Hunde beissen in Goldach zwei Katzen tot – Hundehalterin wegen fahrlässiger Tierquälerei schuldig gesprochen

Ein Schäferhund und ein Malinois-Mischling haben vergangenes Jahr in Goldach zwei Katzen getötet und mutmasslich weitere verletzt. Die Gemeinde und das Veterinäramt handeln.

Jolanda Riedener
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Symbolbild: Fotolia

Zwei Hunde verbeissen sich in Goldach in ein Büsi und schleudern es umher. Nachdem die Eigentümerin ihre Katze retten konnte, verblutet sie auf dem Weg zum Tierarzt. Von diesem Vorfall berichtete kürzlich der «Blick».

Die Geschehnisse bestätigt Stefan Siegmann, stellvertretender Kantonstierarzt, auf Anfrage. Es seien keine weiteren Vorfälle mit den betreffenden Hunden oder Hundehalterin bekannt. Auch seien keine Menschen zu Schaden gekommen.

Die Attacke fand am 16. September 2019 statt. Überwachungskameras vor dem Haus der Katzenhalterin haben den Vorfall gefilmt. Sie sagt gegenüber dem «Blick»:

«Ich habe den Kampf mitbekommen, bin sofort raus und habe Bärli ins Auto gepackt. Die Katze ist leider im Auto auf dem Weg zum Tierarzt verblutet.»

Kurz vor dem Angriff auf Katze Bärli haben die Hunde eine weitere Katze totgebissen.

Halter müssen verhindern, dass ihre Hunde andere Tiere töten

«Das bisherige Hundegesetz gibt vor, Hunde so zu halten, dass sie Menschen und Tiere nicht gefährden oder belästigen und fremdes Eigentum nicht beschädigen», schreibt Kantonstierarzt Siegmann auf Anfrage. Auch mit dem per Anfang Jahr in Kraft getretenen neuen Hundegesetz gelten die gleichen Vorgaben.

Es handle sich daher um einen Verstoss gegen das Hundegesetz, wenn eine Hundehalter nicht verhindere, dass seine Hunde Katzen oder andere Tiere angreifen oder gar töten.  In der Erziehung eines Hundes könne das Thema Jagdtrieb selbstverständlich angegangen werden. 

Die Goldacher Hundehalterin ist der mehrfachen fahrlässigen Tierquälerei für schuldig gesprochen worden und muss eine Busse von 500 Franken bezahlen. Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig, schreibt «Blick» weiter.

Hundehalterin muss sich strikt an Leinenpflicht halten

Dominik Gemperli, Gemeindepräsident von Goldach.

Dominik Gemperli, Gemeindepräsident von Goldach.

Bild: Rudolf Hirtl

Die Gemeinde Goldach hat nach Empfehlungen des kantonalen Amtes für Verbraucherschutz und Veterinärwesens entsprechende Massnahmen verfügt, schreibt Gemeindepräsident Dominik Gemperli auf Anfrage. Konkret sind dies eine Ausbruchsicherung und die Haltung der Hunde im Haus oder angeleint im Freien.

Gleichzeitig wurde festgestellt, dass – falls sich die Hundehalterin nicht an die verfügten Massnahmen halte -, auch schärfere Massnahmen wie im Extremfall die Beseitigung des Hundes (gestützt auf Artikel 9 Absatz 3 des kantonalen Hundegesetzes) möglich seien. «Fachexperten haben die Situation vor Ort abgeklärt und die Hunde begutachtet», so Gemperli. Den Auftrag zur Abklärung hat die Gemeinde Goldach erteilt.

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