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Stadtrat: «Hallen müssen in der Stadt St.Gallen etwas kosten»

Städtische Sportvereine leiden unter den Hallen- und Sportplatzmieten. Bei der Stadt sieht man trotzdem keinen Anlass, die Gebühren zu senken. Was keinen Wert habe, werde auch nicht geschätzt, argumentiert der zuständige Stadtrat Markus Buschor.
Christoph Renn
In der Sporthalle Kreuzbleiche trainieren Schüler sowie Spitzensportler. (Bild: Hanspeter Schiess)

In der Sporthalle Kreuzbleiche trainieren Schüler sowie Spitzensportler. (Bild: Hanspeter Schiess)

Hallen mieten oder gratis zur Verfügung stellen? Diese Frage scheidet die Geister. Die Sportvereine würden gerne über eine Senkung der Tarife diskutieren. Bei der Stadt sieht man keinen Grund dafür. Nun nimmt der zuständige Stadtrat, Markus Buschor, Direktion Bildung und Freizeit, Stellung: Für ihn ist klar, dass das jetzige Gebührenreglement das richtige Werkzeug ist. Ihm sei jedoch bewusst, dass es eine anspruchsvolle Problematik sei. Er sagt: «Die Leistung, welche die städtischen Vereine erbringen, ist unbezahlbar.» Sie förderten die Integration, setzten sich für den Nachwuchs ein und hätten eine Vorbildfunktion. Trotzdem wehrt er sich vehement gegen eine Aufhebung der Tarife.

«Das würde ein falsches Zeichen aussenden.»

Spricht Buschor über Hallenmieten in der Stadt St. Gallen, fällt oft der Ausdruck des symbolischen Beitrages. Denn mit den Einnahmen durch die Mieten werde der Betrieb der Sportanlagen bei weitem nicht bezahlt. So steht auf der Aufwandseite der Stadt der Betrag von fünf Millionen Franken. Darin sind sämtliche Sportplätze und Hallen inbegriffen. Hinzu kommen die Bäder mit drei Millionen Franken und die Eishalle mit 1,2 Millionen. Auf der Ertragseite sind es bei den Hallen und Sportplätzen jedoch nur zwei Millionen Franken. Wobei die Mieten der Sportvereine lediglich rund 500000 Franken ausmachen. Der Rest kommt von Privaten, die die Hallen ebenfalls benutzen. Bei den Bädern werden jährlich rund zwei Millionen Franken eingenommen und in der Eishalle etwa 900000 Franken. Betrachtet man nur die Hallen- und Sportplatzmieten, bleibt bei der Stadt ein Minus von rund drei Millionen Franken. «Diese drei Millionen sind eine direkte Unterstützung für die Vereine», sagt Buschor. Hinzu kommen Pro-Kopf-Beiträge für die Nachwuchsarbeit.

Die Präsidenten nehmen es sportlich

Deshalb ist für Buschor klar: Die heutigen Tarife sind vertretbar. Ein Rückkommen auf die Erhöhung um 20 Prozent vor fünf Jahren im Rahmen des Entlastungsprogramms «Fit13plus» stehe nicht zur Diskussion. Die Infrastruktur gar gratis zur Verfügung zu stellen, sei ohnehin der falsche Weg.

«Wenn etwas Wert hat, wird es auch eher geschätzt»

Die Hallen den Vereinen gratis zu geben, wäre demnach nicht sachgerecht. Für Buschor ist eine Änderung momentan keine Option, weil ihm kein Verein bekannt sei, der vor dem Aus stehe. «Ich kenne die genaue finanzielle Situation zwar nicht im Detail», sagt er. Doch habe ihm in den vergangenen Jahren auch kein Verein ein Signal gesendet, dass er sich aus finanziellen Gründen auflösen müsse. Das letzte Mal wehrten sich die Präsidenten der städtischen Sportvereine bei der Erhöhung der Gebühren vor fünf Jahren. Doch damals wie heute sei der Umgang mit den «Sportlern» sehr angenehm gewesen. «Sie nahmen es sportlich. Sie haben ihr Unverständnis klar geäussert, doch danach die neuen Tarife angenommen.»

Fragt man bei den Sportvereinen direkt nach, klingt die Lage angespannter (Tagblatt vom 13. Juni). Die Mieten würden sie stark unter Druck setzten. Der sportliche Erfolg berge deshalb Risiken. Die Mitgliederbeiträge seien schon am oberen Limit. Die Vereine hoffen deshalb weiter auf eine Vergünstigung. Buschor setzt sich deshalb für die Sportvereine ein. Wenn über eine Erhöhung dieser Unterstützung diskutiert werden soll, dann wären günstigere Mieten aber der falsche Ansatz. «Wenn, dann müsste man die Pro-Kopf-Beiträge erhöhen.»

Sport und Kultur erhalten gleich viel Unterstützung

Bei der Diskussion werden oft auch Kultur und Sport gegeneinander ausgespielt. Doch auch hier entschärft Markus Buschor. Obwohl bei der Kultur das Theater und die Museen grosse Posten im Budget sind, zeigt der Vergleich: Sowohl die Kultur als auch der Sport werden jährlich mit rund 15 bis 20 Millionen Franken unterstützt. Dies sei ein weiteres Indiz, dass die heutigen Tarife gut funktionierten. «Wir dürfen nicht vergessen, dass es auch im Sport um Geld der öffentlichen Hand geht», sagt Buschor. Und dieses müsse der Stadtrat entsprechend überlegt ausgeben.

150'00 Franken Hallenmiete

Einen beträchtlicher Teil des Budgets der Sportvereine machen die Hallenmieten aus. Dabei spielt es eine Rolle, wie gross die Juniorenabteilung ist. Und auch Erfolg kostet etwas, denn für die Wettkämpfe müssen die Vereine zusätzliche Hallenmieten zahlen. So auch der STV St. Gallen Volleyball, der vor allem im Breitensport tätig ist und vergleichbar mit anderen städtischen Vereinen ist. Das Budget der Saison 2017/2018 zeigt: 15000 Franken fliessen in die Hallenmieten. Diese teilen sich zu etwa je 50 Prozent für Trainings und für die Meisterschaft auf. Rechnet der Verein noch die Kosten für die Schiedsrichter, die Trainer und das Material hinzu, macht das rund 80 Prozent des gesamten Budgets aus, wie der Präsident Claudio Rageth sagt. Vom Sportamt erhält der Verein jährlich einen Beitrag von rund 3500 Franken. (ren)

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