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Haltestelle am Spisertor in St.Gallen: «Eine Zumutung» – scharfe Kritik aus dem Quartier

Der Quartierverein Südost ärgert sich über die mangelhafte Infrastruktur bei der Haltestelle Spisertor stadteinwärts. Deshalb hat er Einsprache gegen die geplante Perronerhöhung eingereicht. Auch die Stadt und Private wehren sich.
Marion Loher
Die Haltestelle Spisertor Richtung Innenstadt ist infrastrukturmässig bescheiden. (Bild: Michel Canonica)

Die Haltestelle Spisertor Richtung Innenstadt ist infrastrukturmässig bescheiden. (Bild: Michel Canonica)

Kein Unterstand, kein Billettautomat, keine Fahrgastinformation: Die Haltestelle Spisertor stadteinwärts bietet infrastrukturmässig wenig. Das ist dem Quartierverein Südost seit längerem ein Dorn im Auge. Er hoffte, dass die Appenzeller Bahnen mit der geplanten Erhöhung der Perrons auf beiden Seiten des Burggrabens auch die Haltestelle bei der Kantonsschule aufwerten. Doch dem ist nicht so.

Aus diesem Grund hat der Quartierverein Einsprache gegen die Perronerhöhung der Appenzeller Bahnen (AB) eingereicht. Martin Beck, im Vorstand des Quartiervereins Südost verantwortlich für das Ressort Verkehr, sagt:

«Es kann doch nicht sein, dass mit der Durchmesserlinie und dem gleichzeitigen Ausbau des Bahnangebots ins Appenzellerland die Haltestelle Spisertor Richtung Innenstadt weiterhin so stiefmütterlich behandelt wird.»

Zudem würden auch die Busse der Regiobus-Linie 151 am Spisertor anhalten.

Anforderungen der Denkmalpflege sind hoch

Die Einsprache richtet sich in erster Linie gegen die mangelhafte Infrastruktur der Haltestelle. «Wir wünschen uns ein Dach, eine dynamische Fahrzeitanzeige sowie einen Billett- und Entwertungsautomaten», sagt Beck. Viele Familien und Ausflügler lösten ihre Billette am Automaten. Und der nächste Automat befindet sich auf der anderen Strassenseite. Für das Vorstandsmitglied des Quartiervereins ist es eine «Zumutung», dass jene, die ein Ticket benötigen, zuerst die Strasse überqueren müssen. Das sei bei diesem Verkehr mit Bussen, Zügen, Autos und Lastwagen ziemlich gefährlich.

Beck weiss aber auch, dass es schwierig wird, an diesem Standort baulich etwas zu verändern. Das Kantiheim, das sich gleich dahinter befindet, steht unter nationalem Denkmalschutz. Die Anforderungen der Denkmalpflege sind hoch.

Sabrina Huber, Mediensprecherin der Appenzeller Bahnen. (Bild: pd)

Sabrina Huber, Mediensprecherin der Appenzeller Bahnen. (Bild: pd)

Immer mehr lösen Billett per App

Sabrina Huber, Mediensprecherin der Appenzeller Bahnen, will sich zum laufenden Verfahren nicht äussern. Sie könne aber erklären, weshalb eine Aufwertung der Haltestelle stadteinwärts kein Thema sei.

«Das schützenswerte Gebäude und die engen Platzverhältnisse bei der Haltestelle lassen uns wenig Spielraum.»

Für eine umfassende Infrastruktur seien die Voraussetzungen an diesem Standort schlichtweg nicht gegeben.

Es zeichne sich aber ab, dass eine Zeitanzeige installiert werden könne – ein Ticket-Automaten aus Platzgründen hingegen nicht. «Wir stellen zudem fest, dass immer mehr Fahrgäste ihre Billette über eine App lösen. Das wird künftig noch zunehmen», begründet die AB-Sprecherin den Entscheid. Deshalb genüge der Automat auf der gegenüberliegenden Seite völlig.

Zu gefährlich für Velofahrer

Der zweite Teil der Einsprache des Quartiervereins Südost bezieht sich auf die von den Appenzeller Bahnen geplante Erhöhung der Perrons. Die Appenzeller Bahnen sind dazu verpflichtet, da gemäss Behindertengleichstellungsgesetz bis 2023 an allen Haltestellen in der Schweiz ein stufenloser Ein- und Ausstieg möglich sein muss. «Eine Erhöhung des Perrons von 22 auf 32 Zentimetern ist für Fussgänger und Velofahrer zu gefährlich», sagt Martin Beck.

Widerstand gegen die Perronerhöhung gibt es aber nicht nur vom Quartierverein. Auch der Stadtrat sowie Private haben unlängst Einsprache eingereicht.

Ein Ende ist nicht absehbar

Während der öffentlichen Auflage im vergangenen Jahr sind «mehrere Einsprachen» gegen die geplante Perronerhöhung am Spisertor eingegangen, wie Sabrina Huber, Mediensprecherin der Appenzeller Bahnen (AB), bestätigt. Mittlerweile haben die AB ihre Stellungnahmen zu den Beschwerden beim Bundesamt für Verkehr (BAV) eingereicht. Das BAV wird die Einsprachen nun behandeln. Wie lange es dauert, bis ein Entscheid vorliegt, kann die AB-Sprecherin nicht sagen. Umstritten ist vor allem das Perron der Haltestelle stadtauswärts. Hier ist vorgesehen, den hinteren Teil auf 32 Zentimeter zu erhöhen. Für die neun Parkplätze vor der Weinhandlung Schwander würde das bedeuten: Sie müssten weichen. Dagegen regt sich Widerstand. Bekannt ist, dass eine der Einsprachen vom Eigentümer der Liegenschaft, in der die Weinhandlung eingemietet ist, stammt und eine weitere vom Stadtrat. Der Stadtrat erachtet den Erhalt der Parkplätze am Burggraben als wichtig, und der Liegenschaftsbesitzer bezeichnet die Aufhebung der Parkplätze zu Gunsten eines Perrons als «völlig unverhältnismässig». (mlo)

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