Gossauer kämpfen fürs Überleben des Walter-Zoos: «Der Zoo braucht unsere Hilfe»

Dem Walter-Zoo entgeht während des Lockdowns eine halbe Million Umsatz – pro Monat. Die Solidarität ist gross.

Melissa Müller
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Die Affen haben voraussichtlich erst im Juni wieder Publikum.

Die Affen haben voraussichtlich erst im Juni wieder Publikum.

Nik Roth

Der Quartierverein Hirschberg in Gossau plant am 7. Mai von 9 bis 19 Uhr einen Sammeltag für den Walter-Zoo. Vor dem Standort Rosegg der Bäckerei Koller an der St.Gallerstrasse 215 wollen die Mitglieder einen Stand aufstellen – und dabei die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände einhalten. Der Quartierbeck Koller spendiere bei jeder 10-Franken-Spende ein Spitzbubengebäck. «Die Bewilligung fehlt uns noch, aber wir hoffen schwer darauf», sagt Reto Germann vom Quartierverein.

«Der Zoo braucht jetzt dringend unsere Unterstützung.»

Der Quartierverein fühle sich eng verbunden mit dem Zoo. Dieser biete an der Jahreshauptversammlung jeweils eine «sensationelle Tierschau». «Jetzt wollen wir dem Zoo etwas zurückgeben», sagt Germann.

Nichts los in den umsatzstärksten Monaten des Jahres

Zurzeit kämpft der Walter-Zoo um sein Überleben. «Uns entgehen rund 11000 Franken pro Tag», sagt Pressesprecher Thomas Harder. «Wir sind mit der Kantonsregierung im Gespräch, um unsere Existenz zu sichern.» Man profitiere zwar von der Hilfe des Bundes. März, April und Mai seien jedoch die umsatzstärksten Monate des Jahres, in denen der Betrieb normalerweise Rückstellungen bildet, um durch den Winter zu kommen.

Genau diese Gelder fallen jetzt weg. An einem gut besuchten Sonntag kämen bis zu 3000 Personen in den Gossauer Zoo. Durch die coronabedingte Schliessung erleide er nun in der umsatzstärksten Frühlingszeit Ertragseinbussen von 500'000 bis 600'000 Franken pro Monat.

Die Erdmännchen haben kürzlich Nachwuchs bekommen.

Die Erdmännchen haben kürzlich Nachwuchs bekommen.

PD

Teure Insekten und Mäuse

Ein kleines Team hält den Betrieb am Laufen und schaut zu den Tieren. Der Zoo könne seine Kosten nur um 30 Prozent reduzieren, sagt Harder. Ob mit oder ohne Besucher – Wasser, Strom und tierärztliche Versorgung werden stets benötigt. «Auch das Futter ist ein grosser finanzieller Posten», sagt Thomas Harder. Manche Tiere benötigten teures Spezialfutter wie Insekten und Mäuse. Voraussichtlich kann der Zoo erst am 8. Juni wieder öffnen.

Derweil sammeln die Gossauerinnen und Gossauer weiter. Der Stadtbühlbeck führt am 9. Mai etwa seine Zopfaktion weiter. Ein Zopf wird für 8 Franken nach Hause geliefert, der Walter-Zoo erhält jeweils die Hälfte. Bestellungen bis 7. Mai, 18 Uhr, an:­ stabuebe@gmail.com.