Heini Stricker will die Bauern im Mörschwiler Gemeinderat vertreten

Für Heini Stricker sind es nicht zuletzt die Bauern, die Mörschwil zu einer attraktiven Wohngemeinde machen. Damit es so bleibt, will er am 27. September in den Gemeinderat gewählt werden. Die Zeit für das Amt zu finden, ist für ihn eine reine Organisationsfrage.

Johannes Wey
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Heini Stricker bei seinen Kühen, die er auch gerne an der Viehschau präsentiert.

Heini Stricker bei seinen Kühen, die er auch gerne an der Viehschau präsentiert.

Johannes Wey (11. August 2020)

Wenn es um Mörschwil geht, denken viele an die Seesicht und den Steuerfuss. Doch Mörschwil ist auch das Bauerndorf geblieben, das es schon immer war: Drei Dutzend Betriebe in der Land- und Forstwirtschaft zählte die kantonale Statistik 2017.

Die Landwirtschaft soll darum auch weiterhin im Gemeinderat vertreten sein, findet Heini Stricker, 52, Bauer und Kandidat der FDP. Sie habe nicht nur eine wirtschaftliche Bedeutung:

«Die Landwirtschaft macht das Dorf lebenswert.»

Grünflächen, Obstbäume und Kühe seien Standortfaktoren wie der Steuerfuss auch.

Viele Häuser grenzen direkt ans Landwirtschaftsland.

Viele Häuser grenzen direkt ans Landwirtschaftsland.

Benjamin Manser (6. April 2019)

Der Bauer bringt den Bauern ins Spiel

Die Landwirtschaft biete aber auch Reibungsfläche zu den übrigen Dorfbewohnern. Stricker spricht die Trinkwasserinitiative an oder das «Bschötte» an Samstagen.

Der parteilose Martin Wirth, um dessen Nachfolge im September ein Dreikampf stattfindet, habe die Landwirtschaft immer gut vertreten im Gemeinderat. Das sei auch der Grund, weshalb er bislang nie kandidiert habe, sagt Stricker. Nun habe ihn Wirth selber auf eine Kandidatur angesprochen. Wenn es im neu zusammengesetzten Gemeinderat so etwas wie ein Ressort Landwirtschaft gäbe, dann wäre dieses seine Wahl, sagt Stricker.

Ökologie an den Rändern

Stricker betreibt hauptsächlich Milchwirtschaft und zwar intensiv, wie er betont. «Aber ich bin stolz darauf, dass wir schon seit zwölf Jahren ein funktionierendes Vernetzungsprojekt haben» – selbst wenn es «nicht gerade seine Erfindung» sei. Vernetzungsprojekte sollen zusammenhängende Lebensräume für bedrohte Tierarten schaffen. So sei der Neuntöter, den Birdlife zum Vogel des Jahres erkoren hat, hier wieder vermehrt anzutreffen und Rotwild häufiger als früher zu sehen.

In der Medienmitteilung zu seiner Kandidatur verbreitete die FDP auch eine Prioritätenliste Strickers. An erster Stelle steht da der «umweltbewusste Umgang mit der Ressource Boden» und die Pflege der Vernetzungsfläche zugunsten der Biodiversität. Das sei aber nicht alleine Sache der Bauern:

«Viele Grundstücke der Gemeinde sind geteert. Und wieso sollen nicht auch Einfamilienhausbesitzer eine Blumenwiese anlegen?»

Gegen weitere Einzonungen wolle er sich wehren, erst sollen unternutzte Flächen entwickelt werden. «Ich kann mich noch erinnern, dass Mörschwil vor 45 Jahren ganz anders ausgesehen hat. Es soll nicht plötzlich eine Stadt werden.» Darum sei die Dorfkernüberbauung, für welche derzeit eine Projektidee ausgestellt wird, «eine super Sache».

Die Vereine unterstützen

Was er an seiner Gemeinde besonders schätzt, ist das funktionierende Vereinsleben. «Wenn ein Fest stattfindet, dann kommen die Leute, auch die Zugezogenen.» Den Vereinen gelinge es noch immer, Junge für Freiwilligenarbeit zu begeistern.

Diese gehört auch für Stricker «einfach dazu». Er war Vizekommandant der Feuerwehr und Jugileiter. Heute organisiert der Vater dreier erwachsener Töchter als OK-Präsident jedes Jahr die Viehschau, gleich neben seiner Scheune auf dem Hof Paradis. Die Viehzucht ist eine weitere grosse Leidenschaft, er ist auch auf kantonaler und nationaler Ebene als Experte unterwegs.

Die Mörschwiler Viehschau findet jedes Jahr auf Strickers Land statt.

Die Mörschwiler Viehschau findet jedes Jahr auf Strickers Land statt.

Benjamin Manser (24. September 2016)

Darum ist für ihn klar, dass man als Gemeinde die Vereine unterstützen muss, wo immer möglich.

Nicht nur liberal

Dasselbe gelte für das heimische Gewerbe, denn es sei wichtig, die Arbeitsplätze im Dorf zu erhalten. Und auch die Gemeinde als Arbeitgeberin solle Stellen wo immer möglich mit Mörschwilern besetzen.

Dass er damit als FDP-Kandidat nicht gerade wirtschaftsliberale Positionen vertritt, stört Stricker nicht. «Ich bin kein Parteisoldat. Ich bin nicht mit allen Positionen der FDP einverstanden, aber sie liegt mir am nächsten.»

Die Partei ist bei Strickers eine Familienangelegenheit, seine Eltern seien Mitglied gewesen und seine Frau Esther sass für die FDP in der Schul-GPK

Ferien sind eine Organisationsfrage

Nebst dem Hof leitet Stricker auch ein Unternehmen für die Gartenpflege. Die Zeit für das Mandat im Gemeinderat könnte er sich als Selbständiger trotzdem nehmen:

«Geht nicht, gibt's nicht. Alles ist eine Organisationsfrage.»

So lasse es sich seine Familie auch nicht nehmen, jedes Jahr in die Ferien zu verreisen. «Das richten wir uns einfach ein.»