Hölzernes Bijou
Die Sauna am St.Galler Frauenweiher ist bereit, muss aber mit der Eröffnung bis nach dem 22. Januar warten

Freudentag mit einem ziemlich grossen Wermutstropfen: Am Freitag haben die Verantwortlichen der Trägergenossenschaft die neue Sauna in der St.Galler Frauenbadhütte vorgestellt. Sie hätte ab Montag Gäste empfangen sollen. Der bundesrätliche Lockdown für Sport- und Freizeitanlagen macht aus diesem Fahrplan Altpapier.

Reto Voneschen
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Im Hauptgebäude der Frauenbadi befindet sich der Empfang, die Garderoben und das Bistro der Sauna. Links davon sind die Saunakabinen, rechts der Ruheraum eingebaut.

Im Hauptgebäude der Frauenbadi befindet sich der Empfang, die Garderoben und das Bistro der Sauna. Links davon sind die Saunakabinen, rechts der Ruheraum eingebaut.

Bild: Reto Voneschen

Nach vier Jahren verhandeln, überzeugen, Geld sammeln, planen und bauen ist es soweit: Die Sauna in der Frauenbadhütte auf Dreilinden über der Stadt St.Gallen ist betriebsbereit. Es sei ein Freudentag, sagte Barbara Ochsner, die Präsidentin der Trägergenossenschaft, am Freitagmittag vor den lokalen Medien. Der ehrenamtliche Einsatz habe sich voll und ganz gelohnt. Die Weiere-Sauna sei ein echtes Bijou geworden. Sie freue sich schon jetzt auf Saunagänge am winterlichen Naturweiher.

Eröffnung mindestens bis Ende Januar verschoben

Bis es soweit ist, dauert es aber mindestens bis 22. Januar. Ursprünglich hätte die Weiere-Sauna am kommenden Montag eröffnet werden sollen. Die Verschärfung der Coronamassnahmen durch den Bundesrat vom Freitag macht dem Plan aber einen dicken Strich durch die Rechnung: Sport- und Freizeitanlagen werden für mindestens einen Monat geschlossen. Womit die Weiere-Sauna vorläufig gar nicht erst öffnet.

Der Rundgang im Video unten zeigt, auf was man sich freuen darf:

Barbara Ochsner zeigte sich am Freitagnachmittag enttäuscht vom verschobenen Start. Aber immerhin: Die Eröffnung der neuen Anlage bleibt möglich. Sie findet wegen der Coronapandemie in kleinem Rahmen statt: Die Mitglieder der Trägergenossenschaft konnten sich für einen Testdurchlauf am Samstag anmelden. Einen solchen haben die Vorstandsmitglieder der Genossenschaft schon hinter sich: Er sei herrlich gewesen, schwärmt Ochsner.

Saunasaison dauert von Oktober bis April

Das Familien- und Frauenbad Dreilinden am Freudenberg über St.Gallen gilt als eines der schönsten Naturbäder der Schweiz. In Umfragen, bei denen die schönsten Badis der Schweiz gesucht werden, landet der Chrüzweier, an dem das Bad liegt, regelmässig auf vordersten Plätzen. Im Winter herrscht am Weiher Ruhe. Die historische Frauenbadhütte und die Gebäude des Familienbads liegen verlassen im Naherholungsgebiet.

Das Herzstück der neuen Sauna: Blick in eine der beiden Saunakabinen.
12 Bilder
Die neue Anlage - im Bild die Eingänge in die Saunakabinen - integriert sich optimal in die historische Frauenbadhütte.
Genossenschaftspräsidentin Barbara Ochsner und Anlagenchef Peter Büchler freuen sich über die Wintersauna auf Dreilinden.
Die Garderobe ist einfach und funktional.
Liebevolles Detail: Eine Trinkstation mit Blume und Fächer.
Bereit für die Saunagäste: Die Sitzbanke vor dem Saunabistro mit Holzbottichen und Tüchern.
Überall in der Anlage der Frauenbadi finden sich Möglichkeiten, sich auszuruhen und die Ruhe des winterlichen Weihers auf sich wirken zu lassen.
Der Ruheraum - ebenfalls ganz aus Holz - bietet Platz für bis zu zehn Liegestühle.
Blick ins Bistro mit der Kasse, dem Buffett und Sitzgelegenheiten für die Gäste.
Im Bistro gibt's neben Getränken und Süssigkeiten auch Snacks oder Suppen.
Entspannen nach dem Saunagang: Die Sitzecke im Bistro mit Blick auf den Chrüzweier.
Rundgang durch die Weiere-Sauna: Genossenschaftspräsidentin Barbara Ochsner gibt dem Ostschweizer Regionalfernsehen TVO Auskunft.

Das Herzstück der neuen Sauna: Blick in eine der beiden Saunakabinen.

Ralph Ribi

Das soll sich mit der Weiere-Sauna ändern. Sie soll einen massvollen Winterbetrieb in die Frauenbadhütte bringen. Die Saunasaison wird künftig von Oktober bis April dauern. In der warmen Jahreszeit wird im Chrüzweier weiterhin geschwommen, wobei den Benutzerinnen der Frauenbadi dank der Sauna neu moderne Garderoben, Duschen und Toiletten zur Verfügung stehen.

Mit der Weiere-Sauna ist ein Bijou entstanden

Die Sauna ist im Normalbetrieb auf drei Dutzend Personen ausgelegt; mit Coronamassnahmen wären es zwanzig Gäste gleichzeitig gewesen. Sie wartet mit zwei Kabinen mit 70 und 90 Grad Celsius Hitze auf. Zum Abkühlen dienen die zwei rund einen Meter tiefen Innenbecken der Frauenbadi; sie sind mit Weiherwasser gefüllt. Dazu kommt ein Ruheraum. Weiter stehen zahlreiche Sitz- und Ruheplätze im Freien zur Verfügung.

Blick in eine der beiden Saunakabinen.

Blick in eine der beiden Saunakabinen.

Bild: Ralph Ribi

Die Anlagen der Weiere-Sauna integrieren sich sehr gut in die historische Frauenbadhütte. Das Architekturbüro Barão-Hutter hat ein kleines Bijou geschaffen. Empfangsraum, Bistro, Garderoben, Saunakabinen und Ruheraum passen sich optisch hervorragend ins alte Holzgebäude ein. Die Anlage ist kompakt, die Betriebsabläufe darin sind logisch. Ein bis zu drei Stunden langer Aufenthalt in der Sauna wird 25 Franken kosten. Dazu angeboten wird ein Set mit Saunatuch und Bademantel für zehn Franken.

Privatinitiative schafft Mehrwert für die Stadt

Stadtrat Markus Buschor.

Stadtrat Markus Buschor.

Bild: Benjamin Manser (25.9.2020)

Nicht nur wegen der baulichen Qualität lobte am Besichtigungstermin für die Medien Stadtrat Markus Buschor die neue Einrichtung. Die Weiere-Sauna sei auch ein weiteres gelungenes Beispiel dafür, wie durch eine private Initiative Mehrwert für die Lebensqualität in der Stadt geschaffen werden könne. Dass das Projekt fürs Gebiet verträglich dimensioniert ist und dass es Räume nutzt, die der Stadt gehören und bisher im Winter unbenutzt waren, ist für Markus Buschor ebenfalls ein Plus.

Ein spezieller Tag war der Freitag auch für Marcel Camiu von der St.Galler Kantonalbank. Mit der Eröffnung der Weiere-Sauna ist nämlich das Programm zum 150-jährigen Bestehen der Bank abgeschlossen: Die Sauna ist eines von 38 Projekten, die 2016 mit finanziellen Beiträgen aus einem Jubiläumsfonds unterstützt worden waren. Es ist das letzte, das eröffnet wird. Die 100'000 Franken, die seinerzeit ans Vorhaben flossen, waren für dieses eine wichtige Anschubfinanzierung: Sie erlaubten die Durchführung eines Architekturwettbewerbs und die Gründung der Trägergenossenschaft.

Blick in den Ruheraum.

Blick in den Ruheraum.

Bild: Reto Voneschen

Rund 1,1 Millionen Franken investiert

Die Initiative für die Weiere-Sauna ging von vier Personen aus dem Frauenschwimmclub St.Gallen und aus St.Georgen aus. An der Genossenschaft Weiere-Sauna sind heute über 200 Personen beteiligt, einige auch mit privaten Darlehen.

Die Stadt unterstützt das Projekt ebenfalls mit einem Darlehen und einem Baubeitrag. Weitere Mittel wurden mit einem Crowdfunding aufgebracht. Investiert wurden rund 1,1 Millionen Franken. Darin enthalten ist das Betriebskapital für die erste Saison.

Neue Genossenschafterinnen und Genossenschafter sind weiterhin willkommen. Mit von der Partie ist man mit einem Anteilschein von 1000 Franken. Informationen zur Weiere-Sauna (und zur Trägergenossenschaft) finden sich im Internet.

Die Sauna passt sich gut in die Frauenbadhütte auf Dreilinden ein. Im Hauptgebäude im Hintergrund ist der Empfangsbereich und das Bistro zu erkennen. Die Saunakabinen befinden sich im Gebäude links davon.

Die Sauna passt sich gut in die Frauenbadhütte auf Dreilinden ein. Im Hauptgebäude im Hintergrund ist der Empfangsbereich und das Bistro zu erkennen. Die Saunakabinen befinden sich im Gebäude links davon.

Bild: Ralph Ribi

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