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Bauchef des Kantonalschwingfests:
«Ich schaue, dass jeder Büez hat»

Die Aufbauarbeiten für das Kantonalschwingfest in Tübach befinden sich im Endspurt. Bei einem Rundgang erklärt Bauchef Hansueli Frei, was die Herausforderungen sind und wieso bereits heute geschwungen wird.
Perrine Woodtli
Bauchef Hansueli Frei auf der Tribüne des Schwingfests in Tübach: Am Sonntag wird er ein gefragter Mann sein. (Bild: Perrine Woodtli)

Bauchef Hansueli Frei auf der Tribüne des Schwingfests in Tübach: Am Sonntag wird er ein gefragter Mann sein. (Bild: Perrine Woodtli)

Hansueli Frei, packen Sie auch mit an oder steht der Bauchef nur rum und sagt den anderen, was zu tun ist?

In erster Linie bin ich derjenige, der alles organisiert und schaut, dass jeder Büez hat. Ich beantworte Fragen und sorge dafür, dass das Material hier ist. Wenn ich aber ein Zeitfenster habe, helfe ich natürlich mit. Es ist nicht so, dass ich in Sonntagshosen auf einem Stuhl sitze, und allen nur sage, was sie machen sollen. Das käme nicht so gut an.

Die Tribünen, das Festzelt sowie der Eingang stehen bereits. Was fehlt noch?

Wir müssen unter anderem noch den Zaun mit dem Sichtschutz rund um das Gelände aufstellen sowie das Festzelt und auch die Tennishalle des Tenniscenters Tübach für das Bankett bestuhlen und einrichten. Nebst der bedeckten und unbedeckten Tribüne bauen wir zudem noch rund um die Sägemehlplätze weitere Sitzgelegenheiten auf. Dabei handelt es sich um einfache Stahlböckli mit Holzbrettern darauf. Und natürlich müssen wir noch die fünf Sägemehlplätze für die Wettkämpfe richten. Einer ist schon seit gestern bereit.

Weshalb nur ein Platz?

Im Rahmen einer Turnstunde kommen heute rund 100 Tübacher Schüler auf das Gelände und dürfen sich im Schwingen ausprobieren. Die anderen vier Sägemehlplätze mit je 23 Kubikmeter Sägemehl werden dann heute Abend gelegt.

Werden die Plätze bis zum Sonntag abgedeckt, um sie vor möglichen Witterungen zu schützen?

Nein. Das Sägemehl wird sowieso nicht trocken, sondern feucht geliefert. Die Schwinger bevorzugen eher feuchtes Sägemehl als zu trockenes. Das klebt zwar mehr am Körper, aber es staubt nicht. Weil es am Sonntag heiss und trocken wird, werden wir das Sägemehl dann erneut mit Wasser besprühen.

"Mein Telefon wird am Sonntag alle zehn Minuten klingeln."

Der Aufbau ist mit viel Aufwand verbunden. Dafür benötigen Sie auch viele Helfer.

Die haben wir. Für die Aufbauarbeiten sind täglich rund 40 Helfer im Einsatz. Am Abend helfen jeweils vor allem Mitglieder aus dem Schwingverband sowie Bewohner vom Dorf aus den lokalen Vereinen. Von diesen arbeiten die meisten Mitglieder jedoch am Fest selber.

Das klingt nach langen Tagen. Sie als Bauchef müssen immer vor Ort sein.

Ich habe mich für eine Woche zu Hause abgemeldet. Ich war nun jeden Tag von sieben Uhr morgens bis zehn Uhr abends auf dem Gelände. Die Vorbereitungen, die Organisation sowie die Aufbauarbeiten sind zwar sehr zeitintensiv, machen aber Spass. Und wir kommen gut voran. Bis morgen Mittag müssen wir fertig sein. Am Nachmittag kommt dann der Kantonalvorstand, um den Platz abzunehmen.

Was heisst das genau?

Sie prüfen, ob das Gelände den Richtlinien entspricht. Unter anderem achten sie darauf, ob auf dem Festplatz Werbungen zu sehen sind. Die Verantwortlichen stehen dazu in der Mitte jedes Sägemehlplatzes und schauen, ob von dort aus im Radius von 365 Grad Werbungen sichtbar sind. Wenn ja, müssen wir diese abdecken. Diese Regel des Eidgenössischen Schwingverbands ist üblich an Schwingfesten.

Gab es irgendwelche Schwierigkeiten während der Aufbauarbeiten oder spezielle Herausforderungen?

Schwierigkeiten nicht. Und die grösste Herausforderung ist immer der Boden. Die Wiese wird täglich mit schweren Lastwagen und Autos befahren. Wenn es regnet, wird die Wiese schnell beschädigt und sie sieht auch nicht mehr schön aus. Das sollte nicht sein, auch weil die Gemeinde uns die Wiese zur Verfügung stellt. Da wir aber bisher Wetterglück hatten, war es leicht. Die Niederschläge zwischendurch waren nicht tragisch.

Können Sie am Sonntag dann entspannen und den einen oder anderen Wettkampf beobachten?

Mein Telefon wird an diesem Tag viel klingeln, vermutlich alle zehn Minuten. Ich bin während des Fests der Springer, falls es ein Problem gibt – wenn irgendwo ein Kabel fehlt oder sonst etwas unklar ist. Ich werde sicher einiges zu tun haben. Aber ich werde bestimmt auch dazu kommen, beim Schwingen zuzuschauen.

Bauen Sie die Anlage gleich am Sonntagabend ab?

Ja, nach dem Schlussgang. Die Rangverkündigung findet im Festzelt statt. Wir können deshalb bereits mit dem Abbruch der Sägemehlplätze beginnen. Unser Ziel ist es, dass die Wiese bis Montagabend wieder leer ist.

Ist es nicht frustrierend, so viele Tage mit Aufbauen zu verbringen für nur einen einzigen Tag? Um dann gleich wieder alles abzubrechen?

Sagen wir es so: Wenn es ein schlechtes Fest war, dann kann es schon frustrierend sein. Wenn es aber ein tolles Fest war und alles gut gegangen ist, hat sich der Aufwand definitiv gelohnt.

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