Hühner, Hasen und die Mondlandung im St.Galler Naturmuseum

Vor 50 Jahren hat Bruno Stanek am Fernsehen der Schweiz die Mondlandung erklärt. Dieses Jahr wird er das im Naturmuseum St. Gallen tun. Auch dem Apfel wird Platz eingeräumt.

Bruno Knellwolf
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Lebendiges im Naturmuseum: An der Oster-Ausstellung werden Hühner, Hasen und Grossinsekten zu sehen sein. (Bild: Anna-Tina Eberhard)

Lebendiges im Naturmuseum: An der Oster-Ausstellung werden Hühner, Hasen und Grossinsekten zu sehen sein. (Bild: Anna-Tina Eberhard)

Das Jahr 2018 hat mit Museumswetter geendet. Über Weihnachten und Neujahr strömten bei düsterem Licht und Regen nochmals viele Besucher ins Naturmuseum St. Gallen, wie Direktor Toni Bürgin an der gestrigen Medienorientierung über das Jahresprogramm 2019 erklärte.

Trotz dem heissen und damit wenig museumsfreundlichen Sommer wurden Ende Jahr schliesslich 54854 Besucher gezählt, darin enthalten 9000 Schüler und 378 Schulklassen. «Es ist erfreulich, dass wir das Jahresziel von 50000 Gästen damit deutlich übertroffen haben», sagt Bürgin.

Eröffnet worden ist im vergangenen Jahr der Museumspark, der von einigen kritisiert worden ist, weil ihnen der Park zu karg oder einige Pflanzen zu exotisch waren. Doch Mager- und Blumenwiesen sowie die geplante Waldvegetation wachsen nicht von einem Tag auf den andern. Bürgin fordert deshalb Geduld und hat zusammen mit dem städtischen Hochbauamt eine Frist bis Frühling 2020 gesetzt, um der Vegetation genug Zeit zu lassen.

In Planung ist zudem ein Faltblatt: Eine Gebrauchsanweisung für den Museumspark, die Erklärungen über Trittsteine, Pflanzen und Sprüche im Park liefern wird. Vorgesehen ist das für den Sommer.

Der erste digitale Museumsguide

Ebenfalls im Sommer soll der erste digitale Museumsguide im Naturmuseum benutzt werden können. Über eine App wird beim Rundgang Wissenswertes zu den verschiedenen Stationen im Museum auf den Bildschirm des eigenen Smartphones geliefert. Oder aber auf spezielle Leihgeräte des Naturmuseums. Zudem ermöglicht die App auch an vier Spieltouren teilzunehmen. Und wer darin das Such-Game mit Erfolg bestreitet, kann sogar einen Preis gewinnen, wie die neue Museumspädagogin Lea Vaser erklärt.

Zur Zeit läuft noch die Sonderausstellung «Grimms Tierleben – Tiere in Märchen und Wissenschaft». Diese wird Ende März von der traditionellen Oster-Ausstellung «Allerlei rund ums Ei» abgelöst. «Und weil die Vogelgrippe noch kein Thema ist, werden wir hoffentlich lebende Tiere zeigen können», sagt Bürgin. Vor zwei Jahren machte die Vogelgrippe den Museumsverantwortlichen einen Strich durch die Rechnung. Diesmal ist mit Hasen, Hühner, Küken und Grossinsekten zu rechnen.

Nach der Eier-Ausstellung wird im Sommer das Wasser zum Thema und zwar seine Funktion als Landschaftsgestalter. Dazu bietet der Geologe und Fotograf Bernhard Edmaier grossformatige Luftbildaufnahmen, welche das vom Wasser gestaltete Antlitz der Erde zeigen. Begleitet wird diese Ausstellung von interaktiven Stationen rund um das flüssige Element.

Grossformatige Luftbilder wie dieses gibt es im Sommer im Naturmuseum zu sehen. (Bild: PD/Bernhard Edmaier)

Grossformatige Luftbilder wie dieses gibt es im Sommer im Naturmuseum zu sehen. (Bild: PD/Bernhard Edmaier)

Der Raumfahrt-Experte aus Kindertagen

Sehr präsent wird auch die erste Mondlandung im Naturmuseum sein. Am 21. Juni sind es genau 50 Jahre her, dass mit Neil Armstrong der erste Mensch einen Fuss auf den Mond gesetzt hat. Verschiedene Vorträge und Ausstellungsobjekte aus der Mondfahrt werden einen Überblick über die sensationelle Eroberung des Erdtrabanten ermöglichen.

An der Gestaltung beteiligt ist der Raumfahrt-Experte Men J. Schmidt von Spacescience Gossau und referieren wird unter anderen Bruno Stanek. Für viele ist dieser Mann eine faszinierende Kindheitserinnerung aus der Zeit, als das Fernsehen noch schwarz-weiss war. Der gebürtige Rorschacher kommentierte damals am Schweizer Fernsehen die Apollo-Flüge der Nasa und war der Mond- und Raumfahrt-Experte schlechthin.

Die Ausstellung Der Apfel – eine ganz besondere Frucht wird im Herbst 2019 eröffnet. (Bild: PD/Silvan Thüring)

Die Ausstellung Der Apfel – eine ganz besondere Frucht wird im Herbst 2019 eröffnet. (Bild: PD/Silvan Thüring)

Nach Mond und Wasser im Sommer folgt im Herbst die Zeit der Ernte. Passend dazu wird dem Apfel eine Sonderausstellung gewidmet. Diese Produktion namens «Der Apfel – eine ganz besondere Frucht» stammt vom Naturmuseum Thurgau und wird bis im Frühling 2020 in St. Gallen zu sehen sein. Zu all dem gibt es verschiedene Rahmenprogramme und verschiedene Höhepunkte wie das Tierfilmfestival im Februar, der internationale Museumstag im Mai und die Museumsnacht im September.