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Die Nacht der bissigen Sprüche: Vor allem Politiker kamen an der Cliquenfasnacht in der Region Rorschach drunter

Die Region rund um die Hafenstadt hat am Wochenende den Cliquen gehört. In Bars und Restaurants haben sie dem Publikum mit Musik und Reimen eingeheizt. Hier die besten Sprüche.
Martin Rechsteiner/Ramona Riedener
Da haben sich zwei gefunden: US-Präsident Donald Trump (Michael Götte) posiert mit Uncle Sam. (Bild: Ramona Riedener)Da haben sich zwei gefunden: US-Präsident Donald Trump (Michael Götte) posiert mit Uncle Sam. (Bild: Ramona Riedener)
Tanzstimmung im Pfarreihaus Goldach (Bild: Martin Rechsteiner)Tanzstimmung im Pfarreihaus Goldach (Bild: Martin Rechsteiner)
Die Clique "Äffzeh" im Pfarreihaus Goldach (Bild: Martin Rechsteiner)Die Clique "Äffzeh" im Pfarreihaus Goldach (Bild: Martin Rechsteiner)
Cliquenfasnacht in Tübach (Bild: Ramona Riedener)Cliquenfasnacht in Tübach (Bild: Ramona Riedener)
Die Örgelifäger, Tübach (Bild: Ramona Riedener)Die Örgelifäger, Tübach (Bild: Ramona Riedener)
Hände in die Luft im Stadthofsaal, Rorschach (Bild: Martin Rechsteiner)Hände in die Luft im Stadthofsaal, Rorschach (Bild: Martin Rechsteiner)
Die Clique «Schüfeli & Bäseli», Tübach (Bild: Ramona Riedener)Die Clique «Schüfeli & Bäseli», Tübach (Bild: Ramona Riedener)
Cliquenfasnacht in Tübach (Bild: Ramona Riedener)Cliquenfasnacht in Tübach (Bild: Ramona Riedener)
Die Guggenmusik Räblüüs im "Mariabberg", Rorschach (Bild: Martin Rechsteiner)Die Guggenmusik Räblüüs im "Mariabberg", Rorschach (Bild: Martin Rechsteiner)
"Die (R)an(d)ständigen" im "Rheinfels", Rorschach (Bild: Martin Rechsteiner)"Die (R)an(d)ständigen" im "Rheinfels", Rorschach (Bild: Martin Rechsteiner)
"Susle + Wunderli" im Pfarreiheim, Goldach (Bild: Martin Rechsteiner)"Susle + Wunderli" im Pfarreiheim, Goldach (Bild: Martin Rechsteiner)
Die Clique "Äffceh" im Pfarreiheim, Goldach (Bild: Martin Rechsteiner)Die Clique "Äffceh" im Pfarreiheim, Goldach (Bild: Martin Rechsteiner)
Die «Schwarze Raben», Tübach (Bild: Ramona Riedener)Die «Schwarze Raben», Tübach (Bild: Ramona Riedener)
Cliquenfasnacht in Tübach (Bild: Ramona Riedener)Cliquenfasnacht in Tübach (Bild: Ramona Riedener)
Cliquenfasnacht in Tübach (Bild: Ramona Riedener)Cliquenfasnacht in Tübach (Bild: Ramona Riedener)
Die Clique "Leebe" in (Bild: Martin Rechsteiner)Die Clique "Leebe" in (Bild: Martin Rechsteiner)
"Sepp und Fridolin" im Restaurant Ochsen, Goldach (Bild: Martin Rechsteiner)"Sepp und Fridolin" im Restaurant Ochsen, Goldach (Bild: Martin Rechsteiner)
Die Guggenmusik Räblüüs im "Mariabberg", Rorschach (Bild: Martin Rechsteiner)Die Guggenmusik Räblüüs im "Mariabberg", Rorschach (Bild: Martin Rechsteiner)
"Susle + Wunderli" im Pfarreiheim, goldach (Bild: Martin Rechsteiner)"Susle + Wunderli" im Pfarreiheim, goldach (Bild: Martin Rechsteiner)
"Allerlei" im Restaurant Rehli , Goldach(Bild: Martin Rechsteiner)"Allerlei" im Restaurant Rehli , Goldach(Bild: Martin Rechsteiner)
Sepp und Fridolin" im Restaurant Ochsen, Goldach (Bild: Martin Rechsteiner)Sepp und Fridolin" im Restaurant Ochsen, Goldach (Bild: Martin Rechsteiner)
Tanzmusik im Pfarreiheim Goldach (Bild: Martin Rechsteiner)Tanzmusik im Pfarreiheim Goldach (Bild: Martin Rechsteiner)
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Cliquenfasnacht am See

Was sie nicht alles erleiden müssen, die Gemeindepräsidenten. Als wäre der Politiker-Alltag nicht schon hart genug, müssen sie sich ja bekanntlich immer wieder einiges anhören.

Besonders markig sind die Sprüche an jenem Abend im Jahr, an dem die Cliquen ihr Unwesen treiben. Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit. In Rorschach und Goldach füllten die Narren am Samstagabend Bars und Beizen, dann ging es ans Eingemachte.

Hohn über Hirs

So kriegte Rorschacherbergs Gemeindepräsident Beat Hirs von der Clique «Leebe» sein Fett weg. Thematisiert werden das gescheiterte Kreisel-Projekt und die ausgebremste Überbauung Wiggen: «Weisch, de Hirs isch Jäger. Nur schüsst dä d’Böck dummerwiis au usserhalb vo de Jagdsaison.» Die Gäste im Hafenbuffet johlen.

Auch Stapi-Kandidaten kommen dran

Aber nicht nur Präsidenten, sondern auch Aspiranten für dieses Amt, werden hochgenommen. Über Stadtpräsident-Kandidat Röbi Raths reimt «Leebe»: «Seisch zerscht zweimol nei und denn doch jo/het dich de Dr. Hartmann i d’Mangle gnoh.» Und zum Wahlkampf-Video von Guido Etterlin nimmt das Duo kein Blatt vor den Mund: «Isch das e Werbig für Schloftablette oder für de Wiederiitrtitt i d’Kirche?»

Müller in der Mangel

Auch der amtierende Stadtpräsident Thomas Müller wird auf die Schippe genommen, im Zusammenhang mit der Unterführung Stadtbahnhof, die teurer wird als angenommen. «Do het mer sich pro Stegetritt um es Milliönli verrechnet», kommentiert die Clique «Die (R)an(d)ständigen» spitz in der Bar Rheinfels. Lautes Gelächter. Im «Mariaberg» und im «Stadthofsaal» heizen dem Publikum derweil gerade die Guggenmusig Räblüüs und die Postgugge ein.

Gags über Gemperli

In seiner Gemeinde Goldach kommt Präsident Dominik Gemperli ebenfalls nicht ungeschoren davon. Obwohl «Sepp und Fridolin» sogar Wahlwerbung für ihn machen: Im Restaurant Ochsen präsentieren sie ein Plakat mit der Aufschrift «Bisch kein Plämperli, wählsch de Gemperli». Und Ur-Fasnächtler Walter Zahner, der in Gaddafi-Verkleidung unter dem Namen «Allerlei» im Restaurant Rehli auftritt, schiesst Giftpfeile gegen die Gemeinden Goldach und Untereggen: «Für 450 Franke chasch z’Unteregge en gschützte Baum umhaue. Schad het das Goldach nöd gwüsst. Für es paar Fränkli hett de Buur mit de Motorsäge sicher au bi üsne zwei politische Bäum verbiiglueget.» Er spielt damit auf zwei Bäume an, gegen deren Fällung es Einsprachen gibt, was Goldachs Zentrumsüberbauung blockiert.

Kellen-Knatsch, Geburtenrate und Senioren

Ein gefundenes Fressen für die Fasnächtler ist auch der Kellen-Streit. «Sepp und Fridolin» präsentieren ein Geheimes Dokument des FC Rorschach-Goldach 17. «Do chamer nooläse, weli Übernahme-Ziel sich de FC susch no so gsetzt het: d’Goldacher Badi, d’Schwiizer Nati und di International Raumstation ISS.». Und «Allerlei» giftelt: «De Schuelrotspräsident Gehrig hät jo kein Bauplatz für en neue Chindergarte gfunde. Miner Meinig no wär de Vorplatz vorm Kelle-Restaurant bestens defür geignet.»

Die Clique «Äffceh» stichelt im Pfarreiheim derweil gegen die Nachbargemeinde Tübach und greift die hohe Geburtenrate des Dorfes auf: «Wenn die 1000 Tübacher afangs September am Grümpelturnier sind und chli eis über de Durst trinked im Festzelt, denn gohts anschlüssend halt rund – du weisch, wani mein.»

Unpolitisch aber bitterböse ist ein Witz des Cliquen-Duos «Susle + Wunderli», ebenfalls im Pfarreiheim: «Ä wiili lang hani jo Aqua-Fit für Seniore gmacht. Aber dött isch au scho lang niemert meh uuftaucht.» Das Publikum quittiert mit grölendem Lachen. Den anwesenden Gemeindepräsidenten sind solche Witze womöglich lieber. Amüsiert haben sie sich an dem Abend aber bestimmt so oder so.

Schandmäuler machen Thal unsicher

Es ist eine Nacht, in der die Thaler zusammenkommen. Die Gasthäuser Ochsen, Jägerhaus, Looping und Weisses Rössli sind gut gefüllt. Einige der Gäste sind verkleidet, an einer Tischreihe sitzt ein Heer von Bananen. Die Stimmung ist gut, es herrscht Gelächter. Und dieses nimmt zu, als die Staader Klicken mit ihren oft bitterbösen Reimen, vor die Menge treten. So greifen die «Rätschhexen» die vergangene 1.-August-Feier in Staad auf und sagen, der Wettergott sei sicher kein Staader gewesen. «Es Unwätter im dümmschte Moment/Und e Menschemengi, wo i Deckig rennt.»

Röbi Raths und das Tattoo

Wer natürlich von allen Klicken aufs Korn genommen wird, ist Gemeindepräsident Röbi Raths. Werde er in Rorschach gewählt, wollen ihm die «Rätschhexen» zum Abschied ein Thaler Gemeindewappen-Tattoo stechen. Auf welche Körperstelle, das möchte der Verfasser dieses Berichts der Fantasie der geneigten Leserschaft überlassen. Am Ende skandieren die Hexen jedenfalls: «S’Resultat wömmer denn in Natura gseh!». Schallendes Gelächter im Saal. Eine gehörige Portion Sarkasmus steckt in diesen Zeilen: «Es sött in Staad en Lidl geh!?/Denn verdienend d’Österriicher jo gar nüt meh!»

Und dass die Thaler Bauern für den Olma-Umzug auf die Frauen verzichtet haben und dann nicht alles ganz rund verlief, quittieren die «Rätschexe» mit Häme. Die drei Thalerinnen traten dieses Jahr das letzte Mal auf. Genauso wie die Klicke «3 Thaler-Tschugger». Mit einer Erzählung ernteten die drei ehemaligen Polizisten besonders viele Lacher: So mussten die Frauen des FC St. Gallen-Staad vor dem Match gegen den FC Young Boys Bern ihre Garderobe aufräumen. «Sie mached kurzerhand en Flohmarkt mit allem was umeliit/Wos immerhin für jedes Teil en Füfliiber git. Do hends au es Netz voll Fuessbäll verchauft, die sind weg wie gstört/Nur hend die ebe de Berner Fraue ghört.»

Alt und Jung in Tübachs Beizen

An der traditionellen Tübnacht, der Nacht der Tübacher Fasnächtler haben drei Cliquen und drei musikalische Formationen für Stimmung und Unterhaltung gesorgt. Vampire, Clowns, Hexen verfolgten dicht gedrängt das Geschehen in den drei Beizen Sonne, Landhaus und Löwen.

Feiern die ganze Nacht

So war am vergangenen Freitagabend alles unterwegs was in Tübach Rang und Namen hat. Dicht gedrängt sassen die Fasnächtler in der «Sonne», wo die Stimmungskanonen der HGQ Vollgas gaben. Tübachs Jungtalente Adrian Granwehr, Armin Stadelmann und Marius Fuchs genannt die Örgelifäger, sorgten im «Landhaus» für einen fidelen Auftakt. Im «Löwen» gab es Rambazamba mit den Tübnachtschwärmern, der Guggenparade aus der Musikgesellschaft Tübach-Horn.

Besuch von Donald Trump

Ob Fasnachtsputz, Schnitzelbänkler oder Musikus, alle zirkulierten von Beiz zu Beiz, sagten, was sie zu sagen hatten, und feierten die ganze Nacht. So fungieren die Geschwister Rebecca, Christoph und Niklaus Stadelmann sowie Rafael Locher alias «d`Jungspünte» als Experten in Sachen «Delikates von der Cervelatprominenz» seit neustem auch als Sozialdetektive. Mit von der Partie waren auch Andrea Götte, Sonja Schär und Sonja Kehl als «Schüfeli & Bäseli», ihre geheimen Informanten haben und alles mit spitzer Zunge weitergeben. Dazu kamen Lena Barletta, Ursula Gschwend, Gabriela Kern, Corina Früh und Birgit Koster. Als «Schwarze Raben» pfiffen sie alles von den Dächern, was die Tübacher eigentlich lieber vergessen würden.

Und dann war da noch einer: blonde Perücke, Maske, Anzug und darunter ein T-Shirt mit der Aufschrift «Make Tübach great again». Unschwer zu erraten, wen das darstellt. Etwas schwerer aber, wer hinter der Maske steckt. Zuverlässige Quellen behaupten, es ist der Gemeindepräsident Michael Götte. Vollständige Gewissheit gibt es vielleicht an Tübnacht 2020.

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