«Ich glaube, wir haben die Leute gut informiert»: Jetzt liegen die Pläne für das Bauprojekt in der Sommerau in Gossau auf

Die Aepli Metallbau AG plant in der Sommerau Nord ihren neuen Firmensitz. Die Stadt Gossau ändert die Sonderbauvorschriften in diesem Gebiet, um diese Bauten sowie weitere Ansiedlungen zu ermöglichen. Nun können die Pläne ab Donnerstag eingesehen werden. Roman Aepli, der das Land 2019 gekauft hat, ist der Meinung: «Es ist nun definitiv an der Zeit, auf der Sommerau etwas zu realisieren.»

Perrine Woodtli
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Nach monatelanger Vorarbeit liegen ab dieser Woche die Pläne für die Überbauung auf der Sommerau Nord in Gossau auf.

Nach monatelanger Vorarbeit liegen ab dieser Woche die Pläne für die Überbauung auf der Sommerau Nord in Gossau auf.

Ralph Ribi

Rund zwei Wochen ist es her, seit das Gossauer Stadtparlament 5,2 Millionen Franken für die Erschliessung und Entwässerung der Sommerau Nord einstimmig genehmigt hat. Die Aepli Invest AG will dort auf knapp 100'000 Quadratmetern Bauland ein neues Gewerbe- und Industriegebiet bauen. Weil der Kredit über vier Millionen liegt, ist noch eine Volksabstimmung nötig. Diese findet am 29. November statt.

Nun geht es zügig weiter. Ab Donnerstag liegen die erforderlichen Pläne und Gesuche für das Bauvorhaben auf der Sommerau öffentlich auf. Sie können im Fürstenlandsaal oder auf der Webseite eingesehen werden.

Mit diesen Planungen hätten «umfangreiche Arbeiten» ihren Abschluss gefunden, schreibt die Stadt Gossau in einer Mitteilung. Für den komplexen Planungsprozess wurde eigens eine Taskforce Sommerau gegründet, in der Vertreter der Stadt, der Bauherrin und externe Fachleute sitzen.

Roman Aepli, Geschäftsführer der Aepli Metallbau AG in Gossau.

Roman Aepli, Geschäftsführer der Aepli Metallbau AG in Gossau.

PD

Und auch Roman Aepli ist froh, dass die definitiven Pläne nun endlich aufliegen. Der Besitzer der Gossauer Aepli Metallbau AG hatte das Bauland im Mai 2019 der Migros Ostschweiz abgekauft. Seither habe er sehr viel Zeit in dieses Projekt investiert, sagt er.

Wer eine Fläche reserviert hat, ist nach wie vor geheim

Die Aepli Invest AG will das Gebiet, das im Nordwesten Gossaus zwischen der Bischofszellerstrasse und der Autobahn A1 liegt, in fünf grosse Baufelder aufteilen. Das grösste Baufeld (35'000 Quadratmeter) ist für den neuen Firmensitz der Aepli Metallbau AG vorgesehen. Geplant sind zwei elf Meter hohe Produktionshallen und ein 19 Meter hohes Bürogebäude. Darin werden rund 200 Arbeitsplätze untergebracht.

Geplant ist zudem eine grosse Tiefgarage, in die sich auch weitere Unternehmen einmieten können.

23'000 Quadratmeter sind als Freihalteflächen und Grünzonen ausgeschieden. Die restlichen rund 40'000 Quadratmeter Bauland wurden laut Aepli reserviert. Von welchen Firmen, will er nicht sagen. Anfang Jahr liess er aber durchblicken:

«Es sind zwei weitere Gossauer Betriebe darunter. Die restlichen Käufer haben ihren Sitz alle im Umkreis.»

Überbauungsplan musste angepasst werden

Aufgrund der neuen Bedürfnisse und des konkreten Bauvorhabens der Aepli Invest AG hat der Gossauer Stadtrat beschlossen, den rechtskräftigen Überbauungsplan Sommerau anzupassen, um die Bauten sowie weitere Ansiedlungen zu ermöglichen. Die Stadt hatte 2014 den Teilzonenplan Sommerau Nord sowie den Überbauungsplan Sommerau Nord erlassen, um eine Fläche von rund 9,2 Hektaren in die Gewerbe-Industriezone zuzuteilen.

Der Überbauungsplan lag bereits Anfang Jahr zur Mitwirkung auf. Er sieht die Erschliessung für den motorisierten Verkehr über eine Stichstrasse, ein Wegnetz für den Langsamverkehr, eine Brücke über die Bahnlinie sowie einen Vernetzungskorridor für Amphibien vor:

Zum Schutz vor Autobahnlärm soll zudem eine Schutzwand entlang der A1 gebaut werden.

«Habe das Gefühl, dass das Projekt positiv aufgenommen wurde»

Die Einsprachefrist läuft am 16. Oktober ab. Klar sei er etwas angespannt, sagt Roman Aepli und lacht. «Es wäre natürlich super, wenn keine Einsprachen eingehen würden.» Man habe einen extrem grossen Aufwand betrieben und gut mit den verschiedenen Parteien, unter anderem mit Pro Natura und der Denkmalpflege, zusammengearbeitet. Auch mit den Nachbarn in der Sommerau habe man das Projekt einige Male angeschaut, sagt Aepli.

«Ich glaube, dass wir die Leute gut informiert haben und habe das Gefühl, dass unser Projekt positiv aufgenommen wurde.»

Es sei jetzt schon fast zehn Jahre her, seit die Gossauerinnen und Gossauer im Februar 2011 an der Urne entschieden hätten, das Gebiet Sommerau Nord umzuzonen und dort somit Bauland für Industrie und Gewerbe bereitzustellen. Gebaut wurde aber bis heute nichts. «Ich denke, es ist nun definitiv an der Zeit, dort etwas zu realisieren», sagt Aepli. Falls keine Einsprachen eingehen, könnten die Bauarbeiten im ersten Quartal 2021 starten.

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Auf dem knapp 100'000 Quadratmeter grossen Bauland auf der Sommerau Nord entsteht unter anderem der neue Sitz der Aepli Metallbau AG. Der Stadtrat beantragt dem Parlament für die Erschliessung des Gebiets einen Kredit in der Höhe von rund 5,2 Millionen Franken. Das letzte Wort haben die Stimmberechtigten.
Michel Burtscher