Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Kleidervorschriften für Gossauer Lehrerinnen und Lehrer: «Das ist keine Schikane»

Die SP wollte einen Artikel in der neuen Schulordnung streichen. Darin geht es um die Vorbildfunktion und Kleidung von Lehrpersonen.
Melissa Müller
Lehrer haben eine Vorbildfunktion. Das müsse man nicht extra in der Schulordnung festhalten, fanden einzelne Gossauer Stadtparlamentarier. (Bild: Benjamin Manser)

Lehrer haben eine Vorbildfunktion. Das müsse man nicht extra in der Schulordnung festhalten, fanden einzelne Gossauer Stadtparlamentarier. (Bild: Benjamin Manser)

Das Gossauer Stadtparlament hat die neue Schulordnung zwar einstimmig angenommen. Zu reden gab aber eine neue Bestimmung: «Wir sind über Artikel 11 gestolpert», sagte Monika Gähwiler (SP). Darin heisst es, dass sich Lehrpersonen «im Verhalten, in der Bekleidung und der allgemeinen Erscheinung ihrer Vorbildfunktion bewusst» sein und diese aktiv wahrnehmen sollen. Die SP stelle den Antrag, Artikel 11 ersatzlos zu streichen. Von Lehrpersonen dürfe ohnehin erwartet werden, dass sie Vorbild seien:

«Es sind vom Schulrat gewählte Fachkräfte. Sie bringen diesen Anspruch an sich selbst als ausgebildete Persönlichkeiten mit.»

Gähwiler bemängelte auch die vage Formulierung: «Wie würde man einen Verstoss klar definieren? Und was für Massnahmen würde man einleiten?» Es gebe keine vergleichbare Bestimmung in anderen Schulgemeinden.

Lehrer, die aus der Reihe tanzen, in die Mangel nehmen

Birgit Frei, CVP, fand Artikel 11 nicht überflüssig: «Solche Gesetze sind nicht für die Regel, sondern für Ausnahmen gemacht. Sollte ein Lehrer aus der Reihe tanzen, kann man ihn so in die Schranken weisen.» Auch Schulpräsident Urs Blaser bat das Parlament, den Antrag der SP abzulehnen.

«Es geht hier nicht um eine Schikane, sondern um eine Werthaltung.»

Was für die Kinder gelte, daran sollen sich auch Lehrerpersonen halten. In Ausnahmefällen könne diese Vorschrift von Nutzen sein.

Antrag ist chancenlos

Blaser wies darauf hin, dass auch für städtische Angestellte ein Dresscode gelte. Dieser untersagt ihnen etwa, in Hotpants, Minijupes oder Flip-Flops zur Arbeit zu erscheinen. Das findet die Mehrheit des Stadtparlaments gut: Der Antrag der SP wurde abgeschmettert.

Die SVP wollte der revidierten Schulordnung keine Steine in den Weg legen. Pascal Fürer liess es sich aber nicht nehmen, die Kopftuchdiskussion anzureissen. Die Schulordnung hält fest, dass Kopf- und Handbedeckungen abgenommen werden müssen, «sofern sie nicht aus religiösen Gründen getragen werden». Das Kopftuch gilt als religiöses Symbol und ist somit erlaubt. «Das ist nicht tolerierbar», meinte Fürer. Er werde aber keinen entsprechenden Antrag stellen, denn «bedauerlicherweise» besage ein Bundesgerichtsurteil etwas anderes.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.