Gossauer Stadtrat verzichtet auf Strassenlampen mit Bewegungsmeldern

CVP-Stadtparlamentarier Markus Bernhardsgrütter hat in einer Einfachen Anfrage vorgeschlagen, die Strassenbeleuchtung in der Nacht jeweils während einiger Stunden auszuschalten. Der Gossauer Stadtrat ist aber der Ansicht, dass eine Investition in Bewegungsmelder kein zusätzliches Einsparpotenzial mehr ergebe.

Perrine Woodtli
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In Gossau leuchten die Strassenlampen auch weiterhin in der Nacht.

In Gossau leuchten die Strassenlampen auch weiterhin in der Nacht.

Urs Jaudas

In Gossau sollen die Strassenlampen von Montag bis Freitag zwischen 1 und 5 Uhr ausgeschaltet werden. Das schlägt Markus Bernhardsgrütter vor. Der CVP-Parlamentarier hatte im Februar eine Einfache Anfrage dazu eingereicht.

Darin sprach er auch die intelligente Strassenbeleuchtung an. Dabei werden die Lampen mit LED-Leuchten und Sensoren ausgestattet. Diese messen den Verkehr, worauf sich die Lichtintensität diesem anpasst.

Markus Bernhardsgrütter, Gossauer CVP-Stadtparlamentarier.

Markus Bernhardsgrütter, Gossauer CVP-Stadtparlamentarier.

Ralph Ribi

Bernhardsgrütter wollte vom Stadtrat wissen, ob geplant sei, auch die Lampen in Gossau mit Bewegungsmeldern auszurüsten. Nun liegt die Antwort vor.

LED-Lampen werden bereits heute gedimmt

Es gebe ein Konzept für die etappenweise Umrüstung aller Strassenbeleuchtungen auf LED, schreibt der Stadtrat. Die Beleuchtung werde mit dem Lichtmanagementsystem City Touch aufgerüstet. Dies habe den Vorteil, dass jede Lampe einzeln eingestellt werden könne. Die LED-Lampen würden bereits heute nach Mitternacht gedimmt und die Leuchtstärke über die Nacht weiter reduziert.

Der Stadtrat weist auf ein Pilotprojekt vor fünf Jahren hin. Damals wurde eine dynamische Beleuchtung im Mettendorf in Betrieb genommen. 23 Lampen wurden durch radargesteuerte LED-Leuchten ersetzt.

Es habe sich gezeigt, dass sich die Erwartungen bezüglich Energieeinsparung und Lichtverschmutzungsreduktion durch den Einsatz von LED in Kombination mit City Touch einfacher erreichen lassen.

Mit dieser Lösung werde eine Energieeinsparung von über 90 Prozent erzielt. Eine Investition in Bewegungsmelder ergebe kein zusätzliches Einsparpotenzial mehr, schreibt der Stadtrat.

Zusätzliche Investitionen von über einer Million

Weiter wollte Bernhardsgrütter wissen, ob sein Vorschlag, die Lampen nachts auszuschalten, kostengünstig umsetzbar wäre. Der Stadtrat schreibt, von 1568 Lampen seien per Ende 2019 365 auf LED umgerüstet worden. Unter der Annahme, dass alle Lampen mit LED realisiert würden, würde eine vollständige Ausrüstung mit Bewegungsmeldern zusätzliche Investitionen von über einer Million Franken benötigen.