Grüne und Junge Grüne wollen die Märkte in St.Gallen wieder eröffnen – die Stadtpolizei präsentiert eine andere Lösung

Der Wochen- und Bauernmarkt sind wegen des Coronavirus verboten. Die Grünen wollen dies ändern, doch die Polizei hat eigene Ideen.

Christoph Renn
Merken
Drucken
Teilen
Nur der ständige Markt darf auch während der Coronakrise offen haben – vorerst gilt die Regel bis 11.Mai.

Nur der ständige Markt darf auch während der Coronakrise offen haben – vorerst gilt die Regel bis 11.Mai.

Bild: Ralph Ribi

In Altstätten finden der Wochen- und der Bauernmarkt unter Einhaltung der Anti-Corona-Regeln des Bundes wieder statt. In St.Gallen sind die Wochenmärkte vom Mittwoch und Samstag sowie der Bauernmarkt vom Freitag immer noch sistiert. Das stört die Fraktion von Grünen und Jungen Grünen im Stadtparlament. In einer Einfachen Anfrage erkundigen sie sich beim Stadtrat, ob die Wiederaufnahme der Märkte nicht auch in St.Gallen wieder möglich wäre.

Die St.Galler Stadtpolizei präsentiert hingegen eine alternative Lösung mit Lebensmittelständen auf öffentlichen Plätzen, wie es in einer Mitteilung heisst. Dieses Angebot soll vorerst bis 11.Mai die städtischen Märkte ersetzen.

«Jeder wäre froh, wenn die Märkte wieder stattfinden»

Für die Grünen und Jungen Grünen ist klar: Die Stadt St.Gallen habe genügend Plätze und Gassen zur dezentralen Durchführung von Wochen- und Bauernmärkten, schreiben sie. Diese Ansicht teilt Marktsprecher Peter Wetli, der einen Stand am ständigen Markt betreibt, nur bedingt:

«Um die Märkte in der Stadt wieder zu eröffnen, brauche es zuerst ein gescheites Konzept.»

Jeder Markthändler wäre aber froh, wenn die Märkte wieder stattfinden könnten. Die Stände müssten jedoch derzeit mit genügend Abstand aufgestellt werden. Hier sieht Wetli in St.Gallen im Vergleich zu Altstätten jedoch ein Problem: Der Platz könnte knapp werden. Denn: «Wenn der stationäre Handel wieder eröffnet, möchte dieser sicherlich keinen Marktstand vor seinen Schaufenstern.»

Für die Fraktion der Grünen und Jungen Grünen ist hingegen klar, dass der Betrieb unter Einhaltung der Anti-Corona-Regeln auch in St.Gallen klappen könnte, wie der ständige Markt zeige. Er ist täglich geöffnet, die Auslagen der Marktfahrer sind aber «in die Breite» gezogen, damit die Kundinnen und Kunden die Mindestabstände einhalten können. Wochen- und Bauernmärkte, wie es sie vor der Krise gab, wird es vorerst bis zum 11.Mai nicht geben, wie die Stadtpolizei gestern in der Mitteilung deutlich gemacht hat.

Auch danach wird es wohl Einschränkungen geben. Für Wetli ist dieser Entscheid nachvollziehbar. Denn: «Das Schlimmste für alle wäre, wenn die Märkte wieder öffnen, man jedoch merkt, dass es nicht funktioniert.» Sowohl die Verkäuferinnen und Verkäufer als auch die Kundinnen und Kunden müssten mit geeigneten Massnahmen geschützt werden. Wetli stellt klar:

«Ich bin der Letzte, der sich gegen eine Wiedereröffnung stellt, denn davon profitieren alle.»

Deshalb hoffe er, dass die Stadt im Dialog mit der Marktpolizei und den Marktfahrern bald eine taugliche Lösung präsentiert. Ein Konzept für die Wiedereröffnung präsentiert die Stadtpolizei zwar noch nicht, aber eine Alternative.

Die Stände haben Freitag und Samstag offen

Mit Blick auf die anstehende Lockerung hat die Stadtpolizei entschieden, dass ab morgen jeweils freitags und samstags auf öffentlichen Plätzen in der Stadt sieben Händler frische Lebensmittel verkauft dürfen. Die einzelnen Stände, die sich aus Teilnehmenden des Bauern- und Wochenmarktes zusammensetzen, sind während jeweils vier Stunden, am Freitag von 8 bis 12 und am Samstag von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Wie die Situation für die Märkte nach dem 11.Mai aussieht, ist offen. Die Polizei beobachte aber die Entwicklung bezüglich Lockdown.

Bei der Erarbeitung der Alternativlösung achtete die Polizei gemäss Mitteilung darauf, dass die Lebenmittelstände räumlich voneinander getrennt sind. Deshalb haben sie sich für den Bären-, Grüninger-, Gallus-, und Kornhausplatz entschieden sowie für den Platz beim Vadiandenkmal. Von zwei Interessenten wartet die Stadtpolizei aktuell noch auf eine definitive Zusage. Nicht betroffen von diesem Angebot sind die ständigen Lebensmittelstände auf dem Marktplatz und dem Blumenmarkt.