«Fahrende gehören zur Schweiz»

Die Meinungen zum Durchgangsplatz für Fahrende gehen auseinander. Manche fürchten sich vor Unordnung oder zu hohen Kosten, andere möchten den Lebensstil der Fahrenden auch weiterhin ermöglichen.

Text: Manuel Roth Bilder: Fejsal Sulejmani
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Bild: Melanie Ulrich, 32 Hausfrau, Gossau

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Ich finde den Durchgangsplatz eine gute Sache. Gossau könnte zum Vorbild für viele andere Gemeinden werden. Die Fahrenden sind ganz normale Leute. Sie sind beispielsweise ja auch steuerpflichtig. Wir Bürger müssen uns gegenseitig unterstützen. Diese Gruppe mit einem anderen Lebensstil auszugrenzen, nur weil sie in Wohnwagen hausen, wäre falsch. Damit Ordnung herrscht, müssen klare Regeln aufgestellt werden. Kontrollen werden von den Politikern und den Behörden geregelt.

Zurzeit bin ich noch etwas unschlüssig. Klar, auch die Fahrenden haben ein Recht auf einen Platz, wo sie bleiben können. Ich bedaure es jedoch, dass dafür Land umgezont werden muss. Meiner Meinung nach wäre es besser, das Stück für die verschiedenen nahe gelegenen Firmen und die Industrie zu verwenden. Somit müsste man einfach einen anderen Platz finden. Vor Unordnung fürchte ich mich weniger. Meiner Meinung nach spielen da die Vorurteile wieder mit. Es heisst ja auch immer wieder, dass sie mit den teuersten Autos herumfahren.

Die Argumente der Gegner kann ich nicht ganz teilen. Denn die Fahrenden wären mit dem Platz ja zufrieden. Und irgendwo müssen sie hingehen dürfen. Sie sollen auch in Zukunft so leben können wie bisher. Eine Chance würde ich ihnen daher sicherlich geben. Wenn es aber beispielsweise mit der Ordnung nicht funktionieren sollte, muss man das blitzschnell ändern.

Ich finde diesen Plan gut. An anderen Orten hat man auch schon Plätze dieser Art gebaut. Aber hier bei uns gibt es einfach nichts. Das ist katastrophal. Fahrende zahlen genauso Steuern und gehören zur Schweiz. Deshalb sollte man sie auch unterstützen. Wenn es eine Aufsicht und Kontrollen gibt, habe ich auch keine Angst vor Unordnung.

Sie sollen das Stück Land doch einfach kaufen. Dann könnten sie zum Beispiel auch eine Toilette bauen. Ich glaube nämlich nicht, dass zwölf Franken pro Tag und Wohnwagen ausreichen, um die Kosten zu decken. Ausserdem denke ich nicht, dass nur die Schweizer Fahrenden kommen würden. Mit den heutigen Medien weiss doch die halbe Welt innert 24 Stunden Bescheid.

Ich habe einfach Bedenken, ob sich alle an die Regeln halten werden. Eine Sauerei brauchen wir nämlich nicht. Ginge es ausserdem um einen bestehenden, asphaltierten Platz, sähe ich es etwas anders. Aber diese Wiese könnte sehr gut auch auf eine andere Art und Weise genutzt werden. Ein Bauer könnte dort beispielsweise seine Kühe und Rinder weiden lassen. Oder auch für die Industrie wäre sie interessant.

Ihren Lebensstil geben die Fahrenden ja oft von Generation zu Generation weiter. Und die Kinder wachsen damit auf. Mein grösster Wunsch wäre es sicherlich nicht. Aber es soll sowohl jetzt als auch künftig jedermann so leben können, wie er möchte. Und irgendwo brauchen sie nun mal einen Platz für ihre Wohnwagen. Teilweise spielen sicher auch Vorurteile gegenüber den Fahrenden eine Rolle.

Ich finde es eine gute Sache. Irgendwo müssen die Fahrenden auch sein können. Der Bund fordert solche Durchgangsplätze schon seit längerem. Und wenn man immer nur dagegen ist, entsteht ja nie einer. Gossau könnte nun durchaus als gutes Beispiel vorausgehen. Wir können es uns auch finanziell leisten, einen Platz zur Verfügung zu stellen.

Für mich persönlich wäre dieser Lebensstil nicht geeignet. Ich mache schon nicht gerne Camping-Urlaub. Fahrende gibt es aber schon lange. Daher sollte man sie auch unterstützen. Sie haben ein Recht auf einen Platz zum Wohnen. Und sie wären an der Wehrstrasse ja zufrieden.

Ich bin für einen Durchgangsplatz für die Fahrenden. Denn schon lange zieht diese anerkannte Minderheit umher. Sie gehören einfach zur Schweiz und sind ein Teil der Kultur. Daher sollte man ihnen auch helfen. Ausserdem brauchen sie irgendwo einfach einen Ort zum Bleiben. In ihrer Situation wären wir auch froh, einen Platz zur Verfügung gestellt zu bekommen. Die Gegner argumentieren meiner Meinung nach nicht stichhaltig. Das sind einfach Ausreden.

Bild: Melanie Ulrich, 32 Hausfrau, Gossau

Bild: Melanie Ulrich, 32 Hausfrau, Gossau

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