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Heute basteln, morgen bauen: St.Galler Kinder befassen sich in den Sommerferien mit Architektur

Erstmals bietet das Architektur Forum Ostschweiz diese Woche ein Sommercamp für Kinder an. Die Schüler lernen dabei St. Galler Baukultur kennen – und gestalten sogar eigene Modelle.
Luca Ghiselli
Mischen und Malen: Schüler lernen im Architekturforum praxisnah, welche Farbe wie auf einen Raum wirkt (Bild: Benjamin Manser)

Mischen und Malen: Schüler lernen im Architekturforum praxisnah, welche Farbe wie auf einen Raum wirkt (Bild: Benjamin Manser)

Ist die Farbe Gelb heiss? Und Hellblau still? Machen schwarze Wände einen Raum kleiner? Und horizontale Muster Zimmer höher? Diesen Fragen widmen sich über 20 Schulkinder am Dienstagnachmittag in den Räumen des Architektur Forums Ostschweiz im Lagerhaus. Auf dem Programm steht an diesem Nachmittag Farbgestaltung, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 10 bis 15 Jahren beschäftigen sich in dieser Woche aber mit allerlei Themen rund ums Bauen: Städteplanung steht genauso auf dem Programm wie Baurecht und Energie.

Zum ersten Mal veranstaltet das Architektur Forum Ostschweiz ein Sommercamp zur Baukultur. «Wir wollen damit Kinder bereits im jungen Alter für Bauthemen sensibilisieren», sagt Marion Pohlke, Leiterin der Geschäftsstelle des Architektur Forums. Dabei gehe es vor allem auch ums Entdecken, das Sammeln von Erfahrungen und die niederschwellige Vermittlung von Wissen. Geleitet werden die Kurse von Fachleuten aus Stadt und Region. Dabei wechseln sich die Vermittlung von Theorie und das Ausprobieren ab. Die Kinder besichtigen Baustellen wie die Villa Jacob, zeichnen Häuser und bauen Modelle.

Mit genauem Plan zur Farbe greifen

Bei Farbgestalterin Bettina Graf lernen die Schüler, welche Farben wie wirken. Zunächst teilen sie Farbtöne verschiedene Adjektive zu, danach gibt’s die Einschätzung der Fachfrau. «Schwarz wird oft negativ eingeschätzt und mit Tod, Pech und Pest verbunden», sagt sie. Ein Mädchen streckt auf und erwidert: «Aber Schwarz kann auch eine Glücksfarbe sein – wegen des Kaminfegers.» Danach gestalten die Kinder selbst mit verschiedenen Farben und Muster eine Kartonschachtel, die einen Raum darstellt. Viele greifen mit einem konkreten Plan zur Farbe, mischen, malen und fragen Bettina Graf nach ihrer Einschätzung. Am Schluss stehen über 20 Kartonschachteln da, wie sie verschiedener nicht sein könnten. Mit Streifenmuster oder diagonalen Strichen, hell und dunkel – alles hat seine eigene Wirkung, so die Lektion.

Die Kinder bemalen eine Kartonschachtel, als wäre es ein Raum in einem Haus.

Die Kinder bemalen eine Kartonschachtel, als wäre es ein Raum in einem Haus.

«Die Kinder sind extrem interessiert und machen sehr gut mit», sagt Graf. Und Farben seien auch ein dankbares Thema, denn dazu habe jedes Kind eine Meinung, eine eigene Erfahrung einzubringen. Dem pflichtet Marion Pohlke bei: «Viele Kinder haben bereits gesagt, dass sie einmal etwas mit Bauen werden wollen.» Das heisse, die Schüler seien schon mit einem grossen Grundinteresse in die Projektwoche gekommen.

Die freischaffende Denkmalpflegerin und Bauhistorikerin Sabine Brinitzer verantwortet das Sommercamp des Architektur Forums. Die Schaffhauserin sagt: «Es geht uns darum, auch die Beobachtungsgabe zu fördern.» Welche verschiedene Häuser gibt es? Und worin unterscheiden sie sich? Was gefällt, was weniger? Dass sich die Projektwoche auch schwerfälligen Themen wie dem Baurecht annimmt, habe einen guten Grund. «Wir versuchen, das niederschwellig zu machen.» So wurden den Kindern einfache Regeln vermittelt, die sie dann in einem Modell selbst angewandt haben.

Konzentriert machen sich die Kinder an die Arbeit.

Konzentriert machen sich die Kinder an die Arbeit.

Eine Vernissage zum Abschluss

Am Ende des Sommercamps präsentieren die Kinder an einer Vernissage die Arbeiten dann der Öffentlichkeit. Sie findet morgen Freitag, 16 Uhr, im Architektur Forum an der Davidstrasse 40 im Lagerhaus statt. Parallel zur Projektwoche in St. Gallen findet auch ein Sommercamp in Wil statt, kommende Woche startet das Camp in Altstätten.

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