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Schiffslärm: Häufiges Hornen am Rorschacher Hafen

Ein Mann hat mehrere Zürcher Schiffskapitäne verklagt, weil diese grundlos Hornsignale abgegeben haben sollen. Auch am Bodensee wird fleissig gehupt, zum Beispiel in Rorschach.
Martin Rechsteiner
Ein Kursschiff am Rorschacher Hafen. Hier benutzen die Kapitäne das Signalhornb besonders oft. (Bild: Rudolf Hirtl)

Ein Kursschiff am Rorschacher Hafen. Hier benutzen die Kapitäne das Signalhornb besonders oft. (Bild: Rudolf Hirtl)

Am Zürichsee gab es Anfang Oktober Zoff. Ein Anwohner des Seeufers, der sich an den Hornsignalen der Schiffe störte, hatte Anzeige gegen Schiffskapitäne erstattet. Er warf ihnen vor, das Signal zu missbrauchen. Es darf nur zur Vermeidung von Zusammenstössen mit anderen Schiffen oder Schwimmern verwendet werden.

Auch auf dem Bodensee geben die Kursschiffe ab und zu Hornsignale ab. Erich Hefti, Oberkapitän der Schweizerischen Bodensee Schifffahrt (SBS), sagt: «Probleme wie am Zürichsee sind mir zum Glück keine bekannt.» Er räumt jedoch ein: «In gewissen Häfen am Bodensee wird oft und fleissig gehupt.» Rorschach sei so ein Ort. Denn gerade im Bereich des Hafenkopfs sei die Situation manchmal unübersichtlich. «Die Mietboote im Sommer sind für uns Kapitäne manchmal nicht gut sichtbar und tauchen plötzlich beim Kornhaus auf.» Dann setzte das Kursschiff ein Signal ab, um Kollisionen zu vermeiden.

Kapitän ist schuld, wenn er nicht hupt

In der Schifffahrts-Ordnung gebe es eine Kann-Formulierung, sagt Hefti. Also im Sinne von: Das Kursschiff kann hornen, um eine Gefahrensituation zu entschärfen. «Kommt es zu einer Kollision, wird aber immer erst abgeklärt, ob der Kapitän ein Warnsignal abgegeben hat. War dies nicht der Fall, trägt er die Schuld.» So horne man lieber einmal zu viel als zu wenig.

«Wir dürfen also unsere Sorgfaltspflicht nicht verletzen, lassen aber gesunden Menschenverstand walten», sagt Hefti. Sei sich ein Kapitän sicher, dass keine Gefahr bestehe, gebe er kein Signal. «Es ist klar, wir hornen nicht einfach ins Blaue hinaus.»

Der Zürich- und der Bodensee seien in dieser Situation auch nicht vergleichbar, sagt Hefti. «Die Zürcher Seeufer sind viel dichter besiedelt als unsere.» Deshalb sei es wahrscheinlicher, dass es dort Konflikte wegen der Hornsignale geben könne. Der Oberkapitän will sich aber daran erinnern, auch am Bodensee einmal die Anweisung bekommen zu haben, so wenig wie möglich zu hornen. «Das war in Meersburg. Ist aber schon ein paar Jahre her.»

"Signal dient der Sicherheit"

Josef Siebler, Sprecher der deutschen Bodensee Schiffsbetriebe (BSB), sagt zur Situation auf dem Zürichsee: «Wir kennen keine solchen Vorfälle. Probleme wegen Hornsignalen hatten wir noch nie.» Auch er findet: Dass die Schiffe manchmal in Ufernähe hornen, sei gängige Praxis. «Das Signal wird bei Manövern verwendet, um die Sicherheit zu gewährleisten», sagt er.

Das hat offenbar auch der Zürcher-See-Anwohner eingesehen. Gemäss «Zürichsee Zeitung» hat er seine Anzeigen in der vergangenen Woche zurückgezogen.

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