Häggenschwiler Schüler senden «Good News» in die Welt

Die Schüler der SBW in Häggenschwil haben ein eigenes Radio gegründet. Nun startet die erste Sendung.

Fabio Fornito
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«Radio Froid»: ein Projekt der SBW Secundaria Häggenschwil.

«Radio Froid»: ein Projekt der SBW Secundaria Häggenschwil.

Bild: PD

Das Corona-Virus, der Syrienkrieg oder die Flüchtlingskrise – in den Medien finden heutzutage oft vor allem negative Nachrichten Platz. Folglich entstehen in den Köpfen der Menschen negative Weltbilder, die dazu führen, dass manch einer Zukunftsängste hat – dieser Meinung ist Mark Riklin, Soziologe und Lehrbeauftragter der Fachhochschule St.Gallen, der beim SBW Haus des Lernens als sogenannter Geschichtenkurier angestellt ist. Die Lösung: konstruktiver Journalismus.

An der SBW Secundaria Häggenschwil hatte Riklin vor ein paar Wochen die Versuchsreihe «SBW Weekly Good News» gestartet. Dabei wird wöchentlich von einer positiven Neuigkeit – intern, lokal oder global – berichtet.

Das Medium dafür gründete die Oberstufe schon im vorherigen Jahr: ein eigenes Internet-Radio, getauft auf den Namen «Radio Froid». Noch steht das Projekt ganz am Anfang. In Zukunft sollen Jugendliche immer mehr Aufgaben übernehmen: Nachrichten schreiben, redigieren, sprechen und die Aufnahmen schneiden.

Lösungsansätze statt nur Problemdarstellung

Ziel des Testprojekts sei es, Lösungen und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen: «Die Jugendlichen sollen realisieren, dass sie Teil und nicht Opfer der Gesellschaft sind», sagt Riklin. Anstatt nur die Probleme zu sehen, solle man sich den Lösungsansätzen zuwenden. Denn: «Die Welt ist voller Lösungen.»

Geprägt hat den gelernten Soziologen und freien Journalisten ein Zitat eines Schülers. «Was interessiert mich mein Zeugnis, wenn ich keine Zukunft habe?», soll dieser an einem Klimastreik proklamiert haben. Genau dieses Denken will Riklin mit seinem Radioformat verhindern:

«Wir müssen auch Lösungsansätze aufzeigen, sonst enden wir in einer frustrierten Gesellschaft.»

Wie das einer Gruppe SBW Schulen gelingen soll? «Uns ist natürlich bewusst, dass die Reichweite unserer News beschränkt ist», sagt Riklin. Er vergleicht das Projekt mit einem Stein, der ins Wasser geworfen wird und Wellen auslöst. Eine davon ist bis nach Deutschland geschwappt: Riklin erhielt von dort eine Mail von einer Frau, die ihm für sein Projekt dankte. Wie die Frau davon erfahren hat, weiss er nicht.

Zu hören sind die «SBW Weekly Good News» zur- zeit auf Facebook und auf www.sbw.edu . Jeden Freitag um 7.15 Uhr erscheint dort eine neue Folge. Nach Ende der Frühlingsferien sind die ersten Livesendungen direkt aus dem Studio geplant.