Handball
Jetzt kommt der Nachwuchs zum Zug: Fortitudo Gossau setzt in der neuen Saison auch auf die jungen Spieler

Am Samstag spielt die NLB-Handballmannschaft von Fortitudo Gossau gegen Yellow/Pfadi Espoirs. Anpfiff ist um 17.30 Uhr in der Buechenwaldhalle in Gossau.

Malin Altherr Jetzt kommentieren
Drucken
Teilen
Schneider Andrin (links) schliesst im Spiel gegen Stans ab.

Schneider Andrin (links) schliesst im Spiel gegen Stans ab.

Bild: Ralph Ribi

Es ist noch nicht lange her, da spielte Fortitudo Gossau seine elfte Saison in der höchsten Schweizer Liga. Doch 2019 kam der Rückschlag. Die NLA-Mannschaft stieg ab. Aufzusteigen und vorne mitzuspielen gehört in dieser Saison nicht zu den obersten Prioritäten des Vereins.

Und das aus gutem Grund, denn vor allem der Nachwuchs soll von vielen Einsatzzeiten profitieren. Nachvollziehbar ist das auf jeden Fall, denn in der Saison 2020/21 feierte die U19 den Vize-Schweizer-Meistertitel. Nach zwei umkämpften Partien musste sich das Team von Trainer Raphael Kramer von GC Amicitia Zürich bezwingen lassen. Die Spiele waren denkbar knapp, ein umstrittener Schiedsrichterentscheid in der 60. Minute gegen die Spieler von Fortitudo Gossau nahm die letzten Hoffnungen auf den Meistertitel.

«Ohne den Verlust von unseren zwei verletzten Leistungsträgern hätte es wahrscheinlich für Gold gereicht».

Doch enttäuscht waren sie nur kurz, der Vize-Schweizer-Meistertitel war laut den Verantwortlichen das grösste Highlight für den Gossauer Verein.

Neue Chance für junge Talente

Diese erfolgreiche Saison ist einer der Gründe, weshalb gleich vier Spieler neu ins NLB-Team aufgenommen wurden und weitere fünf Junioren einen Nachwuchsvertrag erhalten haben. Darunter sind Jan Brülisauer, Raffael Manser, die Zwillinge Simon und David Locher und Mauro Mattioli. Zu den Talenten, die den Sprung in die erste Mannschaft geschafft haben, gehört auch Andrin Schneider. Der linke Flügel gab sein Début in der vergangenen Saison, als er bereits ein fester Bestandteil der Mannschaft war. Insgesamt lief er schon 18-mal für Gossau auf. Der junge Spieler aus Schwarzenbach nahm im Sommer mit der U19-Nationalmannschaft an der EM-Qualifikation in Mazedonien teil. Das Team landete dort auf dem dritten Platz. Insgesamt kann Schneider schon 17 Einsätze für die U-Nationalmannschaften vorweisen.

Aber nicht nur er durfte schon internationale Luft schnuppern, auch Kreisläufer Brülisauer, der einen Nachwuchsvertrag erhielt, war schon bei zwei Testspielen mit der U17-Nationalmannschaft dabei.

Fortitudo Gossaus Trainer Rene Ullmer an der Seitenlinie der NLB-Mannnschaft.

Fortitudo Gossaus Trainer Rene Ullmer an der Seitenlinie der NLB-Mannnschaft.

Bild: Michel Canonica

Doch das sind nicht die einzigen Talente, die jetzt die Chance haben, ab dieser Saison für das NLB-Team aufzulaufen. Es folgt eine ganze Reihe weiterer junger Spieler, die bald ihr Début in der NLB geben wird. Für das Trainerduo Rene Ullmer und Kramer ist die Verbindung zwischen der U19, der 1. Liga und dem NLB-Team besonders wichtig. Kramer war früher Trainer der U19, heute ist er Trainer der 1. Liga und Assistenztrainer der ersten Mannschaft. Dadurch weiss er genau, wo die Stärken von jedem Einzelnen liegen. Für die jungen Spieler ist das eine optimale Chance, sich beweisen und zeigen zu können.

Zusätzlich arbeitet der Verein mit Mentaltrainer Lucas Lüdi aus Flawil zusammen. Gossau hofft dadurch auf eine Leistungssteigerung von bis zu 15 Prozent.

Gute Stimmung mit harter Arbeit

Die Vorbereitung auf die Saison verlief zufriedenstellend, die Coaches sind zuversichtlich für die neue Saison. In der ersten Phase der Vorbereitung konzentrierten sie sich vor allem auf die Abwehr, in der zweiten Phase kam der Angriff zum Zug. Die Vorbereitungsspiele halfen der Mannschaft, sich zu finden und sich besser kennen zu lernen, trotz der vielen Veränderungen im Team sei die Stimmung gut.

Jonas Kindler im Tor vom TSV St. Otmar.

Jonas Kindler im Tor vom TSV St. Otmar.

Bild: Michel Canonica

Die beiden erfahrenen Spieler Clemens Gangl und Beco Perazic verliessen Fortitudo Gossau und wechselten zu St.Otmar in die NLA. Für den Schlussmann Gabor Busa, der für die nächsten sechs bis acht Wochen wegen einer Fussverletzung ausfällt, springt derweil der ehemalige St.- Otmar-Torhüter Jonas Kindler ein. Auch Simon Bamert setzt seine Karriere nach einigen Jahren beim TSV St.Otmar nun wieder bei seinem ehemaligen Verein Fortitudo Gossau fort.

Zwei bekannte Gesichter

Nicht nur junge Spieler verstärken die Mannschaft, der Verein gewinnt mit zwei neuen Spielern zusätzlich an Erfahrung. Einer dieser Spieler ist der Österreicher Michael Knauth, der zuletzt für den HC Alpla Hard auflief. Der erfahrene 38-Jährige soll der jungen Mannschaft eine grosse Hilfe sein. Er hat mit Hard schon fünfmal den österreichischen Meistertitel gefeiert und zweimal wurde er mit seiner ehemaligen Mannschaft Pokalsieger. Insgesamt hat er 46 Länderspiele für Österreich bestritten. Ein weiterer Spieler ist der bereits bekannte Niels Ham, der früher schon einmal bei Fortitudo Gossau gespielt hat. (maa)

0 Kommentare

Aktuelle Nachrichten