Hautinfektionen am St.Galler Schulhaus Engelwies: MRSA-Bakterium bei drei Personen nachgewiesen

Seit mehreren Monaten sind an der Engelwies in St.Gallen wiederholt Hautinfektionen mit antibiotikaresistenten Keimen bei Schülern und Lehrern aufgetreten. Insgesamt 500 Personen wurden einem Untersuch unterzogen – bei dreien von ihnen wurde eine MRSA-Infektion festgestellt.

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In der Engelwies ist Hygiene seit einigen Monaten ein speziell wichtiges Thema.

In der Engelwies ist Hygiene seit einigen Monaten ein speziell wichtiges Thema.

Bild: Ralph Ribi

(pd/red.) Seit Monaten kämpft das St.Galler Schulhaus Engelwies mit dem MRSA-Bakterium. Meist treten im Kontakt mit MRSA-Bakterien keine Infektionen auf. Im schlimmsten Fall kann deren Ausbreitung aber zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen, beispielsweise einer Lungenentzündung, führen.

Vor diesem Hintergrund haben der Kanton und die Stadt St.Gallen zwischen dem 25. und dem 27. November vergangenen Jahres eine Reihenuntersuchung durchgeführt.

Bei der Untersuchung aller 500 Schulkinder und Mitarbeitenden der beiden Engelwies-Schulhäuser fand der Schulärztliche Dienst der Stadt St.Gallen unter der Leitung der Kantonsärztin bei 17 Personen (3,4%) Hinweise auf eine Infektion der Haut (Pustel, Furunkel). Bei dreien von ihnen wurde gemäss einer Mitteilung der Staatskanzlei das MRSA-Bakterium nachgewiesen. Bei weiteren 112 zufällig ausgewählten Personen wurde ein Hautabstrich gemacht. Sechs Personen (rund 5%) waren mit MRSA besiedelt oder hatten eine Hautinfektion.

Mit Antibiotika therapiert

Die Befragung nach Risikofaktoren ergab gemäss der Mitteilung keine Hinweise für eine mögliche Quelle der Übertragungen. Die Spitalhygiene des Kantonsspitals St.Gallen und des Ostschweizer Kinderspitals veranlasste, dass alle Personen mit einer Hautinfektion umgehend behandelt wurden. Personen, die nur mit MRSA besiedelt waren, wurden mit ausgewählten Antibiotika therapiert.

Seit vergangenem November wurden keine weiteren Infektionen in den beiden Schulhäusern Engelwies gemeldet, wie es im Communiqué weiter heisst.

Wie es in der Engelwies weitergeht

Damit neue Übertragungen verhindert werden, ist es wichtig, Infektionen bei Kindern möglichst schnell zu erkennen und korrekt zu behandeln, wie die Staatskanzlei weiter schreibt. Alle Eltern wurden daher per Brief aufgefordert, die entsprechenden Haus- oder Kinderärzte aufzusuchen, wenn die Haut des Kindes Veränderungen (Rötung, Eiter, Pusteln) zeigt. Die Ärzteschaft der Stadt St.Gallen wurde über die MRSA-Problematik informiert und gebeten, weiterhin nach MRSA zu suchen und allfällige positive Resultate dem schulärztlichen Dienst der Stadt St.Gallen zu melden.

«Unabhängig davon, ob eine Besiedelung vorliegt, können Kinder den Schulunterricht und die weiteren Aktivitäten der Schule besuchen», teilt die Staatskanzlei weiter mit. Bei einer aktiven Infektion und einer Therapie sei der Schulbesuch weiterhin möglich, solange die Wunde abgedeckt sei.

Konsequente Handhygiene als einfache Massnahme

Die MRSA-Infektionen in den Schulhäusern Engelwies zeigen gemäss der Staatskanzlei, dass sich Bakterien immer dann ungehindert entwickeln können, wo viele Menschen relativ engen Kontakt haben. Die Verantwortlichen halten weiter fest:

«Das zeigt, wie wichtig es ist, Hygienemassnahmen in den Schulen konsequent durchzuführen, insbesondere bei der Handhygiene.»

Hygienemassnahmen sind grundsätzlich sinnvoll, da damit neben den MRSA auch viele andere Krankheitserreger an der Verbreitung gehindert werden (so etwa die Grippe). Sie trügen dazu bei, dass weniger Antibiotika eingesetzt werden müssten.

«Im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen sind Hygienemassnahmen ein wichtiger Pfeiler. Das Bundesamt für Gesundheit führt aktuell im Rahmen der nationalen Strategie gegen Antibiotikaresistenzen eine breite Sensibilisierungskampagne durch», hält die St.Galler Staatskanzlei abschliessend fest.