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Neue Leiterin für die Ostschweizer Tafel: Die Helferin ohne Helfersyndrom geht

Die Schweizer Tafel sammelt bei Händlern und Produzenten unverkäufliche Lebensmittel ein und gibt sie an soziale Institutionen weiter. Susanne Lendenmann hat die regionale «Filiale» der Organisation aufgebaut. Jetzt orientiert sie sich neu.
Marco Cappellari
Susanne Lendenmann (links) hat während eines Jahrzehntes die Ostschweizer Sektion der Schweizer Tafel in St. Gallen aufgebaut und geleitet. Das Erbe übernimmt Nachfolgerin Silja Lüchinger. (Bild: Michel Canonica)

Susanne Lendenmann (links) hat während eines Jahrzehntes die Ostschweizer Sektion der Schweizer Tafel in St. Gallen aufgebaut und geleitet. Das Erbe übernimmt Nachfolgerin Silja Lüchinger. (Bild: Michel Canonica)

Nach elf Jahren als Leiterin Region Ostschweiz der Schweizer Tafel hat Susanne Lendenmann die Führung an ihre Nachfolgerin übergeben. Vor der Ära Lendenmann gab es die Schweizer Tafel in der Ostschweiz gar nicht. Die Organisation, die unverkäufliche Lebensmittel bei Grossverteilern und Produzenten abholt und gratis an soziale Institutionen verteilt, wurde von Susanne Lendenmann nach St. Gallen gebracht. Seit 2007 betätigt sich die Tafel nun auch in der Region in der Linderung von Armut. Das sei die Kernaufgabe der Tafel. «Dass so gleichzeitig die Lebensmittelverschwendung bekämpft wird, ist ein Nebeneffekt, aber ein wichtiger», sagt Lendenmann.

Das Vorbild der Eltern war prägend

«Eine soziale Ader hatte ich schon immer», sagt die scheidende Leiterin der Ostschweizer Tafel. «Ich verstand meine Arbeit aber nie als Aufopferung für andere. Ein Helfersyndrom habe ich nicht.» Durch ihre Arbeit habe sie stets mindestens so viel zurückbekommen, wie sie gegeben ha­be. Die Arbeit von Susanne Lendenmann und ihrem Team hat vielen Menschen geholfen. Lendenmanns Eltern waren wohl massgeblich daran beteiligt, dass sie zu der Person wurde, die sie heute ist. Auch ihre drei Geschwister engagieren sich für Mitmenschen. Ihre älteste Schwester war etwa jahrelang in der Pfarreiarbeit tätig.

Geboren und aufgewachsen ist Susanne Lendenmann in St. Georgen. Nach der Schule absolvierte sie die kaufmännische Lehre bei der «Landi» in Gossau, bevor es sie nach Thun in die Hotelfachschule verschlagen hat. Bei ihrer nächsten Station, bei einem Airline-Caterer in Bassersdorf, sah sie zum ersten Mal mit eigenen Augen, wie viele Lebensmittel täglich weggeworfen werden. So kam es, dass sie – mittlerweile wieder in St. Gallen wohnhaft – sich in den 2000er-Jahren daran machte, ein eigenes Konzept für eine Lebensmittel-Umverteilungsorganisation zusammenzustellen. Dazu reiste sie auch nach Deutschland, um von der dortigen Tafel zu lernen. Mit dem Aufkommen von «Tischlein deck dich» und der Schweizer Tafel, hatte sich ihr eigenes Projekt allerdings erledigt und Susanne Lendenmann nahm Kontakt mit der Tafel auf. Der Rest ist Geschichte. Elf Jahre später sei es nun aber eindeutig Zeit für etwas Neues.

Ihr neues Projekt ist bereits in der Planung. Susanne Lendenmann möchte zusammen mit ihrem Ehemann eine Tagesbetreuung für ältere Menschen aufbauen. «Häufig kümmert sich die Familie um ältere Menschen, die Unterstützung benötigen. Bis das irgendwann nicht mehr zu stemmen ist und die alten Leute ins Heim gebracht werden müssen», sagt Lendenmann. Wenn man den Betagten einen Ort biete, wo sie in Gesellschaft den Tag verbringen könnten, profitierten diese von der sozialen Interaktion, und die Angehörigen würden entlastet. «So profitieren unter dem Strich alle.» Das Ganze soll durch einen öffentlichen Gastrobetrieb ergänzt und quersubventioniert werden. Eine passende Liegenschaft fürs Projekt ist noch nicht gefunden. Und nach dem Stress der vergangenen Monate geht es für Susanne Lendenmann und ihren Mann jetzt zuerst einmal in die Ferien.

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