Grossverteiler können in Gossau nicht ausbauen, weil Wilerstrasse und Kanton überlastet sind

Der Kanton hat keine Zeit für ein neues Betriebskonzept. Das blockiert auch Coop und vermutlich die Migros.

Johannes Wey
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Viel Verkehr auf der Wilerstrasse. Auf der Brache links im Bild will Coop einen neuen Supermarkt bauen.

Viel Verkehr auf der Wilerstrasse. Auf der Brache links im Bild will Coop einen neuen Supermarkt bauen.

Bild: Ralph Ribi (23. Oktober 2019)

Die Stadt Gossau hat grosse Pläne an ihrer westlichen Pforte. Im Gebiet Eichen sollen laut Stadtentwicklungskonzept Betriebe mit vielen Arbeitsplätzen angesiedelt werden. Ausserdem soll verdichtet und aufgewertet und sogar Landreserven für das Gewerbe geschaffen werden. Das alles unter Berücksichtigung der «verkehrlichen Kapazitäten». Nur: Die Wilerstrasse ist überlastet. Und weil auch das kantonale Tiefbauamt überlastet sei, könne daran vor 2024 nichts geändert werden, teilt die Stadt Gossau mit. Titel der Mitteilung:

«Entwicklung Gebiet Eichen vor dem Start gestoppt»

Laut Stadtentwickler René Haefeli gibt es auf der Strasse zwei Vorhaben, die nicht verwechselt werden dürfen: Zum einen soll entlang der Kantonsstrasse ein Geh- und Veloweg gebaut werden, gegen den ein Dutzend Einsprachen hängig sind. Zum anderen soll ein neues Betriebs- und Gestaltungskonzept Linderung auf der Wilerstrasse bringen. Dazu hat der Kanton aber nun bis 2024 keine Kapazitäten.

Grossverteiler bringen mehr Verkehr

«Wir müssen den Verkehr auf der Wilerstrasse verstetigen können», sagt Haefeli. Zu diesem Zweck hat die Stadt eine Umfrage bei den Grundeigentümern und Betrieben durchgeführt, unter anderem um herauszufinden, welche Einfahrten gegebenenfalls zusammengefasst werden können.

Gossauer Stadtentwickler René Haefeli.

Gossauer Stadtentwickler René Haefeli. 

Bild: PD

Hinzu kommt, dass Migros und Coop im Center Moos respektive am Wilerkreisel neue Filialen planen, verbunden mit entsprechendem Mehrverkehr auf der Wilerstrasse und an den Verkehrsknoten. «Solange es keine Lösung für die Wilerstrasse gibt, sind die beiden Supermärkte kaum bewilligungsfähig», sagt Haefeli.

Coop erwartet Verzögerung, Migros nicht

Bei Coop weiss man laut Sprecher Markus Brunner noch nicht, inwiefern das Unternehmen etwas zu einer Beschleunigung der Baubewilligung auf dem ehemaligen Hastag-Areal beitragen kann. «Wir sind selbstverständlich daran interessiert, dass wir vor 2024 eine Baubewilligung für den neu geplanten Supermarkt erhalten», schreibt er auf Anfrage. Trotzdem rechne man mit einer Verzögerung. Ursprünglich plante der Grossverteiler, den Laden diesen Herbst zu eröffnen.

Die Migros hingegen rechnet damit, dass ihr Einzug in die ehemalige OVS-Filiale im Center Moos von einer Verzögerung verschont bleibt: «Es geht um bestehende Detailhandelsflächen», sagt Sprecher Andreas Bühler. Zudem sei das Projekt schon länger eingereicht. Wie Coop wird die Migros von Einsprachen gebremst. Ob es dabei um das Verkehrsaufkommen geht, will Bühler nicht sagen.