Grünes Licht für den neuen Autobahnanschluss: Rorschach und Goldach sagen Ja zum Millionenprojekt +++ Thomas Müller: «Region hat wohl aus der Vergangenheit gelernt»

Die Stimmberechtigten von Rorschach und Goldach haben dem Projekt Autobahnanschluss Plus grossmehrheitlich zugestimmt. Damit verpflichten sie ihre Gemeinden, Millionen-Beiträge an die neue Kantonsstrasse zum See zu leisten.

Drucken
Teilen
Jetzt ist es definitiv: In der Region Rorschach wird ein neuer Autobahnanschluss gebaut. (Bild: Michel Canonica)

Jetzt ist es definitiv: In der Region Rorschach wird ein neuer Autobahnanschluss gebaut. (Bild: Michel Canonica)

Das Endresultat:

  • Die Gemeinden Rorschach und Goldach haben dem Projekt Autobahnanschluss Plus grossmehrheitlich zugestimmt.
  • Die Stimmbeteiligung in Rorschach lag bei 46 Prozent. Aus der Abstimmung resultierten 1026 Ja- und 846 Nein-Stimmen. 
  • In Goldach lag die Stimmbeteiligung bei rund 55 Prozent. 2123 Personen stimmten mit Ja, 1148 mit Nein ab. 
  • Frühestmöglicher Baubeginn des Projekts ist 2028.

(limlex) Es war ein emotionaler und harter Abstimmungskampf, der am Sonntag zugunsten der Befürworter des geplanten Autobahnanschlusses in der Region Rorschach zu Ende ging. Rorschach stimmt der Vorlage mit 1026 Ja-Stimmen zu. Der Anteil der Nein-Stimmen lag bei 846. In der Gemeinde Goldach ist die Zustimmung noch deutlicher: Der Ja-Anteil beträgt hier 2123 Stimmen, 1148 Personen stimmten mit Nein ab. Damit geben die Gemeinden grünes Licht für eines der grössten Verkehrsprojekte der vergangenen Jahrzehnte in der Region Rorschach.

Das Gesamtprojekt «Autobahnanschluss Plus» soll rund 315 Millionen Franken kosten und wird grossteils durch Kanton und Bund finanziert. Das Projekt umfasst den neuen Autobahnanschluss Witen in Goldach (108 Millionen Franken), eine neue Kantonsstrasse zum See (166 Millionen Franken) und Begleitmassnahmen (40 Millionen Franken). 

Die Blumenfeldstrasse und der Knoten Klosterstrasse. (Visualisierung: PD)
7 Bilder
Das Anschlusswerk und Portal Süd beim Tunnel Hohrein. (Visualisierung: PD)
Der Knoten Pestalozzistrasse und das Portal Süd beim Tunnel Industriestrasse. (Visualisierung: PD)
Die Industriestrasse mit Blick in Richtung See. (Visualisierung: PD)
Das Portal Nord des Tunnels Industriestrasse und der Knoten Löwenstrasse. (Visualisierung: PD)
Das Portal Nord des Tunnels Hohrein und der Knoten Sulz. (Visualisierung: PD)
Die Gesamtübersicht des Projekts. (Visualisierung: PD)

Die Blumenfeldstrasse und der Knoten Klosterstrasse. (Visualisierung: PD)

Bei der Abstimmung ging es um den Anteil der Gemeinden an der Kantonsstrasse. Goldach und Rorschach beteiligen sich mit der Zustimmung der Bevölkerung mit je 2,125 Millionen Franken. Rorschacherberg hat bereits an der Bürgerversammlung 1,5 Millionen genehmigt. 

Der abtretende Rorschacher Stadtpräsident Thomas Müller war an der Pressekonferenz sichtlich erfreut über das Endergebnis. «Ich möchte betonen, dass das Projekt ein Gemeinschaftswerk von allen drei Gemeinden war. Wir haben in den vergangenen Jahren super zusammengearbeitet.» Müller zeigte sich auch zuversichtlich, dass die Region wohl aus der Vergangenheit gelernt habe. «Ich habe immer gesagt: Man muss grosse Projekte packen, wenn sich die Chance ergibt. Das hat die Bevölkerung diesmal getan.» 

Goldachs Gemeindepräsident Dominik Gemperli stimmt Müller zu. «Das deutliche Resultat gibt uns Recht, dass unsere Zusammenarbeit bei diesem Projekt hervorragend war. Die vergangenen Wochen waren sehr intensiv, es war nicht einfach, eine Prognose zum Ergebnis abzugeben. Mich freut es daher umso mehr, dass die Stimmbeteiligung mit rund 55 Prozent hoch war. Das Projekt ist eine grosse Chance für die ganze Region.» 

Die Verkündung des positiven Abstimmungsresultates im Rorschacher Gemeindehaus liess sich auch Beat Hirs, Gemeindepräsident von Rorschacherberg, nicht entgehen. «Uns freut es, dass unsere Nachbargemeinden dem Projekt zugestimmt haben. Wir haben 15 Jahre intensiv daran gearbeitet. Meiner Meinung nach wurde hier ein sehr gutes Projekt herausgearbeitet, der Region wird eine Chance geboten. Es freut mich, dass die Bevölkerung dem nun zugestimmt hat.» 

Freuen sich über das Ja der Bevölkerung: (v.l.) Rorschachs abtretender Stadtpräsident Thomas Müller, Goldachs Gemeindepräsident Dominik Gemperli und der Gemeindepräsident von Rorschacherberg, Beat Hirs. (Bild: lex)

Freuen sich über das Ja der Bevölkerung: (v.l.) Rorschachs abtretender Stadtpräsident Thomas Müller, Goldachs Gemeindepräsident Dominik Gemperli und der Gemeindepräsident von Rorschacherberg, Beat Hirs. (Bild: lex)

Frühestmöglicher Baubeginn im Jahr 2028

Das Ja aus den beiden Seegemeinden überrascht nicht. Zwar machten die Gegner des Projekts in den vergangenen Wochen mobil, das Millionenprojekt war aber breit abgestützt. Die Regionalparteien von CVP, FDP, SVP, der Arbeitgeberverband Rorschach und Umgebung sowie die Gewerbevereine der drei Gemeinden sprachen sich für ein Ja aus. Einzig die SP fasste die Nein-Parole, die Grünen bezeichneten den Anschluss als «unnötig». 

Mit der Zustimmung der beteiligten Gemeinden geht es nun in die nächste Phase. Bis die ersten Autos die neue Autobahnausfahrt nehmen, dauert es noch einige Jahre. Als frühestmöglicher Baubeginn gilt 2028.

Die Tagblatt-Umfrage vor dem Urnengang zum Thema:

Mehr zum Thema: