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Interview

Gossauer Schulpräsident zum 21'000-Franken-Kredit: «Ich will eine agile Schule»

Die beiden städtischen Oberstufen in Gossau erhalten einen Kredit von insgesamt 21'000 Franken.
Rossella Blattmann
An der Gossauer Oberstufe soll es bald drei Niveaufächer geben. (Bild: Boris Bürgisser)

An der Gossauer Oberstufe soll es bald drei Niveaufächer geben. (Bild: Boris Bürgisser)

Der Schulrat Gossau hat das Projekt «Oberstufe 2022» genehmigt. Er spricht den beiden städtischen Oberstufenzentren Buechenwald und Rosenau einen Kredit in der Höhe von insgesamt 21'000 Franken zu, wie die Stadtverwaltung am Montag mitteilte. Bis zum Schuljahr 2022/2023 sollen die zwei Schulen mit dem Geld ihre Ziele besser aufeinander abstimmen. Der Gossauer Schulpräsident Urs Blaser erklärt, was das genau bedeutet.

Urs Blaser, Schulpräsident Gossau. (Bild: Ralph Ribi)

Urs Blaser, Schulpräsident Gossau. (Bild: Ralph Ribi)

Die Oberstufenzentren Buechenwald und Rosenau erhalten vom Schulrat 21'000 Franken. Wofür?

Urs Blaser: Der Schulrat Gossau hat das Projekt «Stabil und agil», oder «Oberstufe 2022», aus zwei Gründen bewilligt. Erstens sollen die beiden städtischen Oberstufen ihren pädagogischen Weg noch besser aufeinander abstimmen. Zweitens soll der vom Erziehungsrat erlassene erweiterte Spielraum für neue Niveaufächer genutzt werden.

Was ist ein Niveaufach?

Nach der Primarschule beginnen die Gossauer Jugendlichen die dreijährige Oberstufenausbildung. Sie werden in die Stammklasse Kleinklasse, Real oder Sek eingeteilt. Mit einer Ausnahme: An der Gossauer Oberstufe findet der Englischunterricht in sogenannten Niveaugruppen statt: Die Schülerinnen und Schüler werden in das grundlegende (g), mittlere (m) oder erweiterte (e) Niveau eingestuft. Es ist somit möglich, dass ein Sekschüler und sein Realgspänli in der gleichen Englischklasse sitzen. Die Einteilung in die Englisch-Niveaugruppen erfolgt gemäss der schulischen Leistung der Jugendlichen. (bro)

Das bedeutet?

Im OZ Rosenau arbeitet man zum Beispiel mit dem Konzept von Lernlandschaften. Unter anderem gibt es ein Grossklassenzimmer, das durch Türen mit den anderen Klassenzimmern verbunden ist. Darin können sich die Schülerinnen und Schüler auch während des Unterrichts und über die Altersstufen hinweg miteinander austauschen. Im Oberstufenzentrum Buechenwald ist dies nicht der Fall. Dort gibt es eine grosse Lernzone, das ist pädagogisch ein ganz anderes Konzept.

Eine Lernzone oder Lernlandschaften – was wird es zukünftig in Gossau geben?

Es ist nicht so, dass ein Konzept besser als das andere ist. Ziel von «Stabil und agil» ist, dass sich die Lehrkräfte der beiden Schulen in Workshops über ihre Erfahrungen austauschen, daraus lernen, und die Resultate in der Praxis umsetzen. Der Kern der Sache ist: Wie kann man gemeinsam zum gleichen Ziel kommen?

Inwiefern wird sich der Niveauunterricht nun verändern?

Die Gossauer Oberstufenschüler und -schülerinnen haben bereits heute in Englisch Niveauunterricht. Gemäss dem Erziehungsrat des Kantons St.Gallen können die Oberstufen im Kanton neu aus den fünf Unterrichtsfächern Deutsch, Mathematik, Französisch, Englisch sowie Natur und Technik drei Niveaufächer bestimmen. Das soll nun auch bei uns an den beiden städtischen Oberstufenzentren in Gossau geprüft werden.

Auf welche drei Niveaufächer hat man sich geeinigt?

Das ist zu diesem Zeitpunkt noch offen. Jede Kombination aus den fünf erwähnten Fächern ist möglich.

Wie hat das Projekt «Oberstufe 2022» begonnen?

Die Idee ist im Juni dieses Jahres entstanden. Als Dozierende der Pädagogischen Hochschule den Unterricht im OZ Buechenwald übernahmen, verbrachten die Lehrerinnen und Lehrer einen Tag im Rosenau. Beim Gespräch über pädagogische Ziele und den Unterricht entstand schliesslich «Stabil und agil». Die Schulleiter der Oberstufe Rosenau und Buechenwald, Roger John und Thomas Eberle, haben das Projekt dem Schulrat schliesslich präsentiert. Dieser hat den Kredit von 21'000 Franken genehmigt.

Ist der Schulrat auch aktiv am Projekt beteiligt?

Ja, Schulrätin Ruth Lehner und Schulrat Andreas Strübi sind direkt in die Projektarbeit involviert.

In welche Richtung soll sich die Oberstufe Gossau entwickeln?

Mit 409 Schülerinnen und Schülern, verteilt auf zwei Schulhäuser, ist die Oberstufe Gossau gross. Sie ist bereits jetzt stabil. Sprich: Die beiden Oberstufen ziehen an einem Strang.

Dennoch wünsche ich mir keine statische, sondern eine agile Schule.

Die Schule Gossau soll ihren Spielraum bestmöglich nutzen und das Beste aus ihren Möglichkeiten machen.

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