Zu alt, zu klein und viele Kinder: Horn muss seine Kindergärten sanieren oder neu bauen

An den Horner Kindergärten nagt der Zahn der Zeit. Einen Neubau haben die Bürger 2016 zwar abgelehnt. Jetzt drängt aber die Zeit.

Jolanda Riedener
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Der Kindergarten an der Bogenstrasse könnte saniert und erweitert werden oder einem Neubau weichen. (Bild: Sina Walser)

Der Kindergarten an der Bogenstrasse könnte saniert und erweitert werden oder einem Neubau weichen. (Bild: Sina Walser)

An den beiden Kindergärten in Horn nagt der Zahn der Zeit. Kürzlich hat die Schulgemeinde über das weitere Vorgehen informiert und die Bevölkerung zur Diskussion eingeladen. Das Interesse ist gross, vor allem bei jungen Eltern. «Der Sanierungsbedarf ist ausgewiesen, ausserdem haben wir Platzmangel», sagt Schulpräsidentin Margrit Schrepfer. Dem Schulrat war dies bereits vor fünf Jahren klar, weshalb er 2016 mit einem Antrag vor die Bürgerversammlung trat. Mit dem Neubau der Turnhalle hätte nebenan ein neuer Kindergarten an zentraler Lage entstehen sollen. Der Kredit wurde an der Bürgerversammlung aber gestrichen.

Ab 2022/2023 wird nun eine dritte Kindergarteneinheit eingeführt. Der Platz reicht dafür nicht: Heute werden die Kindergärten Bogenstrasse und Himmelrich mit je einer Klasse geführt. Man habe sich auch mit der politischen Gemeinde ausgetauscht und sei zum Schluss gekommen: «Wir wollen die Standortfrage nochmals überdenken», sagt Schrepfer. Deshalb präsentiert der Schulrat mehrere Varianten und will wissen, welche die Hornerinnen und Horner bevorzugen.

Schulweg versus Synergien

Die Kindergärtlerinnen und Kindergärtler sollen künftig entweder in zwei oder aber in drei Gebäuden betreut werden. Als dritter Standort für einen Neubau wird erneut das Land neben der Mehrzweckhalle ins Auge gefasst. Die Pläne dafür existieren bereits. Einen heute bestehenden Kindergartenstandort wolle man hingegen nicht schliessen, denn dies würde zu Unruhe führen, sagt Schulrat Christoph Egli.

Will man an den beiden bestehenden Standorten festhalten, muss der Kindergarten an der Bogenstrasse vergrössert werden: Entweder durch einen Anbau oder durch einen Neubau. Soll es künftig drei Standorte geben, würden die bestehenden Kindergärten saniert und der Neubau bei der Turnhalle realisiert. Die Zwei-Standort-Lösung mit Neubau des Kindergartens an der Bogenstrasse kostet mit 4,05 Millionen Franken und nach Schätzungen des Schulrats gleichviel wie die Drei-Standort-Variante mit Neubau bei der Turnhalle.

Mit der dritten Etappe der Wohnüberbauung Horn West entstehe familienfreundlicher Wohnraum. Dennoch kenne man die Schülerzahlen nur vier Jahre im Voraus. Sollte ein Neubau im Zentrum, also bei der Mehrzweckhalle entstehen, wäre dieser für Kinder aus Horn West besser und vor allem sicherer erreichbar, da weder die Tübacherstrasse noch die Bahnlinie gekreuzt werden müsste. Ein Kindergarten im Zentrum sei auch ein Standortfaktor und würde bestenfalls Familien nach Horn locken. Andererseits habe ein Zwei-Standort-Betrieb pädagogische und organisatorische Vorteile. Am Schluss des Abends konnten die Anwesenden ihren Meinung äussern. Die beliebtere Variante wird schliesslich budgetiert.

Turnhalle Horn: «Ein Jahr des Improvisierens»

HORN. Der Zahn der Zeit nagt an der Horner Turnhalle, das ist offensichtlich. Deshalb soll das 40jährige Gebäude saniert und mit einem Bühnenanbau erweitert werden. Ein Millionenprojekt. Das Interesse an der Informationsveranstaltung am Donnerstagabend war gross.

FDP Horn sagt Ja zu Turnhalle und Kindergarten

HORN. Die FDP Horn hat im Hinblick auf die Abstimmung über den Kredit für die Erweiterung und Sanierung der Turnhalle vom 18. Oktober eine ausserordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Schulrat Christoph Egli erläuterte das Projekt für die Doppelturnhalle und den Neubau eines Kindergartens.