienleute ticken»: Urs Salzmann spricht seit 1994 für die Stadt Gossau

Vom Lokaljournalist zum Konterpart: Urs Salzmann ist seit 25 Jahren Gossaus Kommunikationsbeauftragter.
Perrine Woodtli
Urs Salzmann im Rathaus. Im Hintergrund das Schloss Oberberg.(Bild: Ralph Ribi (28. Oktober 2019))

Urs Salzmann im Rathaus. Im Hintergrund das Schloss Oberberg.
(Bild: Ralph Ribi (28. Oktober 2019))

1994 hiess es im «St.Galler Tagblatt»: «Vom Lokalredaktor zum Informationsbeauftragten der Gemeinde Gossau – Gespräch mit Urs Salzmann.» Darüber der Titel: «Ich will eine offensive Informationspolitik.»

Seit diesem Artikel sind 25 Jahre vergangen. Geändert hat sich in diesem Vierteljahrhundert viel, aber nicht alles. Noch immer ist Urs Salzmann Gossaus Kommunikationsbeauftragter. Am Freitag feiert er sein 25-Jahr-Jubiläum.

Niemals habe er damals gedacht, dass er heute immer noch hier sein würde, sagt Salzmann. Es ist morgens um halb zehn, er sitzt in seinem Büro im ersten Stock des Rathauses, Zimmer 107. Kurz zuvor hat er eine Medienmitteilung an die Presse verschickt.

Er hat fast täglich mit Journalisten zu tun. Für deren Nöte habe er grundsätzlich Verständnis. «Manchmal kommt jemand von der Verwaltung zu mir und ärgert sich über eine Anfrage oder fragt sich, ob die Journalisten denn nichts Gescheiteres zu berichten hätten», sagt Salzmann.

«Klar ärgert auch mich mal etwas. Aber ich weiss, wie Medienleute ticken und kenne diese Seite ja auch.»

Als Lokalredaktor über Gossau geschrieben

Salzmann war selbst Journalist. Von 1986 an freiberuflich, von 1990 bis 1994 schrieb er für die Zeitung «Die Ostschweiz», wo er die Regionalredaktion Gossau leitete. Schon während seiner kaufmännischen Ausbildung in Flawil schrieb er Artikel.

Nach Abstechern ins kantonale Steuerdepartement und auf die Gemeindeverwaltung in Degersheim arbeitete Salzmann beim Radio Wil und absolvierte eine Ausbildung an der Journalistenschule St.Gallen. Kaum abgeschlossen, hörte er, dass Gossau eine Kommunikationsstelle geschaffen habe – laut Salzmann eine der ersten Gemeinden im Kanton.

«Für mich kam das damals aber zu früh.»

1994 wurde die Stelle wieder frei. Diesmal bewarb sich Salzmann. Bei der Zeitung herrschten unsichere Zeiten, er hatte den Tagesjournalismus gesehen und war offen für Neues. Er rechnete sich aber keine grossen Chancen aus. «Ich hatte den einen oder anderen angriffigen Kommentar zu Entscheidungen im Gossauer Rathaus geschrieben.» Doch es klappte.

Seit dem 1. November 1994 hatte Salzmann drei Chefs: Johann C. Krapf, Alex Brühwiler und der heutige Stadtpräsident Wolfgang Giella. «Das war jedes Mal wie den Job zu wechseln. Ich musste mich an die Erwartungen des neuen Chefs gewöhnen.» Vor allem der letzte Wechsel mit Giella brachte Herausforderungen mit sich.

«Während der über 17-jährigen Zusammenarbeit mit Alex Brühwiler hatten sich Dinge eingespielt», sagt Salzmann. «Da brauchte es von beiden Seiten Anpassungsbereitschaft.» Bei Brühwiler sei es weniger extrem gewesen. Damals, 2001, sei sowieso vieles im Umbruch gewesen, da zeitgleich aus der Gemeinde die Stadt Gossau wurde und das Parlament eingeführt wurde.

Aber auch sonst hat sich einiges getan. Salzmann spricht das Internet an, aber auch die Veränderungen in der Zeitungslandschaft. Früher seien an einer Medienkonferenz drei Gossauer Lokalredaktoren und je jemand vom Radio und Fernsehen erschienen. «Heute halten wir kaum noch Medienkonferenzen ab. Und wenn doch, wissen wir meist, welche zwei Zeitungen kommen.»

Früher lag der Fokus auf den Printmedien, heute liege dieser immer mehr auf eigenen Kanälen. «Eine Frage, die uns beschäftigt, ist, wie Gossau künftig noch im Print stattfindet», sagt Salzmann. Auch Social Media und Videos seien Themen. Das sei in einer kleineren Stadt aber eine Frage der Ressourcen.

Weil sich sein Beruf so oft veränderte, drängte sich für Salzmann nie ernsthaft ein Jobwechsel auf – gelegentlich hatte er die Augen offen. So informierte er sich vor ein paar Jahren über die Stelle des Kommunikationschefs der Stadt St.Gallen. «Mir wurde aber klar, dass ich kein Stadtsanktgaller bin.»

Den Kopf hinhalten gehört für ihn dazu

In den 25 Jahren gab es auch herausfordernde Situationen. Salzmann erinnert sich an das Solardebakel und den Waldbrand in Trin, den 2010 ein Gossauer Schüler ausgelöst hatte. Das seien intensive Phasen für ihn gewesen. Dass er bei manchen Vorkommnissen in den Medien den Kopf hinhalten müsse, gehöre für ihn dazu und komme «zum Glück nicht oft vor».

Am meisten schätzt Salzmann, der mit seiner Partnerin in Flawil lebt, die Abwechslung. Dafür sorgt auch, dass er für die KV-Ausbildung der Stadt zuständig ist. Derzeit beschäftigen ihn das Kommunikationskonzept und die Projektkommunikation für den Masterplan Sportanlagen.

In zwei Wochen wird er 59 Jahre alt. Wird er auch noch seine letzten Arbeitsjahre im Zimmer 107 verbringen? Er fixiert einen Punkt, denkt nach, druckst kurz herum, bevor er dann sagt: «Das weiss man nie.»

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