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"Gossauer Wochenzeitung": Nach 30 Jahren ist Schluss

Zum letzten Mal liegt die «Gossauer Wochenzeitung» - oder schlicht GoZ - heute in den Briefkästen. Es ist das Ende einer 30-jährigen Geschichte, in der Besitzer wechselten und Inserate schwanden.
Noemi Heule
Die «Gossauer Wochenzeitung» (GoZ) ging aus der «Gossauer Zeitung» hervor – einer von drei Tageszeitungen, die Mitte der 1980er-Jahre auf dem Platz Gossau um Leser buhlten. 1991 wurde die GoZ zum amtlichen Publikationsorgan der Stadt Gossau. (Bild: Ralph Ribi)

Die «Gossauer Wochenzeitung» (GoZ) ging aus der «Gossauer Zeitung» hervor – einer von drei Tageszeitungen, die Mitte der 1980er-Jahre auf dem Platz Gossau um Leser buhlten. 1991 wurde die GoZ zum amtlichen Publikationsorgan der Stadt Gossau. (Bild: Ralph Ribi)

Heute erscheint sie zum letzten Mal, nachdem am 11. September 1987 das erste Exemplar der «Gossauer Wochenzeitung» (GoZ) aus der Druckmaschine gelaufen war. Während mehr als 30 Jahren hatte sich die Gossauer Medienlandschaft gewandelt. Und mit ihr das Blatt, seine Gestaltung und Ausrichtung. Allein die letzten Monate brachten für die GoZ einschneidende Änderungen: Aus dem eigenständigen Blatt der Tagblatt Gruppe wurde ein regionaler Split der Wochenzeitung «A». Nun wird auch dieser eingestellt. Ganz auf ihr «A» verzichten müssen die Gossauerinnen und Gossauer allerdings nicht. Sie erhalten künftig dieselbe Ausgabe wie St. Gallen und Rorschach, wo neu auch Gossauer Inhalte Platz finden werden.

Die Anfänge der GoZ fallen in eine Zeit, als in Gossau noch drei Zeitungen und drei Lokalredaktionen um Leser buhlten. Eine davon war die «Ostschweiz», in der 1969 der traditionsreiche «Fürstenländer» aufging, ein katholisch-konservatives Blatt mit fast 100-jähriger Geschichte. Das «St. Galler Tagblatt» war mit einer «Ausgabe Fürstenland» präsent. Nebst diesen zwei Mitbewerbern fristete die «Gossauer Zeitung» ein Nischendasein mit einer Auflage von knapp 600 Exemplaren. Um diese Anzahl zu steigern, wurde ihr eine wöchentliche Gratiszeitung zur Seite gestellt. In 11000 Briefkästen wurde die GoZ verteilt. Im Gegensatz zu den drei Tageszeitungen sollte sich die Wochenzeitung ausschliesslich auf das Geschehen in Gossau, Andwil, Niederwil und Waldkirch konzentrieren.

«Lokal total» mit Ein-Mann-Redaktion

«Lokal total» hatte sich die Zeitung auf die Druckfahnen geschrieben, sagt Franz Schildknecht. Er war nicht nur Mitbegründer der GoZ, sondern über 22 Jahre lang auch Allein-Redaktor. «Ich habe jeden Anlass abgedeckt», sagt er, «sieben Tage die Woche, oft bis nach Mitternacht.» Jeden Freitag erschien die GoZ, jede Woche schrieb Schildknecht einen Leitartikel. «Die GoZ war damals immer politisch», sagt er, der selbst für die FDP im Kantonsrat sass. Er habe sein Mandat für politische Berichte genutzt – «nicht immer zur Freude meiner Vorgesetzten». Auch lokale Aspekte nationaler oder kantonaler Themen fanden Eingang in die GoZ.

Franz Schildknecht war 22 Jahre lang Alleinredaktor der GoZ. (Bild: Vanessa Mengel)

Franz Schildknecht war 22 Jahre lang Alleinredaktor der GoZ. (Bild: Vanessa Mengel)

2009 ging Franz Schildknecht frühzeitig in Pension, das Pensum in der Ein-Mann-Redaktion war ihm zu viel geworden. Ein Jahr später kaufte die St. Galler Tagblatt AG das Gratisblatt. Die Devise «lokal total» wurde beibehalten, insbesondere die Vereine waren im Blatt präsent. Allerdings verlor die politische Berichterstattung an Bedeutung. Gesellschaftliche Themen rückten in den Vordergrund. Gleichzeitig nahmen die Inserate und damit Werbeeinnahmen ab, wie überall im Zeitungsmarkt.

Träger der städtischen Mitteilungen

1991, drei Jahre nach ihrer Gründung, wurde die GoZ amtliches Publikationsorgan der Stadt Gossau. Und sie blieb es bis heute. Diese Rolle übernehmen nun die «Gossauer Nachrichten». Das Gratisblatt wird, wie heute die GoZ – beziehungsweise das «A», an alle Haushalte verteilt. 2019 könnte die zweite Wochenzeitung auf dem Platz Gossau den Auftrag bereits wieder verlieren. Mit dem kantonalen Publikationsgesetz ist es ab Sommer 2019 erstmals möglich, amtliche Publikationen ausschliesslich im Internet zu veröffentlichen. Alle Möglichkeiten seien offen – von einem eigenen Publikationsorgan bis hin zu einer Online-Plattform, sagte Urs Salzmann, Kommunikationsbeauftragter der Stadt gegenüber dem «Tagblatt».

Derzeit wird eine Bevölkerungsbefragung ausgewertet. Sie soll zeigen, wie die Gossauer künftig informiert werden wollen. Eins ist allerdings sicher: Mit der letzten Ausgabe der GoZ verschwindet auch deren Name aus der Gossauer Medienlandschaft. Die Stadt Gossau wollte die Namensrechte nicht erwerben.

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