«Ich kann es kaum erwarten, bis es endlich losgeht»: Wie Simone Honegger zum Moderationsjob am St.Galler Stadtlauf kam

Simone Honegger moderiert am Sonntag den St.Galler Stadtlauf. Gewöhnlich rennt sie selbst mit.

Rossella Blattmann
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Die Speakerin Simone Honegger wird am Sonntag die Läuferinnen und Läufer des St.Galler Stadtlaufs motivieren. (Bild: Michel Canonica)

Die Speakerin Simone Honegger wird am Sonntag die Läuferinnen und Läufer des St.Galler Stadtlaufs motivieren. (Bild: Michel Canonica)

Das Handy vibriert. Das weisse Icon erscheint auf dem Bildschirm – eine SMS. Kurz darauf klingelt es. «Ich stehe hier vor dem Marktplätzli, wo sind Sie?», fragt eine Stimme in unverkennbarem St.Galler Dialekt. Kurz darauf kommt Simone Honegger um die Ecke. Die athletische 37-Jährige mit den platinblonden Haaren und dem grasgrünen Rucksack sprüht vor Energie. An der Leine ist Honeggers treuer Begleiter, der schwarze Labrador Levy.

Zurück zu den St.Galler Wurzeln

Simone Honegger ist in Goldach aufgewachsen. Seit fast vier Jahren moderiert sie die Morgensendung des Schaffhauser Radios Munot, seit vergangenem Februar wohnt sie mit ihrem Mann Marcel im zürcherischen Oberstammheim. Für sie sei der kommende Sonntag eine Rückkehr zu ihren Wurzeln. «Ich bin einfach eine St.Gallerin», sagt sie und strahlt übers ganze Gesicht.

Der Grund für Honeggers Freude: Am Sonntag findet in St.Gallen nach einer Auszeit von zwölf Jahren erstmals wieder ein Stadtlauf statt. Dann wird Simone Honegger gemeinsam mit dem ehemaligen Bahnradfahrer Franco Marvulli im Speakerwagen sitzen und den Lauf durch die St.Galler Altstadt moderieren.

Durch den FCSG zum Laufen und Moderieren

Honegger ist selber passionierte Läuferin. Marathons und Halbmarathons sind ihre Stärke. Sie trainiert regelmässig, 70 Kilometer pro Woche. «Manchmal nehme ich auch meinen Labrador Levy mit und renne mit im durch den Wald.» Ziel sei es, einen Halbmarathon in 1:42 Stunden zu laufen – je nach Anlass und Kategorie reicht diese Zeit für einen Podestplatz. Obwohl sie sich sehr auf den Lauf freue, gebe es einen Wermutstropfen.

«Es tut schon ein wenig weh, dass ich selber nicht mitlaufen kann.»

Reden und Laufen sind Teil von Honeggers Leben. Zu beidem ist sie durch eine zufällige Begegnung vor sechs Jahren gekommen. Das sei damals eine schwierige Zeit gewesen. «Ich und mein Mann hatten vier Jahre lang versucht, Kinder zu bekommen. Leider erfolglos.» Um eine Familie zu gründen, habe sie auch ihre damalige Stelle als kaufmännische Angestellte gekündigt. Simone Honegger macht eine kleine Pause. Doch diese Erfahrung gehöre zu ihr. Die Radiomoderatorin ergänzt:

«Das Leben läuft nicht immer so, wie man es sich wünscht.»

Nach einem Auswärtsspiel in der Europa League des FC St.Gallen gegen Valencia kam 2013 der Wendepunkt, der Honegger neuen Mut gab. Sie sei einst ein grosser FCSG-Fan gewesen und an jedes Spiel gereist. An jenem Spiel in Valencia habe sie Urs Brülisauer, den aktuellen Leiter des Eventteams von FM1 Today, kennen gelernt.

«Er meinte damals, ich solle es in der Medienbranche und mit dem Laufen versuchen. Das habe ich dann auch getan. Und bis heute nicht bereut.»

Auch Speaker müssen die Strecke kennen

Simone Honegger sitzt vor einem Café und blickt auf die Vadian-Statue. Die Sonne scheint ihr ins Gesicht, während sie in ihrem Kaffee rührt. Die Moderation eines sportlichen Grossanlasses zehre nicht nur an den Kräften der Läuferinnen und Läufer. Die Tage seien jeweils sehr lang, sagt sie.

So fällt am Sonntag um 9.30 Uhr beim Vadian der Startschuss für die Läufer der Fünfkilometer-Strecke. Für Honegger beginnt der Tag viel früher. Wenn die meisten Sanktgallerinnen und Sanktgaller noch in den Federn liegen, schnürt Simone Honegger bereits ihre Turnschuhe. Um 7 Uhr wird sie sich mit Franco Marvulli beim Bärenplatz treffen, um selbst die Zehnkilometer-Strecke – fünf mal dieselbe Zweikilometer-Runde durch die St.Galler Altstadt – zu laufen. «Es ist wichtig, dass auch wir Speaker die Strecke kennen», sagt sie.

Bald ist es so weit. Noch fünf Tage, bis der Startschuss zum neuen St.Galler Stadtlauf fällt. Die Vorfreude ist Simone Honegger ins Gesicht geschrieben. Ihre wachen Augen funkeln.

«Ich kann es kaum erwarten, bis es endlich los geht.»

Den Lauf durch «ihr» St.Gallen zu moderieren, sei eine ganz besondere Aufgabe. «St.Gallen ist, neben Schaffhausen, einfach die schönste Stadt der Welt.»

Hinweis

Anmeldungen für den Stadtlauf sind bis und mit Sonntag auf www.stadtlauf.sg auch für Kurzentschlossene noch möglich.