Hilfe für Tausende Amphibien: Mehrere Massnahmen sollen helfen, die Tiere rund um den Waffenplatz Herisau-Gossau zu schützen

Armasuisse und der Naturschutzverein Gossau setzen sich dafür ein, dass Frösche und Kröten sicher zu ihren Laichplätzen gelangen.

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Erdkröten und Wasserfrösche (hier unten) sind geschützt.

Erdkröten und Wasserfrösche (hier unten) sind geschützt.

Christof Sonderegger

(pd/woo) Der Waffenplatz Herisau-Gossau hat viele Funktionen: Er ist einerseits ein wichtiger Ausbildungsplatz der Armee. Andererseits dient er der Bevölkerung als Naherholungsgebiet sowie Austragungsort für Veranstaltungen. Gleichzeitig bietet er vielfältigen Lebensraum für Flora und Fauna und gilt als Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung.

Bei der Überquerung der Wissholzstrasse haben schon viele Amphibien ihr Leben auf dem Weg zum Retentionsweiher Neuchlen verloren. Deshalb wurde dieses Frühjahr im Auftrag von Armasuisse Immobilien, dem Immobilienkompetenzzentrum des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), erneut ein 280 Meter langer Amphibienzaun installiert. Damit sollen die Amphibien von der Strasse ferngehalten werden, teilt Armasuisse mit.

Ebenfalls im Auftrag von Armasuisse Immobilien trägt derzeit der Naturschutzverein Gossau und Umgebung jeden Morgen die Tiere in Kübeln vom Zaun an den gegenüberliegenden Strassenrand.

An der Wissholzstrasse wurde ein 280 Meter langer Amphibienzaun installiert.

An der Wissholzstrasse wurde ein 280 Meter langer Amphibienzaun installiert.

PD

Gleichzeitig werden gemäss Mitteilung Anzahl und Ort der gefundenen Gras- und Wasserfrösche, Erdkröten sowie Berg-, Teich- und Fadenmolche erfasst. Während der Laichwanderung 2019 sei so 4500 Amphibien über die Strasse geholfen worden, heisst es weiter.

Die erfassten Zahlen dienten als Entscheidungsgrundlage für die Planung einer dauerhaften Querungshilfe im Wissholz ab nächstem Jahr, wie sie im Breitfeld mit dem Amphibienleitwerk seit 2015 bestehe.

Tiere können sich selber aus der Kanalisation befreien

Während sich die Amphibien in Wald und Flur in ihren natürlichen Lebensräumen befinden, gelange ein Teil bei ihrer Laichwanderung beim Sturz in Schächte in die Kanalisation. Deshalb seien im Februar weitere Schächte entlang der Neuchlen- und Wissholzstrasse «amphibientauglich» nachgerüstet worden: Dank eines am Gitterrost befestigten Streifens aus Drainagegeflecht können die Amphibien selbstständig in die Freiheit emporsteigen.

So sollen die Amphibien wieder selber aus der Kanalisation herausklettern können.

So sollen die Amphibien wieder selber aus der Kanalisation herausklettern können.

PD

Schon 2018 wurde der Randstein an der Neuchlenstrasse an einigen Stellen abgeschrägt, damit die Tiere die Strasse besser verlassen können:

Hier wurde der Randstein für die Tiere abgeschrägt.

Hier wurde der Randstein für die Tiere abgeschrägt.

PD

Massnahmen werden regelmässig überprüft

Viele der Amphibienarten sind stark bedroht und geschützt. Auf dem Areal werden seit Jahren Laichgewässer geschaffen. «Dadurch konnten die schweizweit rückläufigen Bestände von Gelbbauchunken, Teich- und Fadenmolchen auf dem Waffenplatz Herisau-Gossau mindestens stabilisiert werden.»

Jährliche Unterhaltsmassnahmen und regelmässige Neuanlagen von Laichgewässern sowie von geeigneten Unterschlüpfen würden vom Waffenplatzkommando und dem Armeelogistikcenter Hinwil unterstützt.

Damit die Wirkung dieser Massnahmen kontrolliert und nötigenfalls auf Misserfolge reagiert werden kann, werden im Auftrag von Armasuisse Immobilien laut Mittelung regelmässig Erhebungen der Amphibienvorkommen und ihrer Lebensräume durchgeführt.