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Hart spielen, härter feiern: Am Wochenende wird das internationale Rugbyturnier Bishopscup zum 25. Mal ausgetragen

Aufgrund einer Terminkollision ist die Teilnehmerzahl an der Jubiläumsausgabe geringer als in den vergangenen Jahren. Trotzdem freuen sich die Organisatoren auf das Wochenende. Das Turnier auf dem Gründenmoos ist auch ein Fest der Trinkkulturen.
David Grob
Fokussiert im Training des Rugbyclub St Gallen: Am Bishopscup nehmen Frauen- und Männerteams teil. (Bild: Michel Canonica, 13. Juni 2019)

Fokussiert im Training des Rugbyclub St Gallen: Am Bishopscup nehmen Frauen- und Männerteams teil. (Bild: Michel Canonica, 13. Juni 2019)

Seit 25 Jahren krachen im Frühsommer auf dem Gründenmoos wuchtige Männer- und Frauenkörper gegeneinander, fallen zu Boden und kämpfen um ein ledernes Ei. So auch dieses Wochenende, wenn der Bishopscup zum 25. Mal über die Bühne geht. Als das «wahrscheinlich grösste internationale Rugbyturnier der Schweiz» bezeichnet der Rugbyclub St. Gallen seinen dreitägigen Anlass mit einem Augenzwinkern – jedenfalls sei dies einmal so gewesen. Rund 30 Teams aus ganz Europa und über 500 Rugbyspielerinnen und -spieler haben vor drei Jahren am Turnier teilgenommen.

Das Turnier 2016 im Video

An der Jubiläumsausgabe von diesem Wochenende erreichen die Organisatoren die Rekordwerte von 2016 aber nicht mehr: acht Herren- und fünf Damen-Teams nehmen am Turnier teil. Zu ungünstig liegt der Termin für einige der interessierten Mannschaften. Am gleichen Wochenende finden die Finalspiele der Schweizer Damen- und Herrenligen statt. Der Schweizer Rugbyverband hat diese Finalspiele genau auf das Datum des Bishopcups gelegt – und Ausweichdaten gab es aufgrund des CSIO St. Gallen und eines Grümpelturniers des FC Winkeln keine. Unglücklich nennt Medienchef Dominik Chiavi die Terminkollision.

Trotzdem ist das Turnier auch dieses Jahr international besetzt: «Es nehmen Teams aus Tschechien, Frankreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz teil.»

«Eine Mischung aus gutem Sport und Feiern»

Dass sich die Veranstalter selber nicht bierernst nehmen, beweist die Medienmitteilung, mit der sie auf ihr Jubiläum hinweisen: «Wir kennen die meisten Regeln, wir leben die Rugbykultur und wir haben Bier.» Rugbykultur? «Eine Mischung aus gutem Sport und Feiern», sagt Chiavi. Denn so ernst die teilnehmenden Mannschaften die tagsüber stattfindenden Spiele auch nehmen, so wichtig sei auch das Abendprogramm. Es ist auch ein Austausch zwischen den Kulturen und Trinkkulturen: Unterschiedliche Länder, unterschiedliche Trinkspiele. Oder in Chiavis Worten:

«Es wird viel Bier konsumiert.»

Essenzieller Bestandteil der Rugby-Kultur ist auch der Fairness-Gedanke. Obschon ein sehr körperbetontes Spiel – Chiavi spricht scherzhaft von «einem kollektiven Kampfsport» –, kommt es im Rugby kaum zu Rudelbildungen oder unfairen Aktionen. Und nach dem Abpfiff ist das Spiel abgehakt: «Man hockt zusammen und trinkt ein Bier», sagt Chiavi.

Im Gegensatz zum Extremfall Fussball ist die Autorität des Schiedsrichters unangetastet. Einzig der Captain darf mit ihm sprechen.

«Würde ich als normaler Feldspieler reklamieren, bekäme ich sofort eine Verwarnung.»

Die Organisatoren setzen auf «professionelle Schiedsrichter auf höchstem Level», die sie eigens fürs Turnier aus England einfliegen lassen. Flug und Unterkunft übernimmt der Verein.

Eine Heimat für Expats und Schweizer

International ist das Teilnehmerfeld, international ist auch der Rugbyclub St. Gallen: 1990 von Austauschstudenten an der HSG gegründet, bildet der Verein auch eine Heimat für Expats aus diversen Ländern. Aus Südafrika, Spanien, Frankreich, Neuseeland oder der Schweiz stammen die Spieler. «Früher waren wir mehr Ausländer. Heute besteht das Team wieder aus mehr Schweizern», sagt Chiavi.

Exemplarisch ist etwa Spielertrainer Malcolm Fraser. Seit 2004 lebt der Neuseeländer in der Region und ist verheiratet mit einer Schweizerin. Die Integration sei einfacher gewesen über den Sport. «Und man lernt die Sprache schneller. Anfang hatte ich Mühe mit dem Schweizerdeutsch», sagt Fraser. Die Trainings führt er zweisprachig durch: Englisch ist die Hauptsprache. Versteht ein Spieler nicht alles, wechselt Fraser in die Mundart.

In Neuseeland ist Rugby die Nationalsportart, ein «Lebensstil», wie Fraser sagt. In der Schweiz fristet es ein Nischendasein. Und doch bleibt Rugby für Fraser eine Leidenschaft.

«Die Grenzen werden getestet, physisch und mental: Wir kämpfen und rennen um den Ball, bluten fürs Team und leben fürs Spiel.»

Und Chiavi, der unter Fraser spielt, wird fast philosophisch, wenn er über seine Sportart spricht. Eine Urgewalt zeige sich, kämpferische Muster des Menschen träten hervor.

Die Urgewalt des Menschen gibt es samstags und sonntags ab zehn Uhr morgens auf dem Gründenmoos zu bestaunen. Abends dürfte sich die Urgewalt in einer anderen Form ausdrücken.

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