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Die Hotellerie ist in Investitionslaune: Zahl der Hotelbetten in der Stadt St.Gallen steigt stark

Die Zahl der Hotelbetten in der Stadt St.Gallen wird grösser und die Qualität der Hotelzimmer besser. Dies nach Jahren der Stagnation.
Daniel Wirth
Eine Mitarbeiterin richtet ein Zimmer im Hotel Dom her. (Bild: Benjamin Manser)

Eine Mitarbeiterin richtet ein Zimmer im Hotel Dom her. (Bild: Benjamin Manser)

Es gebe zu wenig Hotelbetten in der Stadt. Das ist eine oft gehörte Klage in St.Gallen. Besonders laut wurde sie 2013, als die Stiftung St.Gallen Oncology Conferences (Sonk) bekannt gab, der internationale Brustkrebskongress werde künftig nicht mehr in den Hallen der Olma Messen, sondern in Wien durchgeführt. Der Messe- und Kongressstandort St.Gallen verliere sein «Flaggschiff», sagte Stadtpräsident Thomas Scheitlin dem «St.Galler Tagblatt» damals. Fast gleichzeitig mussten die Olma Messen ihr 45-Millionen-Hotelprojekt «CC6» beerdigen. Das Verwaltungsgericht hatte den Bau eines 50-Meter-Hotelturms auf dem Areal der abgebrannten Halle7 in einem Einspracheverfahren untersagt.

Seither hat sich die Hotellandschaft auf dem Platz St.Gallen stark verändert; sie ist gewachsen. 2014 eröffnete auf der Kreuzbleiche die «Militärkantine» mit 42 Betten. Zwei Jahre später feierte in St.Gallen-Winkeln das Hotel one66 mit 166 Betten Eröffnung. Direktor Jörgen Fritz Kuhn sagt, er sei mit der Auslastung zufrieden. Das Hotel profitiere von der Nähe zum Kybunpark. Wenn im November die Schweizer Fussballnationalmannschaft in der EM-Qualifikation Georgien empfängt, hat Kuhn ein volles Haus. Schon bei Lugano gegen Dynamo Kiew zählte er 40 Übernachtungen von Fussballfans.

Immer mehr Betten

Vor gut einem Monat wurde das traditionsreiche «Walhalla» beim Bahnhof nach einer umfassenden Renovation mit mehr als 200 Betten von der Candrian CateringAG aus Zürich neu eröffnet (siehe Interview).

Nächste Woche informiert die Hotel-Gruppe Sorell über den Stand des Ausbaus des Hotels City Weissenstein; auch dort entstehen 32 Zimmer für maximal 69 Gäste.

Und zu guter Letzt: Beim Bahnhof St.Fiden entsteht seit diesem Sommer ein Ibis-Hotel mit 104 Zimmern für über 200 Gäste. Eröffnung soll bereits im nächsten Jahr sein.

Die Olma Messen ihrerseits planen auf einem Deckel über der Stadtautobahn eine neue grosse Messe- und Kongresshalle. Kostenpunkt: Total rund 160 Millionen Franken, wobei der Kanton und die Stadt einen Teil an die Überdeckung der Autobahn zahlen.

Im Herbst 2020 wird es über 2300 Hotelbetten geben

Dass die St.Galler Hotellerie in Investitionslaune ist, freut den Direktor von St.Gallen-Bodensee-Tourismus. Thomas Kirchhofer sagt, jedes Hotel, das neu gebaut oder saniert und erweitert werde, belebe die Konkurrenz und das sei wichtig für den Kongressstandort. Veranstalter von Kongressen legen gemäss dem Tourismusdirektor Wert darauf, dass die Teilnehmer in wenigen Hotels untergebracht werden können. Deswegen brauche es Hotels von einer gewissen Grösse.

Das «Walhalla» hat die grösste Kapazität auf dem Platz St.Gallen, etwas mehr Betten hat der «Säntispark» in Abtwil. Ab dem Herbst 2020 wird es in St.Gallen und Abtwil insgesamt fünf Hotels mit mehr als 200 Betten geben: «Ibis», «Säntispark», «Walhalla», «Einstein», «Oberwaid». Die Zahl der Hotelbetten steigt damit auf insgesamt 2339 Betten (siehe Infografik). Thomas Kirchhofer ist der Meinung, das genüge. Denn bei der Jahresauslastung der Hotelbetten liege die Stadt St.Gallen im gesamtschweizerischen Ranking mit 49 Prozent weit hinten. Wichtig sei nicht nur die Menge der Hotelzimmer, sondern auch deren Qualität. Doch auch diesbezüglich entwickle sich St.Gallen «hervorragend».

Für Kongresse und Touristen attraktiv bleiben

Der alle zwei Jahre stattfindende internationale Brustkrebskongress mit zwischen 3000 und 4000 Medizinern aus über 100 Ländern wird trotz der steigenden Zahl Hotelbetten nicht mehr von Wien nach St.Gallen zurückkehren, wie Sonk-Geschäftsführerin Agnes Glaus gestern auf Anfrage sagte. Der Anlass sei seit seiner Gründung kontinuierlich gewachsen und für St.Gallen zu gross geworden, sagt Glaus. Wien als Kongressstadt biete ganz andere Möglichkeiten als St.Gallen. Ein Vergleich: Die Hauptstadt Österreichs hat über 66'000 Hotelbetten, rund 30-mal mehr als St.Gallen.

Die Stiftung St.Gallen Oncology Conferences organisiert in St.Gallen aber nach wie vor Seminare und Tagungen mit 100 bis 300 Teilnehmern. Als Beispiel nennt Glaus das interdisziplinäre Prostatakarzinomsymposium, das am 7.November im Pfalzkeller stattfindet. Für Anlässe dieser Grösse sei St.Gallen ein idealer Austragungsort.

Für Tourismusdirektor Kirchhofer sind in St.Gallen mit seinen neuen Hotelbetten auch grössere Kongresse gut durchführbar. Es liessen sich nun aber auch besser Touristen anlocken, die für ein Wochenende in der Stadt blieben.

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