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Experte warnt: Jedes fünfte Einkaufszentrum steht vor dem Aus

Während die Einkaufszentren Silberturm und Westcenter um Besucher und Mieter buhlen müssen, verzeichnen die Shopping-Arena und der Säntispark steigende Zahlen. Trotzdem spüren auch die Grossen die Folgen von Einkaufstourismus und Onlinehandel.
Christoph Renn
Die Shopping-Arena funktioniert: Jährlich verzeichnet sie 4,1 Millionen Besucherinnen und Besucher. (Bild: Michel Canonica)

Die Shopping-Arena funktioniert: Jährlich verzeichnet sie 4,1 Millionen Besucherinnen und Besucher. (Bild: Michel Canonica)

Viele Geschäfte in der St. Galler Innenstadt haben Probleme, sich auf Platz zu behaupten. Einkaufstourismus und dem Onlinehandel bedrohen die lokalen Detailisten. Aber nicht nur in der Innenstadt fehlt die Kundschaft. Auch die Einkaufszentren Silberturm und Westcenter suchen nach neuen Ideen, um ihre Existenz zu sichern. Im Silberturm versucht man die leeren Ladenflächen mit Pop-Up-Stores zu füllen, während das Westcenter seine Strategie anpasst («Tagblatt» vom 27. Juli).

Silberturm und Westcenter sind laut Stefan Nertinger, Dozent für Strategisches ­Management an der Fachhochschule St. Gallen, beispielhaft für Einkaufszentren, die nicht mehr funktionieren. «Der Silberturm ist im Design veraltet und das Angebot ist nicht vielfältig genug», sagt er. Doch damit steht der Silberturm nicht alleine da. «In den kommenden fünf Jahren wird rund ein Fünftel aller Schweizer Einkaufszentren seine Türen schliessen müssen.» Dies sei ein sogenannter Bereinigungseffekt. Die Dichte in der Schweiz sei zu hoch. Doch es gibt auch Ausnahmen.

«Der FC St. Gallen löst einen emotionalen Effekt aus»

Eine davon ist die Shopping-Arena in Winkeln. «Wir haben keine einzige leere Ladenfläche», sagt Marc Schäfer, Leiter der Shopping-Arena. Im vergangenen Jahr konnte der Umsatz gar von 215 auf 216 Millionen Franken gesteigert werden. 4.1 Millionen Besucher würden jährlich die Einkaufsmeile im Westen der Stadt besuchen. So wie der Grossacker für Nertinger ein Beispiel für ein Einkaufszenter ist, das es immer schwieriger haben wird, so ist die Shopping-Arena ein Modell, das auch in Zeiten von Onlinehandel und Einkaufstourismus funktioniert. «Das Center ist modern, bietet einen guten Mietermix und ist sehr gut erschlossen», sagt Nertinger.

Diese Vorzüge nennt auch Schäfer. Doch sei er sich dem schwierigen Marktumfeld bewusst. Zumal der Onlinehandel in den kommenden Jahren deutlich zunehmen werde. Deshalb äussert sich der Centerleiter vorsichtig: «Wir sind momentan den Umständen entsprechend zufrieden.» Doch müssten sie stets am Ball bleiben, den Besuchern immer wieder etwas Neues bieten.

«Wir organisieren deshalb viele Veranstaltungen wie Autogrammstunden mit FCSG-Spielern»

Aber auch mit der Auswahl der Geschäfter könnten sie etwas Einfluss nehmen. «Wir haben hier Mieter, wie beispielsweise das Schuhgeschäft New Yorker, die in der Shopping Arena die einzige Filiale in der Ostschweiz betreiben.»

Die Shopping-Arena funktioniert laut Nertinger auch deshalb, weil sie einen erlebnisorientierten Einkauf bietet. Und sie profitiere von den grossen Partnern. Mit dem FC St. Gallen und Ikea komme ein emotionaler Effekt hinzu. «Die Shopping-Arena hat sich so zu einer Marke in der Ostschweiz entwickelt», ergänzt Schäfer. Trotzdem gebe es auch bei ihnen Abgänge. «Seit der Eröffnung vor über zehn Jahren konnten wir immer nahtlos eine Nachfolge finden. Als jüngstes Beispiel nennt Schäfer Ochsner Shoes, das seine Filiale in der Shopping-Arena aufgeben werde. «Mit dem Spielwarengeschäft Zollibolli haben wir den optimalen Nachmieter gefunden.»

Der Säntispark verzeichnet steigende Besucherzahlen

Ebenfalls auf erlebnisreichen Einkauf setzt der Säntispark. Auch dort zeigen sich die Verantwortlichen mit den Umsatzzahlen zufrieden. «Im Migros-Supermarkt sind die Kundenzahlen stabil. Unser Freizeitangebot verzeichnete in den vergangenen Jahren sogar steigende Besucherfrequenzen», sagt Mediensprecher Nico Canori. Von einem Ladensterben spürten sie nichts. Die Gründe für den Erfolg verortet Canori ebenfalls beim Mietermix. Vor allem die Kombination mit dem Freizeitangebot und der Gastronomie locken laut Canori viele Besucher an.

«Sogar an heissen Tagen haben wir eine zufriedenstellende Kundenfrequenz erreicht.»

Im Vergleich zur Shopping-Arena gibt es im Säntispark jedoch eine leere Ladenfläche im Obergeschoss. «Diese nutzen wir jedoch laufend für Ausstellungen», sagt Canori. Ohne Abgänge kommt auch der Säntispark nicht aus. «Im Oktober wird uns Adesso verlassen.» Mit Power Food hätte jedoch bereits ein Nachmieter gefunden werden können.

Auch am anderen Ende der Stadt, im Gallusmarkt, will man von einem Ladensterben nichts wissen. «Aktuell stehen keine leeren Ladenflächen zur Verfügung», sagt Mediensprecherin Julia Winterhalter. Zudem hätten sie mit den Vermietern, wie der Apotheke oder dem Schuhgeschäft teils langfristige Verträge abgeschlossen. So war im ersten Halbjahr 2018 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 gar ein leichter Besucheranstieg zu verzeichnen. «Der Gallusmarkt liegt optimal und Kunden können dort den Einkauf für die ganze Woche erledigen», begründet Nertinger den Erfolg des Gallusmarktes.

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