Grosse Beteiligung an geplanter Fotovoltaik-Anlage in Wil

Jonas Manser
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In Wil ist man bereits einen Schritt weiter: Seit Ende Oktober kann die Bevölkerung Solarzellen kaufen. Die Technischen Betriebe Wil (TBW) planen bis Sommer 2019 auf dem Dach der Eishalle Bergholz eine Fotovoltaik-Anlage zu errichten. «Nach nur knapp zwei Monaten sind bereits über 70 Prozent des ersten Projektabschnittes reserviert», sagt Christian Ebneter, zuständig für Markt und Kunden bei den TBW. Er ist überzeugt, dass das Projekt vollständig von den Bürgerinnen und Bürgern finanziert werden kann. «Die nachhaltige Stromversorgung scheint ein grosses Anliegen der Wiler Bevölkerung zu sein.» Die Fläche der neuen Anlage soll in einem ersten Schritt 597 Quadratmeter gross sein. Die TBW planen, ab nächsten Sommer die zweite Etappe auszuschreiben. Wobei die Fläche in etwa gleich gross sei, sagt Ebneter. Gebaut werde aber erst, wenn genug Panels verkauft seien. Die Solarzellen der Anlage sollen jährlich 47,7 Megawattstunden Strom liefern. Genug, um 14 Haushalte komplett zu versorgen.

Zusammenarbeit mit Zürich

Die TBW orientieren sich am Projekt der Zürcher Elektrizitätswerke und arbeitet direkt mit ihnen zusammen (siehe Haupttext). So kostet ein Quadratmeter der Fotovoltaikanlage in Wil ebenso 250 Franken. In Form einer Gutschrift wird der «eigene» Solarstrom während 20 Jahren von der Energierechnung abgezogen. Finanzielle Vorteile gebe es durch das Projekt weder für die Stadt noch für die Anteilskäufer, sagte der Wiler Stadtrat Daniel Meili gegenüber der «Wiler Zeitung», als das Projekt im Juli vermeldet wurde. Eine Beschränkung der maximalen Anteile sorge dafür, dass eine Grossfirma nicht die gesamte Fläche aufkaufen könne, um so Profit zu machen.

Bis 2050 soll der Solarstromanteil der Stadt Wil 15 Prozent betragen. Als Zwischenziel wird bis 2020 ein Anteil von 5 Prozent anvisiert – momentan liegt er noch bei 3,5 Prozent.