Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Gossauer Kinderkrippe findet ein Plätzchen in der Stadtverwaltung

Die Kindertagesstätte Gossau ist neu ein Teil der Stadtverwaltung. Die Kirchgemeinden haben sich aus dem Verein Kindertagesbetreuung zurückgezogen. Dies aus verschiedenen Gründen.
Yann Lengacher
Ein Kind spielt in einer Tagesstätte mit Klötzchen. (Bild: Getty)

Ein Kind spielt in einer Tagesstätte mit Klötzchen. (Bild: Getty)

Die Kindertagesstätte Gossau gehört seit diesem Jahr zum Departement «Jugend Alter Soziales» der Stadt Gossau. Dies, nachdem die katholische Kirchgemeinde Ende 2017 und die Reformierten im Februar 2018 ankündigten, sich auf das Jahresende 2018 zurückzuziehen.

Da im Verein nur noch die Stadt Gossau verblieben wäre, gliederte sie die Kindertagesstätte auf dieses Jahr hin in die Stadtverwaltung ein. Die wegfallende Kostenbeteiligung der Kirchgemeinden von 60000 Franken wird nun von der Stadt finanziert.

Stadträtin bedauert Auflösung des Vereins

Stadträtin Helen Alder, Leiterin des Departements Jugend, Alter, Soziales, bedauert, dass der Verein Kinderbetreuung aufgelöst werden musste. «Ich hätte mir ein Fortbestehen des Vereins gewünscht. Es freut mich immer, wenn sich in Gossau Vereine engagieren», sagt Alder.

Die Gossauer Stadträtin Helen Alder. (Bild: Michel Canonica - 7. April 2017)

Die Gossauer Stadträtin Helen Alder. (Bild: Michel Canonica - 7. April 2017)

Die reformierte Kirchgemeinde habe aber schon länger angedeutet, den Verein Kindertagesbetreuung verlassen zu wollen. Als die katholische Kirchgemeinde dann bei Neuwahlen kein Vorstandsmitglied für den Verein mehr stellen konnte, sei dessen Auflösung absehbar gewesen.

Den Hauptgrund für den Rückzug sieht Alder im Kosten- und Personalaufwand der Kirchgemeinden. Diese hätten sich jährlich nicht nur mit jeweils 30'000 Franken beteiligen müssen, sondern sie hätten auch Vorstandsmitglieder gestellt, die Jahr für Jahr an insgesamt fünf Sitzungen teilzunehmen hatten.

«Eine Aufgabe der öffentlichen Hand»

Für Herbert Weber, Präsident der reformierten Kirchgemeinde, ist die Kindertagesstätte in Gossau am richtigen Ort untergekommen. «Es ist eine Aufgabe der öffentlichen Hand, professionelle Strukturen zur Verfügung zu stellen». Er wisse, dass die Kindertagesstätten in Gossau extremen Zulauf hätten.

Herbert Weber, Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Gossau. (Bild: Mareycke Frehner - 8. März 2018)

Herbert Weber, Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Gossau. (Bild: Mareycke Frehner - 8. März 2018)

Es sei ein Bedürfnis, das hauptsächlich bei jungen Familien immer mehr aufkomme und durch die Kirchgemeinden längerfristig nicht mehr hätte befriedigt werden können. Deswegen sei er sich sicher, dass der Ansturm für die beiden Kirchgemeinden zu gross geworden wäre, sagt Herbert Weber.

Der reformierten Kirchgemeinde sei es aber dennoch wichtig, der Stadt gute Infrastrukturen in ihren Liegenschaften zur Verfügung zu stellen. So habe man einiges renoviert: «Wir haben einen Teil des Kirchgemeindehauses umgebaut, damit die Räumlichkeiten einen hohen Funktionalitätsgrad haben und für kleine Kinder geeignet sind», sagt Weber.

Katholische Kirchgemeinde richtet sich neu aus

Auch die katholische Kirchgemeinde Gossau ist der Meinung, dass die Kindertagesstätten in Gossau unter das Dach der Stadtverwaltung gehören. Sie schreibt in einer Stellungnahme: «Ohne das Angebot der beiden Kirchgemeinden hätte es sicher länger gedauert, bis ein erstes solches Angebot entstanden wäre. Der Betrieb von Tagesbetreuungsangeboten und Horten ist in der Zwischenzeit zu einer Selbstverständlichkeit im Aufgabenbereich einer Stadt geworden.»

Die Kirchgemeinde habe sich daher entschieden, ihre Mittel anderweitig einzusetzen. Trotzdem wolle sich die Katholische Kirchgemeinde Gossau weiterhin sozial engagieren. Die frei gewordenen Mittel sollen stärker in die Betreuung von Armutsbetroffenen, Migranten und Asylbewerbern sowie in Aktivitäten des Friedeggtreffs investiert werden.

Der Rückzugsentscheid sei daher nicht als Sparmassnahme zu verstehen, sondern als Neuausrichtung des sozialen Engagements. Der Rückzug aus dem Verein Kindertagesbetreuung sei unabhängig von der Evangelischen Kirchgemeinde Gossau beschlossen worden.

Betrieb wird wie bisher fortgeführt

«Wie bis anhin bezahlen Eltern einen Beitrag, wenn sie ihre Kinder in die Tagesstätte bringen wollen, dieser bleibt unverändert», sagt Stadträtin Helen Alder. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kindertagesstätte bleiben die gleichen, sie sind aber neu bei der Stadt angestellt.

Ein Vorteil ergibt sich durch die Neueingliederung der Kindertagesstätte in die Stadtverwaltung: Eltern finanzieren die Kindertagesstätte nun nur noch über die Gemeindesteuern und nicht wie bisher auch noch über die Kirchensteuern.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.