Der neue Wittenbacher Gemeindepräsident macht vor Stellenantritt noch einen Monat Ferien

Der neue Wittenbacher Gemeindepräsident Oliver Gröble wird seine Stelle am 1. Februar antreten – obwohl er als Standortförderer beim Kanton bereits auf Ende Dezember kündigt.

Johannes Wey
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Oliver Gröble bezieht sein Büro im Gemeindehaus am 1. Februar. (Bild: Hanspeter Schiess)

Oliver Gröble bezieht sein Büro im Gemeindehaus am 1. Februar. (Bild: Hanspeter Schiess)

Wenn der abtretende Wittenbacher Gemeindepräsident Fredi Widmer Ende Jahr sein Büro räumt, bleibt der Chefsessel erst einmal leer. Das war schon vor der Wahl seines Nachfolgers klar; sowohl Norbert Näf als auch der spätere Sieger Oliver Gröble verwiesen auf die Kündigungsfristen in ihren bisherigen Anstellungen.

Nun hat die Gemeindekanzlei mitgeteilt, wie der Wechsel abläuft: Oliver Gröble ist zwar ab 1. Januar Gemeindepräsident, tritt die Stelle aber erst am 1. Februar an. Bis dahin wird Bruno Brovelli als erster Vizepräsident die Geschäfte führen.

Kanton lässt Gröble eher ziehen

Allerdings hätte Gröble die Stelle schon zum Jahreswechsel antreten können. Der Kanton sei ihm entgegengekommen und er könne auf Ende Dezember kündigen, sagt der neue Gemeindepräsident. Trotzdem will er vor seiner neuen Aufgabe einen Monat lang aussetzen.

«Das wäre sonst ein zu harter Wechsel.»

Somit wird Gröble im Januar auch noch nicht auf der Lohnliste stehen. Allerdings werde er an den Gemeinderatssitzungen und einer Sitzung der Infrastrukturkommission teilnehmen. «In wichtigen Fällen stehe ich ebenfalls zur Verfügung.»

Bis zum Stellenantritt steht Gröble auch noch die Vorstellungsrunde beim Verwaltungspersonal bevor. «Fredi Widmer wird mich durch das Gemeindehaus führen. Ausserdem werde ich beim Personalanlass dabei sein», sagt Gröble.

Die künftige Kollegin und die künftigen Kollegen im Gemeinderat hat Gröble bereits an der konstituierenden Sitzung vom 5. Dezember kennen gelernt. «Ich fühlte mich gut aufgenommen.»

Dabei wurde festgelegt, dass Oliver Gröble die meisten Aufgaben und Kommissions­tätigkeiten seines Vorgängers übernimmt. Zum Ressort Präsidium gehören unter anderem die Finanzen, der ÖV, die Raumplanung und die Verwaltung. Zudem steht der Gemeindepräsident etwa der Bau- und Ortsplanungskommission, dem Einbürgerungsrat sowie der Betriebskommission des Alterszentrums vor.

An der konstituierenden Sitzung wurde auch festgelegt, dass die neu gewählte Gemeinderätin Silvia Schlegel von Vorgänger Thomas Zünd das Ressort Gesundheit und Kultur übernimmt.

Brovelli rechnet mit Vollzeitpensum

Bruno Brovelli hatte 2011 selber als Gemeindepräsident kandidiert. Nun leitet er die Geschicke der Gemeinde doch noch, zumindest für einen Monat. Ein lange gehegter Traum geht damit aber nicht in Erfüllung, verneint er lachend. Wenn man sich als Vizegemeindepräsident zur Verfügung stelle, dann müsse man auch darauf gefasst sein, den Gemeindepräsidenten zu vertreten.

«Ich habe mir vorgenommen, möglichst oft im Gemeindehaus präsent zu sein. Als Pensionär kann ich mir das gut einrichten.»

Brovelli geht davon aus, dass ihn im Januar ein 80- bis 100-Prozent-Pensum erwartet.