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Wittenbach will nicht weiter verdichten und bevorzugt Einfamilienhäuser

Die Pläne für die dritte Etappe im Wittenbacher Quartier Betten Süd liegen seit Jahren bereit. Weitergebaut wurde bis heute nicht. Ob das Projekt überhaupt noch den Vorschriften entspricht, ist unklar.
Perrine Woodtli
Zwischen dem Wohnquartier und dem Bahngleis sollen weitere Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser entstehen. (Bild: Urs Bucher)

Zwischen dem Wohnquartier und dem Bahngleis sollen weitere Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser entstehen. (Bild: Urs Bucher)

Zwischen dem Quartier Betten Süd und dem östlich gelegenen Bahngleis klafft eine grosse, grüne Fläche. Dort sollten schon längst Häuser stehen. Auf der Wiese soll die dritte Bauetappe der Überbauung Betten Süd realisiert werden. Geplant sind 24 Einfamilienhäuser und zwei Mehrfamilienhäuser mit rund 25 Eigentumswohnungen. Der Teilzonen- und Überbauungsplan Betten Süd ist ab Montag bis zum 11. Januar dem fakultativen Referendum unterstellt.

Die Pläne für die dritte Etappe des Wittenbacher Quartiers liegen seit Jahren bereit. 2011 hat die Fortimo AG die Planungsgrundlage erstellt, die durch den Kanton vorgeprüft wurde. Das Projekt verzögerte sich aber, unter anderem wegen eines Wasserproblems. Die Keller einzelner Häuser der ersten und zweiten Bauetappe standen immer wieder unter Wasser. Die Einzonung des Baulands für die dritte Etappe wurde auf Eis gelegt. Schliesslich wurde die Kapazität der Kanalisation erhöht. Ein weiterer Grund für die Verzögerung war das neue Raumplanungsgesetz, das in der Zwischenzeit erlassen wurde. Der Kanton St.Gallen musste seine Richtplanung überarbeiten. Bis diese rechtskräftig war, durften keine zusätzlichen Flächen eingezont werden. Fortimo stoppte 2014 die Vermarktung der Parzellen. Alle Reservationen wurden aufgehoben.

Gemeinderat bereinigte Einsprachen

Im Sommer 2017 lag der Teilzonen- und Überbauungsplan schliesslich öffentlich auf. Drei Einsprachen gingen ein. Zwei wurden zurückgezogen, die andere konnte der Gemeinderat bereinigen. Gegenstand der Einsprache waren mehrere Punkte, unter anderem das Entwässerungsproblem, sagt Gemeindepräsident Fredi Widmer.

«Die Entwässerung für die dritte Etappe wurde mit einem Ingenieurbüro überarbeitet und das Entwässerungskonzept angepasst.»

Weiter ging es um die Gebäudebezugshöhe, sprich darum, wie hoch das Erdgeschoss zu stehen kommt. «Der Einsprecher war der Meinung, dass die Häuser zu hoch sind.» Da diese den zulässigen Gebäudehöhen entsprechen, erledigte sich die Beschwerde. Der Bürger war zudem besorgt, dass es zu erhöhtem Verkehrsaufkommen durch das Quartier wegen der dritten Etappe kommt. Der Gemeinderat lehnte die Einsprache ab mit der Begründung, dass von der Wohnzone wie vorgeschrieben rund 300 Meter entfernt eine ÖV-Haltestelle liegt.

Baulandflächen haushälterisch nutzen

24 Einfamilienhäuser, zwei Mehrfamilienhäuser: Verdichtetes Bauen sieht anders aus. Wittenbach zählt im Richtplan zum «urbanen Verdichtungsraum», wo ein Grossteil des kantonsweiten Bevölkerungswachstums stattfinden soll. Das Gebiet verfügt gemäss Kanton über bedeutendes Verdichtungspotenzial. Für Fredi Widmer sind die Einfamilienhäuser dennoch sinnvoll. «Wohneigentum, ob Häuser oder Wohnungen, ist in Wittenbach rar.» Das kantonale Amt für Raumentwicklung erwarte von Wittenbach 57 Einwohner pro Hektare. Die Gemeindedichte betrage derzeit 66 Einwohner pro Hektare.

«Wir haben die Erwartungen bereits erfüllt.»

Etwas kritischer sieht das Bruno Thürlemann, Leiter Ortsplanung beim kantonalen Amt für Raumentwicklung und Geoinformation. «Der Druck, vorhandene Baulandflächen haushälterisch zu nutzen, ist gross», sagt er. «Neues Bauland für Einfamilienhäuser kann in der Regel nicht mehr eingezont werden.» In den vergangenen Jahren haben sich die Grundlagen mit dem revidierten Raumplanungsgesetz 2014, dem kantonalen Baugesetz sowie der Genehmigung des kantonalen Richtplans 2017 stark geändert.

«Wir werden im Genehmigungsverfahren genau prüfen, ob das Projekt diesen Vorschriften noch entspricht.»

Die Pläne liegen ab Montag in der Ratskanzlei auf. Für das fakultative Referendum sind 400 Unterschriften nötig. Läuft die Frist ungenutzt ab, wird die Landwirtschaftszone in die Wohnzone umgezont. Danach startet das Baubewilligungsverfahren. Ergreifen die Wittenbacher das Referendum nicht, ist also noch offen, ob auf der Wiese dereinst Einfamilienhäuser stehen.

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