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Grösste Plantage nördlich der Alpen:
30 Tonnen Marroni vom Bodensee

Mit 151 Bäumchen hat es vor drei Jahren begonnen, nun wachsen bald über 590 Edelkastanien in der weiteren Region Rorschach. Das Pionierprojekt der Goldacher Filipp und David Fässler ist einzigartig in der Schweiz. Bald werden dabei auch Feigen eine Rolle spielen.
Rudolf Hirtl
David Fässler mit einem Büschel der resistenten und winterharten Marronisorten, die er aus Frankreich und Italien importiert hat. (Bild: Rudolf Hirtl)

David Fässler mit einem Büschel der resistenten und winterharten Marronisorten, die er aus Frankreich und Italien importiert hat. (Bild: Rudolf Hirtl)

David Fässler stapft mit einigen Jungbäumen über den Acker. Es staubt bei jedem Schritt auf. «Kein Problem», sagt er lachend, «nur die Oberfläche ist etwas trocken, die Erde selbst ist feucht. Die Marroni werden auch ohne sie zu bewässern anwachsen.» Bis am Abend wird er auf einer Hektare Land nicht weniger als 200 Bäumchen gepflanzt haben. Hier im Weiler Holz in Egnach sind es die Sorten Bouche de Bétizac und Maraval. «Verschiedene Sorten müssen es sein, weil Edelkastanien Fremdbefruchter sind», erklärt der 28-Jährige. Die Marroni-Plantage, die grösste nördlich der Alpen, legt der Gemüsegärtner im Rahmen der Diplomarbeit zur Meisterprüfung an. «Ich bin Peter Scherrer, der mir den Boden hier für 30 Jahre verpachtet, sehr dankbar, dass er mir diese Chance gibt», sagt der Goldacher.

Auf der Bleiche in Rorschacherberg konnten bereits Marroni geerntet werden. (Bild: Rudolf Hirtl)

Auf der Bleiche in Rorschacherberg konnten bereits Marroni geerntet werden. (Bild: Rudolf Hirtl)

Begonnen hat es in der Bleiche in Rorschacherberg

Auch Vater Filipp Fässler ist zugegen und verteilt Jungbäume auf dem Feld. Er war es auch, der im Januar 2016 als erster in der Ostschweiz im grösserem Stil Marroni anbaute. Auf der Bleiche in Rorschacherberg pflanzte er 151 Bäume der Sorten Marigoule und Marsol, die im vergangenen Herbst bereits einen ersten kleinen Ertrag abwarfen.

Filipp Fässler pflanzt in diesen Tagen ebenfalls wieder Marronibäumchen. 120 in Buechen, auf dem Gelände nach dem Sportplatz Bützel. Für weitere 120 ist er noch auf der Suche nach Land. Gesamt werden es also 591 Edelkastanien sein.

Erste Marroni werden an den jungen Bäumen voraussichtlich schon nach einem Jahr wachsen. In fünf Jahren sind zehn Kilo zu erwarten und in zehn Jahren sind dann im optimalen Fall Erträge von bis zu 50 Kilo pro Baum möglich. Spielt die Natur mit, so werden Fässlers also mittelfristig gegen 30 Tonnen Marroni ernten können. Um den Absatz brauchen sie sich keine Sorgen zu machen, denn die Lebensmittelindustrie zeigt bereits grosses Interesse.

Auf der Suche nach der richtigen Feigensorte

Eigentlich wollten Filipp und David Fässler ihre Marroni-Felder mit Feigenbäumen eingrenzen. «Momentan sind wir noch auf der Suche nach einer robusten Sorte, die auch hier in unseren Breitengraden reife Früchte bringt», sagt David Fässler. Möglich würden derartige Neupflanzungen im grossen Stil durch das Klima, das auch hier spürbar milder geworden sei. Zudem würden die kälteempfindlichen Plantagen vom nahen Bodensee als Wärmespeicher profitieren.

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