Gossauer SP-Stadtparlamentarier will nicht, dass man den Anschluss bei der S-Bahn verpasst

Ein Vorstoss im Gossauer Stadtparlament thematisiert den Stillstand beim Ausbau des S-Bahn-Angebots.

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Die S-Bahn ist Sorgenkind im Raum St.Gallen.

Die S-Bahn ist Sorgenkind im Raum St.Gallen.

Bild: Urs Bucher

(dar) SP-Stadtparlamentarier Florian Kobler fordert eine Offensive. Unter dem Titel «S-Bahn-Offensive Gossau/Arnegg» reicht er eine Einfache Anfrage an den Stadtrat ein. Von diesem will er wissen, wie die Stadt Gossau für bessere regionale Zugverbindungen sorgen will.

Der Anlass seines Vorstosses: Ein Interview dieser Zeitung mit der St.Galler Stadträtin Maria Pappa. In diesem sucht die Vorsteherin der Direktion Bau und Planung nach Erklärungen, warum die ehrgeizigen Pläne des Kantonsrates für einen dichteren S-Bahn-Fahrplan scheiterten.

Der Kantonsrat hat sich 2010 dafür ausgesprochen, den öffentlichen Nahverkehr zu stärken. Im Beschluss, dem auch das Volk zugestimmt hat, heisst es: «In der Agglomeration St.Gallen werden Voraussetzungen für einen Viertelstundentakt geschaffen. Die Leistungssteigerung wird durch einen gezielten Ausbau der Schieneninfrastruktur möglich.»

Der politische Druck nimmt zu

Seither hat sich aber nur wenig getan. Stellenweise ist das Angebot gar schlechter geworden. «Vom angestrebten Viertelstundentakt ist man weit entfernt», schreibt Kobler und verweist auf steigenden politischen Druck. In der Stadt St.Gallen schlügen Politiker verschiedener Parteien Alarm, im Kantonsrat hätten drei Fraktionen einen gemeinsamen Vorstoss eingereicht. Und auch Kobler versucht mit seiner Einfachen Anfrage Druck zu machen.

Ein Wendegleis und eine neue S-Bahn-Station

Kobler will vom Stadtrat Gossau wissen, ob dieser eine Zusammenarbeit mit dem St.Galler Stadtrat und dem kantonalen Amt für öffentlichen Verkehr sucht und pflegt, um eine Verbesserung des S-Bahn-Angebots zu erreichen. «Wenn ja, mit welcher Zielsetzung?», doppelt Kobler nach.

Die restlichen drei Fragen gehen ins Detail: Der SP-Stadtparlamentarier fragt nach Plänen für ein Wendegleis in der Sommerau und nach grundsätzlichen Überlegungen für eine zusätzliche S-Bahn-Haltestelle. Kobler denkt dabei ans bestehende Industriequartier im Osten oder ans entstehende in der Sommerau. Und er erinnert an das Versprechen des Gossauer Stadtrates vom Sommer 2018, abklären zu wollen, ob ein Halbstundentakt bei der S5 in Richtung Weinfelden möglich sei.

Kobler begründet seine Einfache Anfrage mit der Dringlichkeit eines klimagerechten Verkehrs. Die alltäglichen Bedürfnisse nach Mobilität müssten möglichst schnell auf fossilfreie Verkehrsmittel verlagert werden, «also in erster Linie auf S-Bahn oder Velo». Eine vorausschauende Planung sei deshalb unerlässlich.

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