Wahlen
«Ich bringe Würze in den Rorschacher Stadtrat»: Wie der parteifreie Andreas Kern frischen Wind in die Exekutive der Hafenstadt bringen will

Die junge Alternative für den Stadtrat: Der 35-jährige Bäcker-Konditor Andreas Kern fordert die Bürgerlichen von FDP und CVP heraus und kandidiert für den Rorschacher Stadtrat. Er will vor allem jene ansprechen, die sich durch den Stadtrat in seiner jetzigen Konstellation politisch nicht vertreten fühlen.

Rudolf Hirtl
Merken
Drucken
Teilen
Andreas Kern (parteifrei) will vor allem auch die jüngeren Wählerinnen und Wähler fürs sich gewinnen.

Andreas Kern (parteifrei) will vor allem auch die jüngeren Wählerinnen und Wähler fürs sich gewinnen.

Bild: Rudolf Hirtl

Wer kennt ihn nicht, den Feierabendstau, der sich regelmässig von der Autobahnausfahrt im Meggenhus über Goldach bis hinunter zum Bodensee wälzt. Berufstätige aus der Region Rorschach stecken beinahe täglich mit ihren Fahrzeugen darin fest, wenn sie von ihrem Arbeitsplatz nach Hause fahren.

Rorschach ist sein Lebensmittelpunkt

Auch der 35-jährige Andreas Kern pendelt, und zwar nach Gossau, wo er für die Saucenmanufaktur Bufis als Teamleiter tätig ist. Ins Fürstenland umziehen, um einen kürzeren Arbeitsweg zu haben, das kommt für ihn allerdings nicht in Frage. Aufgewachsen in Rorschacherberg und seit über 15 Jahren in Rorschach wohnhaft, ist er in der Region zu stark verwurzelt. Hier fühlt er sich wohl, hier hat er seinen Lebensmittelpunkt.

Das KMU Bufis westlich der Stadt St.Gallen hat eine innovative Entwicklungsabteilung und besticht mit einer Vielzahl von Traiteursaucen, Dips, Dressings, Kräuterbuttern, Gewürzen und Bouillons. Vielfalt erachtet der gelernte Bäcker-Konditor Kern auch in der Politik als bereichernd und notwendig. er sagt:

«Mir ist es wichtig, dass sich die Vielfalt von Rorschach auch in dieser Wahl und im Stadtrat widerspiegelt.»

Mithelfen, die Stadt weiterzuentwickeln

In Rorschach kennt man Andreas Kern als Schaffer für ein vielseitiges, lokales Kulturangebot. So gehörte er beispielsweise zu den Teams, die mit ihren Kulturbeizen Hafenbuffet und Mariaberg junge und junggebliebene Besucherinnen und Besucher von weither anlockten. «Es ist die Zeit gekommen, in der ich für all die schönen Erlebnisse meiner Heimat endlich etwas zurückgeben kann», sagt Andreas Kern.

Er will mit seiner Kandidatur für die Stadtratsersatzwahl vom 13.Juni vor allem auch jene Rorschacherinnen und Rorschacher ansprechen, die sich durch den Stadtrat in seiner jetzigen Konstellation nicht vertreten fühlen und auch jene Bürgerinnen und Bürger vertreten, die sich nicht unbedingt nur mit Politik beschäftigen. Er sagt:

«Ich stehe für ganz Rorschach.»

Er sei sich der Verantwortung durchaus bewusst, die ihn als Stadtrat von Rorschach erwarten würde. «Ich möchte mithelfen, die Stadt im Interesse und zum Wohle der Einwohnerinnen und Einwohner zu entwickeln.»

Und wo würde er hier ansetzen? «Vom Frühling bis Spätsommer haben wir in der Stadt schon ein schönes Angebot von Anlässen im öffentlichen Raum. Doch die Zwischenmonate sind beinahe ein wenig traurig. So ist beispielsweise nach der Beachvolley Tour im August auf dem schönen Hafenplatz nichts mehr los», sagt Andreas Kern. So sei ihm denn die Weiterentwicklung des öffentlichen Raums ein grosses Anliegen. Menschen aller Generationen sollen seiner Meinung nach nicht nur in Rorschach wohnen, sondern sich hier auch begegnen. Er sagt:

«Mit den temporären Kultur- und Restaurationsbetrieben an der Seepromenade hat man im vergangenen Sommer gesehen, was in dieser Stadt alles möglich ist.»

Mit der Unterstützung des ansässigen Gewerbes sowie der Einwohnerinnen und Einwohner wäre eine ähnliche Belebung noch an vielen weiteren Orten denkbar, davon ist er überzeugt.

Stadtrat sollte auch eigene Projekte aufgleisen

Aus Sicht des Stadtrates gehe es nicht nur darum, Organisatoren mit Geld oder Infrastruktur zu unterstützen. Dieser könnte auch aktiv etwas auf die Beine stellen. Als Beispiel nennt er das Lattich beim Güterbahnhof in der Stadt St.Gallen. Dort stehen 45 Holzmodule, zur Nutzung ideal für Selbstständige und kleine Unternehmen aus der Kreativwirtschaft. Die kleinräumigen Arbeitsflächen bieten einen attraktiven Ort, um in einem spannenden, lebhaften und etwas anderen Umfeld tätig zu sein. Ein Projekt mit ähnlicher Prägung könne er sich auch in Rorschach vorstellen.

Andreas Kern sieht noch Potenzial für den öffentlichen Raum am Rorschacher Seeufer.

Andreas Kern sieht noch Potenzial für den öffentlichen Raum am Rorschacher Seeufer.

Bild: Rudolf Hirtl

Die Stadt habe sich in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt und biete viele Vorzüge. Wichtig sei es, beim Tourismus Verbesserungen anzustreben, denn von den Auswärtigen werde Rorschach oft auf die Badhütte reduziert. «Gäste müssten auch visuell attraktiver empfangen werden und nicht mit einem leeren Platz. In dieser Hinsicht muss sich der Stadtrat über die weitere Entwicklung Gedanken machen und ich würde gerne dabei mitarbeiten.» Rorschach sei für ihn eine Herzensangelegenheit und seine ausgeprägte Fähigkeit zum Teamwork würde ihn für das Amt im Stadtrat qualifizieren. Sollte er gewählt werden, so wolle er sich dafür einsetzen, dass Rorschach seine Stärken weiterentwickeln könne: als attraktiver Wohnraum, lebendiger Freizeitort und konkurrenzfähiger Wirtschaftsstandort.

Die Ausgangslage

Ende 2020 trat der langjährige Rorschacher Stadtrat Ronnie Ambauen (FDP) aus dem Gremium zurück, weil er Leiter der Bau- und Stadtentwicklung wurde. Seither ist ein Sitz in der fünfköpfigen Exekutive vakant. Eine Frau und zwei Männer bewerben sich um seine Nachfolge: Giusi Guerreri (CVP), Reto Kaelli (FDP) und der parteilose Andreas Kern. Wer das Rennen macht, könnte bereits am 13. Juni feststehen, dann findet der erste Wahlgang statt. Ein allfälliger zweiter Wahlgang wurde auf den 26. September festgesetzt.

Mit Schwung und Ball am Gegner vorbei

Entspannung findet Andreas Kern unter anderem beim Tauchen. Er kennt die Schönheiten der Rorschacher Bucht also auch aus dieser Perspektive. Seit jeher ist er auch in Vereinen aktiv, in der Jugend als Fussballspieler und Leiter in der Pfadi Rorschach. «Heute bin ich leidenschaftlicher Squash- und Rugbyspieler. Dem Rugby Club St.Gallen stand ich viele Jahre als Präsident vor und bin noch immer im Vorstand aktiv», so Andreas Kern.

Am 13.Juni liege es in der Hand der Rorschacher Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, ob sie es ihm ermöglichen, frischen Wind und etwas Würze in den Stadtrat zu bringen.