Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Vom «Kopfmensch» zum Hypnotiseur: Goldacher hat Moderatorin das Rauchen abgewöhnt

Attilio Muccione hat Moderatorin Monika Fasnacht erfolgreich mit Hypnose therapiert. Dass sie darüber spricht, verhalf ihm zum Erfolg. Heute bietet er in Goldach Hypnosetherapien an.
Ramona Riedener
Attilio Muccione bietet in Goldach Hypnosetherapien an. (Bild: Ralph Ribi)

Attilio Muccione bietet in Goldach Hypnosetherapien an. (Bild: Ralph Ribi)

Sein Blick ist offen und vertrauenswürdig. Nichts ist magisch an seinem Auftreten. Der Behandlungsraum, in dem er Hypnosesitzungen macht, ist behaglich aber ohne Schnörkel eingerichtet. Ebenso gut könnte Attilio Muccione Masseur, Finanzberater oder Zahnarzt sein. Doch der 53-Jährige ist Hypnotiseur.

Geboren und aufgewachsen in Herisau, als Sohn italienischer Einwanderer, begann er seine berufliche Laufbahn mit einer kaufmännischen Grundausbildung, bevor er sich zum eidgenössisch diplomierten Betriebswirtschafter und Personalfachmann weiterbildete. Der Schweiz-Italienische Doppelbürger hat vor rund 13 Jahren seine berufliche Tätigkeit bei der drittgrössten Bankengruppe der Schweiz aufgegeben und nochmals einen Neuanfang gewagt. Muccione sagt über sich:

«Ich bin ein kopflastiger Mensch.»

So fühlte sich der dreifache Vater als Sachbearbeiter und Buchhalter bei der kantonalen Verwaltung ebenso am richtigen Platz, wie später als Personalleiter im kleinen Familienbetrieb, Weltkonzern und in der Schweizer Grossbank. Bis er plötzlich feststellte: «Das ist nicht mehr meine Welt.» Und so fasste er den Entschluss, nochmals neu anzufangen mit der Überzeugung, Menschen mit Hypnose helfen zu können.

Söhne stellten sich als erstes zur Verfügung

In seiner Freizeit hat sich Attilio Muccione bereits vorher mit Hypnose beschäftigt. Er las alles, was er dazu in die Hände bekam, besuchte Seminare und Vorträge. Für erste Hypnoseversuche stellten sich seine beiden Söhne zur Verfügung. Während es mit seinem älteren beim ersten Mal nicht funktionierte, war sein jüngerer Sohn offen und bereit, sich auf das Experiment einzulassen.

«Es braucht eine innere Bereitschaft, sonst funktioniert Hypnose nicht. Deshalb ist es unmöglich, jemanden in Hypnose zu versetzen und Dinge gegen seinen eigenen Willen zu tun. Wer sich bei der Arbeit total auf etwas konzentriert oder in ein Buch vertieft ist, vergisst alles um sich herum. In diesem Zustand befinden sich meine Klienten, wenn ich sie hypnotisiere. Sie sind hell wach, auf sich selber fokussiert und tief entspannt», schildert der Appenzeller mit den italienischen Wurzeln die immer noch mit Mythen behaftete Methode.

Zwei- bis dreistündige Sitzungen

Seine Klienten leiden unter verschiedenen Krankheiten, Angststörungen und Süchten. Viele haben schon allerlei versucht, bevor sie in seine Praxis kommen. Die erste Sitzung dauert zwei bis drei Stunden, in denen sich der Hypnotiseur eingehend mit dem Klienten und seinen Themen beschäftigt.

«Ich gehe nicht auf die Symptome oder Krankheitsbilder ein, sondern befasse mich nur mit dem Menschen und suche nach den Ursachen für seine Probleme. Wenn ich die bewusste oder im Unterbewusstsein verborgene seelische Ursache gefunden habe, werden automatisch auch die Symptome, Süchte oder Ängste verschwinden.» Wissenschaftlich erwiesen sei, dass viele Krankheiten und Schmerzen psychosomatisch gesteuert sind, weiss der Hypnosetherapeut. Meist dauert eine Behandlung eins bis drei Sitzungen. Wenn sich dann noch nichts verbessert hat, ist es möglicherweise die falsche Therapie oder der Betroffene ist noch nicht bereit, sich auf die Behandlung einzulassen.

Hypnose ist Vertrauenssache

Obwohl Attilio Muccione überzeugt war von der Wirksamkeit der Hypnose als Therapie zur Bewältigung von inneren Blockaden, Ängsten oder Suchtverhalten, war es kein einfacher Schritt, seine gesicherte Existenz aufzugeben. «Ich bin ein Kopfmensch, das funktioniert doch nicht», zweifelte er am Anfang. Man könne als Hypnotiseur auch nicht einfach ein Inserat aufgeben und nach Klienten werben. Dies brauche Vertrauen und klappe grösstenteils nur durch Mund zu Mund Werbung, so Muccione. Doch auch das dürfte nicht so einfach gewesen sein, denn wer spricht schon gerne beim Smalltalk über seine Phobien und Suchtprobleme und verrät, wie er sie losgeworden ist?

Die Überzeugung, dass Hypnose eine wert- und wirkungsvolle Therapieform ist und der Wunsch, Betroffenen damit zu helfen, war der Grund, warum er die schwierige Zeit nach seinem Berufswechsel durchgehalten hat. Anfangs hatte er durchschnittlich zwei Behandlungen im Monat. Allmählich aber machte er sich einen Namen.

Monika Fasnacht spricht öffentlich über Hypnose-Erfahrung

Durch eine ihrer Freundinnen wurde Fernsehmoderatorin Monika Fasnacht auf Attilio Muccione aufmerksam. Sie wollte sich das Rauchen abgewöhnen und schaffte es mit ihm als Hypnosetherapeut. Die couragierte Jasserin der Nation war sehr wohl bereit, über ihre persönlichen Probleme und die Erfahrung mit Hypnose zu sprechen, nicht nur im privaten Kreis, sondern auch öffentlich: Zu Gast mit Attilio in der Sendung von Marco Fritsche. Darauf folgte eine Einladung von Moderator Christian Zeugin zur SRF1 Talkshow «Persönlich». Das war für den sympathischen Therapeuten der endgültige Durchbruch.

Heute arbeitet er in seiner Praxis Hypnose World an der Hauptstrasse 6 in Goldach, zusammen mit seinem Team. Neben Einzelsitzungen bieten die Therapeuten auch Seminare, Klangtherapie und Tierkommunikation an und sind am schweizerischen Berufsverband für Hypnosetherapie und der Stiftung Human Raise Foundation angeschlossen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.