Holz, Metall und Orchideen: Neuer Vortragssaal für den Botanischen Garten

Der Botanische Garten erhält einen neuen Vortragssaal mit Rundum-Verglasung und begrüntem Flachdach. Das Bauprojekt soll demnächst eingereicht werden.

Marion Loher
Merken
Drucken
Teilen
Die Visualisierung machts möglich: Blick ins Innere des neuen Vortragssaals. (Bild: PD)

Die Visualisierung machts möglich: Blick ins Innere des neuen Vortragssaals. (Bild: PD)

Im nächsten Jahr feiert der Botanische Garten sein 75-Jahr-Jubiläum – und das grösste Geschenk macht sich das Geburtstagskind gleich selber: Der Botanische Garten baut einen neuen Vortragssaal. Direkt neben dem Tropenhaus, wo heute die Gewächshäuser stehen, sollen ab Mai 2020 die Referate und Kurse stattfinden.

Der bisherige Raum ist fast vierzigjährig und mittlerweile baufällig und zu klein für die Veranstaltungen. Er wird nach Bezug des Neubaus abgebrochen. Mit der Projektierung des neuen Vortragssaals ist das St. Galler Architekturbüro Tom Munz beauftragt worden. An der Hauptversammlung des Fördervereins Botanischer Garten informierte der Architekt erstmals über die Details des Neubaus.

Fichtenholz aus regionaler Produktion

Geplant ist ein rechteckiger Holzbau mit einer Rundum-Verglasung und einem begrünten Flachdach. Das Gebäude wird eine Gesamtfläche von rund 100 Quadratmetern haben, wovon alleine der Saal 80 Quadratmeter gross ist. Die restlichen 20 Quadratmeter sind für das Foyer und die Aufbewahrung der Stühle vorgesehen. Vor den raumhohen Fenstern sind feuerverzinkte Metallstäbe angebracht und auf dem Dach sollen dereinst Orchideen blühen. «Wir haben uns für Holz entschieden, weil die ersten Treibhäuser im Botanischen Garten ebenfalls aus Holz gebaut waren», sagte Tom Munz. «Diese Tradition wollen wir aufleben lassen.» Für den Neubau soll einheimisches Fichtenholz verwendet werden.

Der neue Vortragssaal kostet 850 000 Franken. Der Förderverein des Botanischen Gartens übernimmt 40 Prozent. Die restlichen 500 000 Franken kommen von der Stadt. Im März vergangenen Jahres hat das Stadtparlament einen entsprechenden Verpflichtungskredit bewilligt.

Im Frühling nun wollen die Verantwortlichen das Bauprojekt einreichen. Im Oktober und November soll mit dem Rückbau der drei Gewächshäuser begonnen werden, damit über den Winter der neue Saal gebaut werden kann. Im Mai 2020 soll er dann bezugsbereit sein – rechtzeitig zu den Jubiläumsfeierlichkeiten.

2283 Samen in die ganze Welt verschickt

An der HV wurde aber nicht nur über den neuen Saal gesprochen. Vereinspräsident Erich Sammet präsentierte den 90 anwesenden Mitgliedern auch ein paar beeindruckende Zahlen aus dem vergangenen Jahr. So nahmen an den 262 einstündigen Führungen 5351 Personen teil. Weiter wurden 2283 Samen an 140 Botanische Gärten weltweit verschickt. «Das zeigt die Vernetzung unseres Gartens», sagte Sammet.

Regelrecht überrannt wurden die Pilzkontrolleure. Sie hatten 429 Kilogramm Pilze zu untersuchen, so viele wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Davon seien 50 Kilogramm ungeniessbar und giftig gewesen. «Bei einigen hätte schon eine geringe Menge tödliche Folgen gehabt», sagte der Vereinspräsident.