Gumpiburg, Glitzertattoos und Flammkuchen: Der Gossauer Laden Kapricho lädt am Samstag zu einem üppigen Programm ein

Der Gossauer Laden Kapricho nimmt als erstes Geschäft der Ostschweiz am Shop Local Day teil. Dieses Konzept ist in Deutschland schon weit verbreitet. Es soll lokale Läden im Überlebenskampf unterstützen.

Aybüke Köseoglu
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Sandra Rohner in ihrem Gossauer Laden Kapricho.

Sandra Rohner in ihrem Gossauer Laden Kapricho.

Bild: Aybüke Köseoglu

Gumpiburg, Glücksrad, Glitzertattoos und für den Hunger Pizza oder Flammkuchen. Das gibt es am Samstag von 9 bis 16 Uhr im Gossauer Laden Kapricho an der Ringstrasse 18. «Man kann gemütlich einkaufen und danach mit einem schaumigen Cappuccino den Nachmittag ausklingen lassen», sagt die Geschäftsführerin Sandra Rohner. Anlass für dieses besondere Programm ist der Shop Local Day.

Gegründet von Hamburger Geschäftsführern ist der Shop Local Day in Deutschland schon ein bekannter Aktionstag. Es soll auf kleine Läden aufmerksam machen. Die Geschäfte sind auf der Plattform findeling.ch miteinander vernetzt.

«Augen und Ohren offen halten»

Die Waldkircherin Sandra Rohner ist seit einem Jahr Mitglied auf «findeling». Als die Anzeige bei Facebook auftauchte, wurde sie neugierig. Als sie sah, dass sie durch dieses Netzwerk in Kontakt mit kleinen Manufakturen treten könne, überlegte sie nicht lange und meldete sich an. In diesem krisenreichen Sektor müsse man stets Augen und Ohren offen haben, sagt Rohner.

Die Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern und Teilzeitlehrerin sagt, das Kapricho sei ihr Hobby für ihr «Herzenslädeli». Im Café bringt sie Menschen zusammen, im Ladenteil verkauft sie aussergewöhnliche Waren. Auf die Frage, was Kapricho denn bedeutet, sagt sie:

«Es kommt vom spanischen Wort ‹capricho› und heisst ‹sich etwas gönnen›. Das passt zum Kafi und auch zum Kram.»

«Ich bin wählerisch», sagt sie über sich selber. Für ihren Laden kaufe sie nur das ein, was sie anspreche und was speziell sei. Sie möchte sich von anderen Geschäften unterscheiden, nach dem Motto «klein, aber fein», sagt Rohner.

Sie unterstützt mit ihrem Laden unbekannte, kleine Manufakturen und Hersteller. Sie bietet zum Beispiel verschiedene Duftbalsame aus naturreinen ätherischen Ölen, hergestellt im Kanton Thurgau an.

Exotische Gewürzmischungen, handgemachte Pflegeprodukte und Tütenhüter aus dem Rheintal. All dies findet man im Kapricho.

Exotische Gewürzmischungen, handgemachte Pflegeprodukte und Tütenhüter aus dem Rheintal. All dies findet man im Kapricho.

Bild: Aybüke Köseoglu

Fair Trade und umweltfreundlich sind weitere Merkmale des Kaprichos. Rohner kauft vorzugsweise regionale und nachhaltige Waren ein. Weiter sei es ihr ein Anliegen, Manufakturen zu unterstützen, die noch wenig bekannt sind. So verkauft sie beispielsweise Kreidetafeln, die von einer Mutter mit einem beeinträchtigten Kind hergestellt werden. Auch Produkte der Stiftungen Tosam, Waldheim und Quellenhof werden im Kapricho angeboten.

Der Markt für lokale Läden ist momentan nicht leicht. Dessen ist sich Rohner bewusst. Sie sei keine Gewinnerin der Coronakrise, aber durch ihre kreative und flexible Art habe sie die Krise bis jetzt überlebt, sagt sie. Am Shop Local Day begrüsse sie darum jeden, der einen weiteren regionalen Laden unterstützen will.

Shop Local Day

Um was geht es?

Die Gründer schreiben auf ihrer Webseite: «Der lokale Einzelhandel ist wichtig. Er macht unsere Städte lebenswert und vielfältig.» Ausserdem weisen sie auf die aktuellen Umstände wegen der Pandemie hin, die das Überleben erschweren. Auch der Trend zum Online-Shopping setzt den Läden zu.

Ziel ist, den Besuchenden die Vorteile des lokalen Einkaufs nahe zu bringen. Positive Erlebnisse und persönliche Kundenbeziehung sind zwei davon. Interessierte Kleinläden können sich auf findeling.ch anmelden und zahlen einen monatlichen Mitgliederbeitrag.

Ist man in diesem Netzwerk, profitieren die Läden von zahlreichen Vorteilen wie die Gestaltung einer ansprechenden Webseite.