Häggenschwil
Die Wohnungen der geplanten Überbauung Pfaffengut sind noch zu teuer

Mitten in Häggenschwil, auf einem Grundstück der katholischen Kirche, sollen zwei neue Mehrfamilienhäuser mit 15 Mietwohnungen entstehen. Das Vorprojekt zeigt nun: Die vorgeschlagenen Mietzinsen sind extrem hoch für Häggenschwil.

Perrine Woodtli
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Nebst den zwei neuen Mehrfamilienhäusern soll es auch einen neuen Spielplatz geben.

Nebst den zwei neuen Mehrfamilienhäusern soll es auch einen neuen Spielplatz geben.

Visualisierung: PD

Ein hübsches Einfamilienhäuschen im Grünen – für viele Familien ist das ein Traum. Für den Bau von Einfamilienhäusern fehlt aber immer mehr das Land, auch in der Gemeinde Häggenschwil. Die Nachfrage nach Einfamilienhausparzellen ist dort nach wie vor gross. Die Gemeinde kann diese aber nicht mehr decken. In Häggenschwil würden in den nächsten Jahren nicht mehr viele neue Einfamilienhäuser gebaut werden, sagte Gemeindepräsident Raffael Gemperle vor ein paar Monaten.

Nun soll anderweitig Wohnraum geschaffen werden, unter anderem mit der Überbauung Pfaffengut im Dorfzentrum. Auf 2300 Quadratmeter sollen dort in absehbarer Zeit unmittelbar neben der Kirche zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 15 Mietwohnungen entstehen.

Das Grundstück liegt zwischen dem Dorfladen und dem Kindergarten und gehört der katholischen Kirchgemeinde. Diese tritt das Land im Baurecht ab und hat selber Bedarf für rund 150 Quadratmetern Bürofläche angemeldet. Investorin soll eine gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft sein. Diese wurde noch nicht gegründet. Es haben sich aber bereits einige interessierte Personen für die Genossenschaft gemeldet, wie Raffael Gemperle sagt.

Zwischen 58 und 142 Quadratmeter

In den vergangenen Monaten hat sich eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern von Gemeinde- und Kirchenverwaltungsrat, mit dem Bauprojekt beschäftigt. Inzwischen liegt das Vorprojekt von Tom Munz vor. Das St.Galler Architekturbüro ging 2020 mit seinem Projekt «Elsa und Hansueli» als Sieger aus dem Architekturwettbewerb hervor. Mit dem Vorprojekt sind nun weitere Details zur Überbauung Pfaffengut bekannt.

Vorgesehen sind zwei viergeschossige Häuser mit einer gemeinsamen Tiefgarage. Die 15 Wohnungen teilen sich in 2,5-, 3,5-, 4,5- und 5,5-Zimmer-Wohnungen auf, davon sind vier Maisonette-Wohnungen. Die kleinste Wohnung hat 58 Quadratmeter, die grösste 142. Auf dem Dach sind Solarpanels geplant.

Für die Überbauung müssen der angrenzende Spielplatz und eine Wiese geopfert werden, zwischen den beiden Neubauten soll aber Ersatz geschaffen werden.

Ungefähr so soll dereinst die Küche in einer der neuen Wohnungen aussehen.

Ungefähr so soll dereinst die Küche in einer der neuen Wohnungen aussehen.

Visualisierung: PD

4,5-Zimmer-Wohnung für über 2000 Franken

Beim Vorprojekt gibt es nun aber einen Haken. Der Anspruch beim Projekt bestehe darin, teilt die Gemeinde im aktuellen Mitteilungsblatt mit, attraktiven Wohnraum bei gleichzeitiger Bezahlbarkeit für Mieter zu schaffen. Die neuen Wohnungen sollen vor allem Familien sowie Seniorinnen und Senioren ansprechen.

Raffael Gemperle, Häggenschwiler Gemeindepräsident.

Raffael Gemperle, Häggenschwiler Gemeindepräsident.

Bild: Tobias Garcia

Mit dem Vorprojekt seien nun auch erstmals Zahlen bekannt, schreibt die Gemeinde. Aufgrund der Wirtschaftlichkeitsrechnung seien die vorgeschlagenen Mietzinsen extrem hoch für Häggenschwil. «Eine 4,5-Zimmer-Wohnung würde über 2000 Franken ohne Nebenkosten und Tiefgaragenplatz zu liegen kommen», führt Raffael Gemperle auf Anfrage aus.

Somit bestehe derzeit ein Zielkonflikt mit der Vorgabe von bezahlbaren Mietzinsen. «Aufgrund dieser Erkenntnis wird der Gemeinderat zusammen mit dem Kirchenverwaltungsrat eine Auslegeordnung machen, um das weitere Vorgehen zu definieren.»

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