Gossauer Politiker will wissen: Was ist eine «Werteschule»?

In Wil wird mal wieder über das Kathi gestritten. In Gossau wurde die Maitlisek hingegen auf eine neue Finanzierungsbasis gestellt. Trotzdem stellt ein SP-Stadtparlamentarier nun kritische Fragen.

Jonas Manser
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Ist nur die Maitlisek eine Werteschule? (Bild: Benjamin Manser, 4. Mai 2018)

Ist nur die Maitlisek eine Werteschule? (Bild: Benjamin Manser, 4. Mai 2018)

«Werteschule – was ist das?» Unter diesem Titel hat Werner Bischofberger (SP) eine Einfache Anfrage an das Stadtparlament Gossau eingereicht. Im Zusammenhang mit der Maitlisek werde der Begriff immer wieder verwendet. «Eine Werteschule ist wohl weder eine bewertete, noch eine bewertende Schule», so Bischofberger. Der Ausdruck verleite dazu, eine Werteschule für höherwertig zu halten. Hinzu komme, «dass wenn einzelne Schulen sich als Werteschulen bezeichneten, die öffentliche Schule dann eben keine ist».

Wertevermittlung auch an öffentlichen Schulen

Aus 44-jähriger pädagogischer Berufserfahrung wisse er, dass die öffentlichen Schulen täglich daran arbeiteten, den Schulkindern und den Jugendlichen Werte zu vermitteln, schreibt Bischofberger weiter. Er ist pensionierter Primarlehrer und Schulleiter. Seit 2014 ist er Präsident des Vereins Stadtbibliothek Gossau.

Bischofberger hinterfragt Entwicklung

In seiner Einfachen Anfrage möchte Bischofberger vom Stadtrat beziehungsweise Schulrat wissen, was dieser unter dem Begriff «Werteschule» verstehe. Bischofberger fragt sich, was für eine Schule die öffentliche Schule wäre, wenn die Bezeichnung alleine auf die Maitlisek zutreffe? «Gibt es Werte, die an den öffentlichen Schulen nicht vermittelt werden?», heisst eine Frage.

Er hinterfragt die Entwicklung der öffentlichen Schulen in Richtung der «Werte vermittelnde Schulen». Auch will er wissen, welche Massnahmen des Schulrates die Schulleitungen unterstützen würden, der zunehmenden Bedeutung der «Wertevermittlung» gerecht zu werden.

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