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Hanfprodukte lassen in der Region Rorschach die Kassen klingeln

Produkte mit CBD erleben in der Schweiz einen Boom. Davon profitieren auch Drogerien in der Region Rorschach.
Lisa Wickart
Die Drogerie am See in Rorschach verkauft selbstproduzierte CBD-Produkte wie Tropfen oder Tee. (Bild: Lisa Wickart)

Die Drogerie am See in Rorschach verkauft selbstproduzierte CBD-Produkte wie Tropfen oder Tee. (Bild: Lisa Wickart)

Entzündungshemmend, angstlösend und schmerzlindernd – diese Eigenschaften schreiben Hersteller ihren Hanfprodukten aus CBD zu. Obwohl die Forschung bezüglich der medizinischen Wirkung von Cannabidiol noch in den Anfängen steckt, kommen immer mehr Produkte auf den Markt. Den Trend wollen sich viele Apotheken und Drogerien nicht entgehen lassen – so auch in der Region Rorschach.

Eine davon ist die Goldacher Drogerie Schläpfer: «Tropfen mit CBD verkaufen wir schon länger», sagt Inhaber Felix Schläpfer. Neu im Sortiment seien hingegen Kapseln. Die Nachfrage nach Hanfprodukten sei in letzter Zeit gestiegen: «Ein Grund, warum wir mehr verkaufen ist auch, weil wir die Produkte im Geschäft extra präsentieren», sagt er. Die Tropfen und Kapseln gelten jedoch nicht als Medikament, sondern als Nahrungsergänzungsmittel.

Sortiment aufgrund hoher Nachfrage angepasst

Die meisten Kunden würden CBD bei Schlafproblemen oder zur Linderung von Schmerzen einnehmen: «Meistens sind es Leute, die mit klassischen Schmerzmitteln keinen Erfolg mehr haben», sagt Schläpfer. Trotz des regen Interesses gebe es bezüglich Cannabis noch immer grosse Zurückhaltung:

«In ländlichen Regionen, wie hier, ist Hanf noch immer ein Tabuthema.»

Auf den Cannabistrend ist auch die Drogerie Amhof in Goldach aufgesprungen: «Wegen der hohen Nachfrage haben wir CBD-Tropfen in unser Sortiment aufgenommen», sagt Drogistin Flurina Keller. So bietet die Drogerie zwei verschiedene Arten von Tropfen an. Die einen seien gegen körperliche Probleme wie Schmerzen oder Übelkeit und die anderen gegen psychische Beschwerden wie Schlafstörungen oder Stress. «Da unsere Produkte vom Heilmittelgesetzt abgesegnet sind, können wie sie problemlos verkaufen», sagt Keller.

Empfehlungen für CBD sind verboten

Das grösste Sortiment an CBD-Produkten in der Region hat die Drogerie am See in Rorschach. Sie gehört zur Firma Drogovita Med GmbH, die im thurgauischen Bürglen selbst Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetika wie Tropfen, Cremes und Globuli aus Hanf herstellt. Kunden kämen nicht nur aus der Region: «Es kommen auch viele Leute von weiter her extra für die Hanfprodukte», sagt Geschäftsführerin Janine Körber.

Obwohl es beim Verkauf von CBD lange nicht so strenge Regelungen gebe wie bei THC-Produkten, gebe es einige Einschränkungen: «Für die Einnahme dürfen wir keine Empfehlungen machen», sagt Körber. In der Schweiz ist es aus gesetzlichen Gründen nicht erlaubt, spezifische Heilversprechen abzugeben, da frei verkäufliche CBD-Produkte keine zugelassenen Arzneimittel sind. So dürfe sie ihre Kunden nicht informieren, wie die Produkte wirken oder wie viele Tropfen sie täglich einnehmen sollten.

CBD wirkt nicht berauschend

«Manche Apotheken geben solche Informationen weiter, aber wir wollen uns da nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen», sagt Körber. Dafür hat sie einen Trick. Wenn Kunden Fragen hätten, verweise sie sie auf die Website des Arztes Heinz Lüscher, der detaillierte Informationen zum Umgang mit CBD aufführt. Anders ist es bei der äusserlichen Anwendung, wobei Drogerien uneingeschränkt Informationen herausgeben dürfen.

Da CBD nicht berauschend wirkt, untersteht es im Gegensatz zu THC (Tetrahydrocannabinol) nicht dem Betäubungsmittelgesetz. In der Schweiz dürfen lediglich eine Handvoll Apotheken THC-haltige Arzneimittel verkaufen. Patientinnen und Patienten dürfen nur unter bestimmten Bedingungen (siehe Kasten) Cannabistinktur, Cannabis-Öl oder synthetisch hergestellte Produkte wie Dronabinol beziehen.

THC per Arztzeugnis

Seit Juli 2011 kann jede Ärztin und jeder Arzt in der Schweiz Cannabis als Medikament verschreiben, sofern die Patientin oder der Patient eine Bewilligung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) erhält. Die sogenannten Magistralrezepturen werden auf Rezept hin von Apotheken hergestellt. Diese werden aber nur an schwerkranke oder austherapierte Personen abgegeben. Die Kostenübernahme ist freiwillig und der Kulanz der Krankenkasse oder der Versicherung überlassen. Eine Behandlung mit Cannabis in Form von Blüten oder Harzen ist in der Schweiz nicht erlaubt. (liw)

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