Gossauer Stadtrat verzichtet auf Batteriespeicher - prüft aber Ausbau von Fotovoltaik

Der Stadtrat will vorerst keinen Batteriespeicher kaufen, um Verbrauchsspitzen zu glätten. Offen ist er jedoch für das Anliegen, weitere Fotovoltaikanlagen anzuschaffen.

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Der Gross-Batteriespeicher in Volketswil liefert 18 Megawatt Maximalleistung. (Bild: PD)

Der Gross-Batteriespeicher in Volketswil liefert 18 Megawatt Maximalleistung. (Bild: PD)

(mha) Steinach hat es vorgemacht, nun soll es Gossau nachmachen und einen Batteriespeicher kaufen. Das jedenfalls hofft Florin Scherrer. Der CVP-Stadtparlamentarier hat im April eine Einfache Anfrage eingereicht mit dem Titel «Batteriespeicher – für einen regelmässigeren Strombezug». Mit einem solchen Speicher kann unter anderem Strom dann wieder ins Netz gespiesen werden, wenn der Strompreis hoch ist.

Stadtrat beobachtet die Preisentwicklung

Doch der Gossauer Stadtrat will vorerst keinen Batteriespeicher kaufen. Stattdessen beobachte er die technologische, insbesondere aber auch die kostenmässige Entwicklung der Speicher. Das schreibt der Stadtrat in seiner nun publizierten Antwort. Zusätzlich wartet er die Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsabklärungen anderer Energieversorger ab. Die bestehenden Kontakte würden zu diesem Zweck vertieft.

Zu den Gemeinden, die Gossau als Vorbild dienen, gehört Steinach. Dort hat eine Machbarkeitsstudie ergeben, dass ein Speicher mit 1,25 Megawatt Leistung optimal wäre. Der Baukredit betrug eine Million Franken, was die Steinacher Stimmbevölkerung ablehnte. Stattdessen bewilligte sie einen Projektierungskredit.

Für Gossau würde gemäss Stadtrat ein Speicher der gleichen Grössenordnung wie in Steinach benötigt. «Gelänge es, den Speicher so einzusetzen, dass die Leistungsspitze jeden Monat um ein Megawatt verringert wird, könnten so theoretisch 80000 Franken jährlich gespart werden», schreibt der Stadtrat. Die Investitionskosten, deren Verzinsung sowie die Unterhaltskosten liessen sich innert der Lebensdauer des Speichers von 12 bis 15 Jahren nicht amortisieren.

Netzgesellschaft könnte Batterie nutzen

Ein Speicher mit einer Leistung von rund einem Megawatt kann gemäss Stadtrat auch der Netzgesellschaft Swissgrid zur Verfügung gestellt werden. Diese nutzt solche Speicher, um Leistungsspitzen im Stromnetz zu vermeiden und das Netz so zu stabilisieren. Dafür sei jedoch ein «umfangreicher Zertifizierungsprozess» nötig. Zudem seien die Anforderungen an die Verfügbarkeit sehr hoch, schreibt der Stadtrat. «Gossau könnte das sicherlich nicht alleine bewerkstelligen und müsste einen Partner suchen.»

Abschliessend fragt Stadtparlamentarier Florin Scherrer, ob es mit einem Batteriespeicher sinnvoll sei, Fotovoltaikanlagen weiter zu fördern. Die Kombination Batterie und Fotovoltaikanlage sei geeignet, um den Eigenverbrauch zu steigern oder die Leistungsspitze der Anlage zu begrenzen, antwortet der Stadtrat. Solche Speicher seien in der Regel als Teil der Anlage zu sehen und hätten mit einem Grosspeicher wenig zu tun. Ein Ausbau von Fotovoltaikanlagen, insbesondere auf Gebäuden der Stadt, könne deshalb geprüft werden. «Unabhängig vom Kauf eines Grossspeichers.»

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