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Nicht alle Goldacher Gwerbler sind Wuga-Fans

Die Goldacher Weihnachts- und Gewerbeausstellung 2018 steht auf der Kippe, denn es fehlen noch immer Aussteller. Eine Nachfrage bei den Gewerblern zeigt: Manche sehen die Messe als Chance, andere üben harsche Kritik am Konzept und dem OK.
Martin Rechsteiner
Die Wuga fand zum letzten Mal im Jahr 2015 statt. Ob sie dieses Jahr zustande kommt, steht noch in den Sternen. (Bild: Rudolf Hirtl)

Die Wuga fand zum letzten Mal im Jahr 2015 statt. Ob sie dieses Jahr zustande kommt, steht noch in den Sternen. (Bild: Rudolf Hirtl)

Bei der Planung der diesjährigen Weihnachts- und Gewerbeausstellung (Wuga) harzt es. Für den Anlass, der im November und Dezember stattfinden soll, fehlen immer noch Aussteller aus dem Gewerbe. Das Ultimatum von OK-Präsident Andreas Grüter, bis zum 31. Mai müssten sich 50 Teilnehmer melden, damit die Messe stattfinden könne, ist verstrichen. Gemeldet haben sich bis jetzt 30 (Ausgabe vom 2. Juni). Grüter hat die Frist deshalb noch einmal verlängert. Bis am 28. Juni müssen sich weitere 20 Aussteller melden, ansonsten gibt es dieses Jahr keine Wuga, sagt er.

Eine Nachfrage bei den Gwerblern zeigt: Die Meinungen zur Messe gehen auseinander. Jene Aussteller, die der Wuga dieses Mal fernbleiben, nennen vielschichtige Gründe.

«Es gibt zu viele Messen und Ausstellungen»

«Wir sind bei der Wuga 2018 nicht dabei», sagt der in Goldach tätige Winzer Christian Herzog. Früher habe er noch jedes Mal einen Stand gehabt an der Goldacher Messe. «Aber für uns ist es wichtig, dass eine Ausstellung jährlich stattfindet und nicht nur noch alle drei Jahre.» Denn die wichtige Beziehungspflege zu Kunden an Messen sei schwieriger, wenn diese seltener stattfinde. «Dazu kommt, dass bei uns Winzern im Herbst und Anfang Winter sehr viel los ist. Da überlegen wir zweimal, ob wir diesen Zusatzeffort einer weiteren Ausstellung wirklich auf uns nehmen wollen.» Leider sei es auch so, dass grosse Veranstaltungen in der Umgebung, wie die Olma, die Offa und die Rhema dieselben Leute anlockten. Herzog ist dort jedes Jahr mit einem Stand vertreten. «Die grossen Veranstaltungen saugen den kleineren in der Region die Besucher ab», sagt er. «Es gibt einfach zu viele Messen und Ausstellungen.»

Ramon Bräm aus Goldach hat sich mit seiner Renault-Garage ebenfalls nicht angemeldet. Noch nicht, wie er sagt. «Eine Woche vor der Wuga ist in St. Gallen schon eine grosse Autoausstellung, bei der wir präsent sein werden.» Das werde dann zwar etwas stressig, «aber wir werden an der Wuga teilnehmen und uns noch anmelden.»

Härter ins Gericht mit der Wuga und ihren Veranstaltern geht Anton Lleshi, Geschäftsführer der Bad-Tech GmbH in Goldach. Er wird mit seinem Betrieb nicht an der Wuga 2018 teilnehmen. «Die Ausstellung ist nicht mehr dasselbe wie früher», sagt er. Im Konzept habe sich einiges geändert, das ihm missfalle. «So fehlt zum Beispiel das Festzelt, das die Betreiber früher parallel zur Wuga aufgestellt haben.» Das habe auch Junge an die Ausstellung gebracht, die jetzt fehlten. «Zudem ist bei der vergangenen Auflage der Ausstellung im Jahr 2015 ein Defizit von 30000 Franken geblieben.» Da frage man sich schon, wie so etwas passieren könne. Neben dem Finanziellen hätten auch die Besucherzahlen nicht gestimmt. «Für mich als Aussteller stehen der Aufwand für die Messe und der Ertrag nicht mehr in einem gesunden Verhältnis.»

Es gibt nach wie vor Wuga-Fans

Fakt ist: Nicht alle Gewerbevereinsmitglieder sind mit der Wuga unzufrieden. Viele schätzen die Goldacher Ausstellung nach wie vor und betreiben dort gerne einen Stand. Einer von ihnen ist der Jungunternehmer Roman Fässler, Inhaber der Sondergger Gartenbau in Goldach. «Die Wuga ist ein guter Ort, um mit den Kunden in Kontakt zu treten und ihnen etwas Gutes zu tun», sagt er. Er will dieses Jahr an der Messe teilnehmen. «Für mich geht es nicht darum, dort Aufträge zu generieren. Der Anlass ist aber sehr gut für die Kundenbindung.» Besucher und Aussteller hätten beide etwas davon.

Das findet auch Fitnessclub-Inhaber Giusi Suozzi . Er wird mit seiner Jump Fitness AG an der Wuga präsent sein. «Die Ausstellung ist super, um den Besuchern unser Angebot näher zu bringen», sagt er. «Dort können wir uns Zeit für Interessierte nehmen, aber auch für unsere Mitglieder, die vorbeischauen.»

«Defizit wegen Tombola und Restaurant»

Die meisten Begründungen der Fernbleibenden hat OK-Präsident Andreas Grüter bereits gehört. «Das Defizit der vergangenen Wuga ist durch das Restaurant und die Tombola entstanden. Ein Festzelt gibt es nicht mehr, weil es zuletzt schlecht besucht war und das Sicherheitsdispositiv so viel gekostet hat. Das Zelt nicht mehr aufzustellen war eine Entscheidung, die der Gewerbeverein mittrug.» Am häufigsten höre er, dass die vielen Messen in der Region langsam etwas viel seien für die Aussteller und die Ressourcen nicht mehr ausreichten, um überall präsent zu sein. «Ich akzeptiere und verstehe das», sagt Grüter. Dennoch brauche er 50 Aussteller, ansonsten komme die Wuga 2018 nicht zustande. Ob sich bis Ende Monat noch 20 finden lassen, steht also noch in den Sternen.

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