Glosse

Hurra, hurra, in Rorschach ist die Fasnacht bald da!

Am 11.11. um 11.11 Uhr ist es wieder soweit: die Fasnachtszeit beginnt. Das ist in Rorschach Tradition.

Ines Biedenkapp
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Die Hagediese Fastnachtsclique am Abend des 13. Februar 1988 im Stadthof. (Bild: Archiv)

Die Hagediese Fastnachtsclique am Abend des 13. Februar 1988 im Stadthof. (Bild: Archiv)

Es lacht und wacht,
und zieht auf Rorschach herab.
Denn um 11 Uhr 11,
wird der Böllerschuss entfacht.

Dann kommen sie raus,
aus ihrem Schneckenhaus.
Die Rede ist, wer weiss es nicht?
Von Röräheizär, Fagero oder dem Cliquengemisch.

Mit Risotto und Würsten,
Kaffee oder Kuchen,
startet noch vor Weihnacht,
die diesjährige Fasnacht.

Der Eine liebt’s,
der Andere hasst’s.
Doch überall, wird dann Musik gemacht.

So ziehen sie los,
mit Posaune und Trompete,
Hörnern oder Konfettirakete.

Es wird viel sinniert,
und den Guggen mit
marschiert.
Die Gesichter möglichst bunt,
wie beim verrückten Hund.

Während die einen lärmen,
versuchen die andern sich aufzuwärmen.
Denn zur Fasnacht
– das ist Pflicht –
ist oftmals schlecht Wetter in Sicht.

Die fünfte Jahreszeit,
so wird Fasnacht ja genannt,
ist für die andern aber viel zu lang.

Sie fragen sich:
Was soll der Lärm?
Das gehört doch nach Luzern!

Doch Rorschach hat,
das zeigte sich,
eine lange Tradition,
mit viel Pfiff.

Seit 1960 sind sie unterwegs,
etwa «d’Bräseler vom Löliplatz», die «Gassenhauer» oder «Putzwiiber vom Chabisplatz».

Dann verbreiten die Jungen,
mit ihren spitzen Zungen
die Dorfskandälchen
aus ihren Kaffeeschälchen.

Und auch die Kinder freut's,
denn am Maskenball dürfen sie sein,
was immer sie woll’n,
ohne dass die Eltern groll’n.

Doch was ist noch da,
von der alten Gard’?
Als es noch Brot und Pfeffer gab.
Denn sehen wir’s doch mal ein,
früher ging es nicht nur um den Reim.

Die Fasnacht war,
die Feier vorm Fasten.
War's im Mittelalter noch streng,
sieht man’s heute nicht mehr ganz so eng.

Damals war man,
wie man ist.
Vom runden Mondgesicht,
bis zum Spitzgesicht.
Eine Verkleidung,
die gab’s noch nicht.

Das Fasten gibt's dafür noch heut,
auch wenn das Naschen kaum mehr reut.

Und wer die Fasnacht noch immer nicht mag,
dem sei gesagt: Hurra, Hurra
– Ostern naht!

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