«Ich bin überrascht»: Die parteilose Janine Eberle schafft zusammen mit den Bisherigen den Sprung in den Steinacher Gemeinderat

Neben den bisherigen Andreas Popp (CVP), Markus Lanter (FDP) und Roland Etter (parteilos) erreichte auch Janine Eberle das absolute Mehr. Für den letzten verbleibenden Sitz fällt ein zweiter Wahlgang an.

Jolanda Riedener
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Janine Eberle schaffte es auf Anhieb, einen Sitz im Gemeinderat zu ergattern. Wiedergewählt sind alle bisherigen Gemeinderäte sowie Präsident Michael Aebisegger.

Janine Eberle schaffte es auf Anhieb, einen Sitz im Gemeinderat zu ergattern. Wiedergewählt sind alle bisherigen Gemeinderäte sowie Präsident Michael Aebisegger.

Bild: Jolanda Riedener

«Ich bin überrascht und freue mich», sagt die 30-jährige Janine Eberle. Dass sie gerade zur Gemeinderätin gewählt worden ist, kann sie – kurz nachdem sie übers Resultat informiert wurde – aber noch nicht ganz glauben. Neben Andreas Popp (CVP, 868), Markus Lanter (FDP, 773) und Roland Etter (parteilos, 868) erreichte sie mit 678 Stimmen das Absolute Mehr im Steinacher Gemeinderat. Insgesamt haben sich elf Kandidatinnen und Kandidaten für die fünf Sitze im Rat beworben.

Gemeindewahlen Steinach

Anzahl Stimmen der Gemeinderatsmitglieder
*
bisher im Amt.
gewählt
Michael Aebisegger, Präsident *
parteilos
983
Cornelia Letti-Künzler, Schulpräsidentin *
CVP
938
Andreas Popp *
CVP
868
Markus Lanter *
FDP
773
Roland Etter *
parteilos
686
Janine Eberle
parteilos
678
Andreas Lutz
parteilos
564
Verfügbare Sitze: 7
Beni Müggler
Grüne
380
Dominik Aliesch
SVP
342
Diego Studerus
FDP
291
Leonarda Wagner
parteilos
190
Eva Schwerzmann Glaus
parteilos
105
Roland Wyler
parteilos
86
Absolutes Mehr
590 Stimmen

Der fünften Sitz ist noch offen. Das beste Resultat erreichte Andreas Lutz (parteilos) mit 564 Stimmen, fürs absolute Mehr reichte es nicht. Er wird am 29. November im zweiten Wahlgang erneut kandidieren. «Ich hätte mir natürlich gewünscht, dass es aufs erste Mal klappt», sagt Lutz. Da er aber als bester Nichtgewählter antritt, hält sich seine Enttäuschung in Grenzen. Er sei nach wie vor motiviert, im Rat mitzuwirken.

Sieht mehrere Gründe für ihre Wahl

Am späteren Nachmittag trifft sich die frisch gewählte Janine Eberle am Steinacher Hafen zum Fotoshooting mit dem Gemeinderat. Mittlerweile habe sie sich das Ergebnis nochmals anschauen und etwas sacken lassen können. Sie habe seither viele Glückwünsche erhalten. Dass sie auf Anhieb das Absolute Mehr erreichte, hätte sie aber nicht gedacht. Eine Wahlfeier habe sie auch nicht geplant. Beim Steinacher Hafen-Treff, wo die CVP ihre Wahlfeier abhält, trifft sie sich deshalb eher spontan zum Anstossen.

«Frauenpower», ruft ihr eine Steinacherin zu und gratuliert. Überrascht aber stolz sind auch die Eltern, die zum Feiern gekommen sind. «Super, wir Obersteinacher sind auch noch da!», sagt eine weitere Gratulantin.
Was zum Erfolg geführt hatte, könne sie nur erahnen. Eberle sagt:

«Es waren sicher mehrere Gründe.»

Dass sie jung und eine Frau sei, habe vielleicht dazu beigetragen. Sicher auch, dass man sie durch den elterlichen Betrieb, der Käserei in Obersteinach, kenne.

Mitbewerber freuen sich für die Gewählte

Einer der ersten Gratulanten war Dominik Aliesch, der für die SVP als Gemeinderat kandidierte. Er erreichte mit 342 Stimmen nur halb so viel wie Eberle. «Ich freue mich für sie», sagt er. Er sei es auch gewesen, der Eberle ermutigt habe, zu kandidieren. Enttäuscht sei er nicht: «Wichtig ist, dass jemand fähiges im Rat ist.» Ob er sich im zweiten Wahlgang ebenfalls nochmals zur Verfügung stellen will, weiss er am Sonntagnachmittag noch nicht. Er wolle erst ein paarmal darüber schlafen und sich dann entscheiden.

Keineswegs als selbstverständlich betrachtet etwa Gemeinderat Roland Etter seine Wiederwahl: «Man weiss nie.» Vor allem wenn man sich auch kritisch äussere. Der seit Anfang Jahr amtierenden Gemeindepräsident Michael Aebisegger freut sich auf weitere vier Jahre. Langweilig werde es ihm dabei nicht: «Es gibt noch viele Projekte abzuschliessen.»

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