Gossauer Steuerfuss sinkt, Aussenbecken säuft ab

In einer Marathonsitzung hat das Gossauer Stadtparlament das Budget und den Projektierungskredit für den Masterplan Sportanlagen beraten. Ein beheiztes Aussenbecken beim neuen Hallenbad bleibt chancenlos – vorerst.

Johannes Wey
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Mitglieder von Sportvereinen verfolgen die Sitzung des Gossauer Stadtparlaments. Viele mit Vereinstrainern oder sogar einheitlichen Hüten.

Mitglieder von Sportvereinen verfolgen die Sitzung des Gossauer Stadtparlaments. Viele mit Vereinstrainern oder sogar einheitlichen Hüten.

(Bilder: Johannes Wey)

Im Gossauer Stadtparlament entwickelte sich die erwartet zähe Diskussion. Drei Stunden 37 Minuten dauerte die Sitzung, davon alleine zweieinviertel Stunden die Debatte um das Budget. Der Steuerfuss wurde von 121 auf 116 Prozent gesenkt.

Der Projektierungskredit für das Modul 1 des Masterplans Sportanlagen war eigentlich unbestritten. Die Frage, ob ein beheiztes Aussenbecken projektiert werden soll oder nicht, hatte aber viel Publikum in den Fürstenlandsaal gelockt. Darunter waren zahlreiche Mitglieder von Sportvereinen in Vereinskleidung, nachdem sich die IG Sport für den Projektierungskredit ausgesprochen hatte.

Trotz langer Debatte waren die Mehrheitsverhältnisse indes schon zu Beginn klar: Da es innerhalb der Fraktionen keine Abweichler gab, wurde die Projektierung des Aussenbeckens mit 17:12 Stimmen von FDP, Flig und SVP abgelehnt.

IG Sport lanciert Initiative

Unmittelbar nach der Parlamentssitzung reichte die IG Sport ein Initiativbegehren zur Prüfung eines Aussenbeckens ein. Stadtpräsident Wolfgang Giella stellte in Aussicht, dieses womöglich schon an der Stadtratssitzung vom 19. Dezember zu prüfen.

Zahlreiche Mitglieder von Sportvereinen waren in Vereinskleidung im Fürstenlandsaal anwesend.

Zahlreiche Mitglieder von Sportvereinen waren in Vereinskleidung im Fürstenlandsaal anwesend. 

SVP blitzt beim Budget ab

Die SVP blieb mit ihrem Antrag, das Budget zurückzuweisen, chancenlos. Sie machte aber auch ihre Drohung nicht wahr, in diesem Fall das Ratsreferendum zu ergreifen.

Auch eine Reihe weiterer Anträge der SVP fanden nur innerhalb der Fraktion Zustimmung. Chancenlos war auch die SP, die eine Steuerfussreduktion um lediglich zwei statt fünf Prozentpunkte forderte. Die Genehmigung des Budgets erfolgte mit 21 Ja-Stimmen und acht Enthaltungen aus der SVP-Fraktion.

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