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Gossaus grüne Spitzen - viele Parteipräsidenten bringen wenig Erfahrung mit

Vier Parlamentsparteien haben im letzten Jahr den Präsidenten gewechselt. Lediglich die SP kann in der Vorbereitung auf die Kommunalwahlen 2020 auf ein erfahrenes Oberhaupt zählen.
Adrian Lemmenmeier

Elmar Hardegger präsidiert seit gut einem Jahr die CVP Gossau-Arnegg. Im Vergleich zu anderen Parteivorsitzenden der Stadt ist er die Amtszeit betreffend aber fast ein Oldie. Andrin Fröhlich, Präsident der FDP, hat seinen Posten diesen Januar angetreten. Andreas Oberholzer von der SVP und Christian Schlegel von der Freien Liste Gossau (Flig) präsidieren ihre Parteien gerade einmal seit Mai. Einziges Urgestein an der Spitze einer Gossauer Ortspartei ist somit Ruedi Blumer von der SP. Der 61-Jährige hat das Präsidium der SP Gossau-Arnegg seit mehreren Jahren inne. Und er habe auch nicht vor, demnächst aufzuhören. «Wenn wir aber eine gute Nachfolge finden, klebe ich nicht an diesem Amt», sagt Blumer.

Die alte Eiche in Gossaus Landschaft der Parteipräsidenten: Ruedi Blumer (SP). (Bild: Urs Bucher)

Die alte Eiche in Gossaus Landschaft der Parteipräsidenten: Ruedi Blumer (SP). (Bild: Urs Bucher)

Die übrigen Parteipräsidenten hatten bisher kaum Zeit festzukleben. Welchen Stempel aber wollen sie ihrer Ortspartei aufdrücken? Was haben Sie bereits verändert? Und wie wollen sie mangelnde Erfahrung bei den 2020 anstehenden Parlamentswahlen wettmachen?

Der Berufsoffizier Andreas Oberholzer präsidiert seit Mai die SVP Gossau-Arnegg. (Bild: PD)

Der Berufsoffizier Andreas Oberholzer präsidiert seit Mai die SVP Gossau-Arnegg. (Bild: PD)

Weniger Schnittstellen oder mehr Ressorts

«Wir haben den Parteivorstand von sechs auf fünf Personen gekürzt», sagt Andreas Oberholzer von der SVP Gossau-Arnegg. «Ich bin ein Befürworter kurzer Wege und weniger Schnittstellen». So habe man die Funktion des Beisitzes gestrichen. Dieselbe Umstrukturierung hat auch die Gossauer FDP unter Andrin Fröhlich vollzogen. «Ich sehe nicht ein, wieso es in einem Vorstand jemanden braucht, der dabei sitzt, ohne eine Funktion auszuüben», sagt der 24-jährige HSG-Student. Die CVP hingegen hat ihren Vorstand im letzten Jahr von fünf auch acht Personen erweitert. «Wir konnten so die Verteilung der Ressorts den kantonalen Parteistrukturen anpassen», sagt Elmar Hardegger. Christian Schlegel, seit Mai Präsident der Flig, will den Fokus darauf setzen, neue Mitglieder zu gewinnen. «Die meisten unserer Mitglieder sind älter als 50. Ziel muss es sein, wieder mehr Leute zwischen 20 und 50 anzusprechen», sagt der 41-jährige Informatikspezialist. Dazu wolle die Flig vor allem ihren Internetauftritt auffrischen. «Wir wollen aber auch weiterhin an Parteianlässen direkt auf die Leute zugehen.»

Elmar Hardegger wurde im Mai 2017 an die Spitze der CVP Gossau gewählt. (Bild: Ralph Ribi)

Elmar Hardegger wurde im Mai 2017 an die Spitze der CVP Gossau gewählt. (Bild: Ralph Ribi)

Mit Frische gegen Erfahrung

Die Kommunalwahlen vom Herbst 2020 sind in den meisten Parteien bereits ein Thema. «Wir sind in der Vorbereitung», sagt SP-Präsident Ruedi Blumer. Denn Wahlen kämen immer schneller als gedacht. «Unser Ziel ist es, einen fünften Sitz zu gewinnen», so Blumer. SP, FDP und Flig sind im Stadtparlament mit je vier, CVP und SVP mit je neun Mitgliedern vertreten. Auch die SVP fasst den Wahlkampf bereits ins Auge. «Wir werden nach den Sommerferien den Fokus auf 2020 legen», sagt Andreas Oberholzer. «Dann werden wir auch einen Wahlkampfleiter bestimmen.» Bei der CVP sondiere man bereits bei möglichen Kandidaten für die Wahl in den Kantonsrat vom Februar 2020. «Bei den Ortswahlen sind wir allerdings noch nicht so weit», sagt Elmar Hardegger. Die Wahlen sind für Andrin Fröhlichs FDP ein ständiges Thema. «Es ist aber nicht so, dass wir morgen anfangen, Inserate zu schalten.» Das Ressort Wahlen sei bei der Partei derzeit denn auch noch vakant. Die Flig schliesslich hat ihr Augenmerk noch nicht auf die Wahlen von 2020 gerichtet, wie Präsident Christian Schlegel sagt.

Seit Mai präsidiert Informatikspezialist und -dozent Christian Schlegel die Flig. (Bild: PD)

Seit Mai präsidiert Informatikspezialist und -dozent Christian Schlegel die Flig. (Bild: PD)

Inwiefern spielt die Tatsache, dass vier der fünf Präsidenten erst seit kurzem im Amt sind, für die Wahlen eine Rolle? «Meine langjährige Erfahrung als Parteipräsident ist im Wahlkampf sicher ein Vorteil», sagt Ruedi Blumer. «Allerdings mache ich mir keine Illusionen, dass diese Erfahrung in den anderen Parteien genauso vorhanden ist, wenn auch nicht bei den Präsidenten.» Ähnlich sehen das die Vorsteher der übrigen Parteien: Politische Erfahrung sei sicher wichtig, aber auch ausserhalb des Präsidiums zu finden. Ausserdem biete die politische Frische auch gewisse Vorteile. «Wenn man weniger Erfahrung hat, kennt man die alten Geschichten weniger», sagt Elmar Hardegger. «Das kann helfen, über frühere Querelen zwischen den Parteien hinwegzusehen.» Für Andrin Fröhlich ist es immer ein Abwägen: «Wer lange dabei ist, hat mehr Erfahrung, läuft aber auch Gefahr, weniger spontan und innovativ zu sein.» Ob Erfahrung oder Einfallsreichtum: Welche Partei an den Parlamentswahlen gut abschneidet, hängt nicht zuletzt davon ab, welche Namen auf der Liste stehen.

Der HSG-Student Andrin Fröhlich steht der FDP Gossau-Arnegg seit Januar vor. (Bild: PD)

Der HSG-Student Andrin Fröhlich steht der FDP Gossau-Arnegg seit Januar vor. (Bild: PD)

Auch die SVP Andwil hat einen neuen Präsidenten

Bei der SVP Andwil kam es kürzlich zum Präsidentenwechsel. Der 22-jährige Jus-Student Mirco Eigenmann hat das Präsidium von Pius Egli übernommen. Eigenmann will die SVP-Andwil für junge Wähler interessanter machen. «Junge Leute bringen neue Ideen. Es ist wichtig, dass es innerhalb einer Partei eine gute Altersdurchmischung gibt.» Der neue Präsident will den Auftritt der Partei im Internet und in den sozialen Medien verbessern. Auch sollen im kommenden Jahr die Parteistatuten überarbeitet werden. An der Lokalpolitik fasziniert Mirco Eigenmann, dass die Auswirkungen der Politik direkt sichtbar sind. «Wir können das verändern, womit wir täglich konfrontiert sind.» (al)

Mit 22 Jahren Präsident der SVP Andwil: Jus-Student Mirco Eigenmann. (Bild: PD)

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